Donnerstag, 3. August 2017

Der Kaffe & ich

So im zarten Jugendalter (ich glaub so um die 14) probierte ich sie:
meine erste Tasse Kaffe.
Und sie schmeckte scheußlich.
Trotzdem trank ich sie immer wieder "um dazu zu gehören". Immerhin tranken Mama und meine Schweter auch welchen. Und genau deren Gunst wollte ich ja haben (hab ich seltenst erreicht).

Dann kam eine Zeit in der ich wieder auf Kakao umstieg. Morgens zum Marmeladenbrot. Um dann später in der WG literweise das schwarze Gesöff (naja nicht ganz ich gebe schon immer Milch und Zucker dazu) zu trinken. Egal zu welcher Uhrzeit. Wenn man als angehende Kinderpflegerin mit einer studierenden Sozialpädagogin wohnt, man eine offene Tür und somit viel Besuch hat, muss man nächtelang durchdiskutieren und/oder Brettspiele spielen. Außerdem waren wir jung...um die 20, wir feierten oft und ausgiebig und genoßen die Freiheit und Unabhängigkeit (endlich 18, endlich ohne Eltern, endlich ein Auto!).

Es gab Zeiten da trank ich fast nur Kaffe. Kaum Wasser. Mein armer Körper.
Eigentlich bin ich ja von Haus aus ein Nervöserl und das ganze Koffein war sicher nicht hilfreich.

Ich zog aus der WG in meine erste eigene Wohnung. Eine tolle Wohnung! Und als ich so alles eingerichtet hatte...fehlte was: Der Kaffe. Ich kaufte mir also eine Filterkaffemaschine und einen milden Kaffe und als der so durchtröpfelte war das der Inbegriff des Erwachsenen-Seins für mich:
Der selbstgemachte Kaffe in der eigenen Wohnung! Mir gehörte die Welt!

Seitdem nicht mehr ohne. Inzwischen trinke ich aber nur noch 1-2 Tassen täglich. Und auch fast nur noch koffeinfreien.
Wenn ich mehr trinken will, dann bin ich depressiv bis verletzt und brauche den warmen süß-bitteren Geschmack wohl als Trost.

Nach der Filtermaschine kam der lösliche Kaffe. Ich war in der Hochzeit eines sehr turbulenten Lebens, alles musste schnell gehen. Da ich immer mal wieder gern neues ausprobiere bzw. Abwechslung brauche, schaffte ich mir danach die French-Press an, die ich schon aus der WG kannte.
Unterwegs genoß ich immer wieder (und tue es auch heute noch) einen Latte Macchiatto aus dem Vollautomaten.
Auch die italienische Variante mit dem Espressokocher musste ich versuchen, ließ es aber bald, das war so gar nicht meins.
Es gab also wieder die French-Press.

Jetzt war mir also wieder mal nach was Neuem in Sachen Kaffe. Sollte ich doch auf einen Vollautomaten sparen?
Kapsel- und Padmaschine fallen von vornherein weg, zuviele Nachteile und schmecken tut das Ergebnis auch nicht. 
Also mal so grob im Netz gesucht und auf die Aero-Press gestoßen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Aeropress

Seit gestern in Benutzung.
Der Kaffe schmeckt mir gut. Viel milder und vollmundiger als mit der Frenchpress. Stromlos und müllfrei (bis auf den Kaffesatz und die Filter, aber letzteres ist so winzig und kann man auch mehrfach benutzen) ist ein zusätzliches Highlight.

Bleibt noch die Frage mit der Milch. Normalerweise kommt einfach ein Schluch H-Milch rein. Das mit dem Mlchschäumern hab ich auch schon durch und keine gute Lösung für mich gefunden.
Vielleicht wird es doch mal ein elektrischer Schäumer, was mir aber eher widerstrebt.
Vielleicht genieße ich den Milchschaum als was besonderes, nämlich dann, wenn ich woanders meinen Milchkaffe genieße.

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