Mittwoch, 2. August 2017

Die Supersensiblen

In der aktuellen GEO gibt es einen interessanten Bericht über Berührungssynästhetiker. Die also das was sie bei anderen sehen auch auf ihrer Haut spüren. Ein streicheln, ein kratzen, eine Umarmung...
Sozusagen Mitgefühl de Luxe.

Ich spüre das nicht ganz so krass, habe aber im Moment mit sowas ähnlichem wieder arge Probleme (die Ausprägung ist sehr unterschiedlich):
Ich muss nur an Spritzen, irgendwelche Unfälle, vergangene OP's denken, da zieht sich alles in meinem Unterleid zusammen und es gibt so ein seltsames kribbeln auf der Haut.
Ich ertrage kaum wenn mir jemand was über dieses Thema erzählt.
Ein Bild mit einer Infusionsnadel in der Hand recht schon aus.
Ein Film in dem sich jemand verletzt, sich selber Schmerzen zufügt oder operiert wird ist unerträglich.
Letztens sah ich es in einem Film kommen: da schlug eine Frau den Kopf einer anderen Frau an die Wand..sofort Augen und Ohren zu und trotzdem bekam ich leichtes Kopfweh.
Eine Geschichte wie (im Roman!) jemand ein Messer in den Handrücken gejagt wurde und daraufhin der Finger amputiert wurde, beschwerte mir einen tiefen Knoten der Anspannung im Bauch und schmerzverzerrtes Gesicht.

Krankenschwester wäre ein denkbar unpassender Beruf für mich. Erst recht eine auf der Intensivstation wie es eine Freundin von mir macht. RESPEKT!
Ich bin sehr froh, wenn ich um alle Ärzte und Krankenhäuser einen großen Bogen machen kann.

Ich fühle zu sehr mit.
 http://www.spektrum.de/news/echtes-mitgefuehl/877461
Sprüche wie "es ist doch nur ein Film" oder (beim Arzt) "es ist doch gleich vorbei, nur ein kleiner Pieks" helfen nicht.
In mir verdreht sich alles.

Im Moment ist es wieder so krass und ich merke auch so, dass ich wenig Schutzschicht um mich habe, dass mich vieles zu sehr berührt und zu sehr beeinflußt/beeindruckt. Was das ganze Leben außer Haus wieder anstrengender macht, weil mich (fast) jedes wehende Blatt tangiert.

Kommentare:

  1. Hallo Regenfrau

    Ich mach mal *winke* ... das kommt mir bekannt vor, was du schreibst. Einige subjektive Erfahrungen dazu: Einen Moment erinnere ich, an dem es besonders krass war und ich mich für einen anderen Weg als sonst entschieden habe. Statt das Gefühlte abzulehnen und mich dagegen zu stemmen, bin ich ganz hineingegangen und hindurch. Das war ganz intensiv, der ganze Schmerz der Welt zog da durch, aber ich konnte den Gefühlsdruck dadurch loswerden indem ich es zuliess. Sich bewusst zu desensibilisieren wäre ein anderer möglicher Weg. Den medialen/hochsensiblen Zustand lenken zu lernen finde ich eine schwere Aufgabe. Wenn du magst kann ich dir mal mehr dazu schreiben.

    Lieber Gruss
    Anne

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    1. ... bitte entschuldige, dass es so altklug und belehrend rüberkommt ... doch da hatte ich schon auf "Senden" gedrückt ... wollt eigtl nur zeigen, dass du mit solchen Empfindungen nicht allein dastehst :) Lieber Gruss, Anne

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  2. Hallo Anne,
    kein Problem.
    Ich merke, dass wenn es so nah an mich rankommt, dass das meist in der Zeit ist in der ich mich generell so ungeschützt fühle. Da gehe ich ungern aus dem haus/unter Menschen. Das vergeht nur wieder wenn ich mich selber so lang schütze/mir selber Halt gebe wie es eben braucht bis ich mich wieder sicher fühle und dann haut mich so eine Spritze ect. auch nicht mehr um ;)
    Liebe Grüße

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    1. Hallo Frau Heller

      Danke dass du mirs nicht krumm nimmst. Ja, sich selber zu schützen ist wichtig... dass eine sich selber Halt gibt, auch. :)

      Lieber Gruss
      Anne

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