Donnerstag, 10. August 2017

Arbeit & ich

Ein riesengroßes Kapitel für mich, wie ja hier immer wieder zu lesen ist.
Es geht aber um den aktuellen Stand.

Bei mir ist ja schon länger im Hinterkopf einen vollen Minijob anzunehmen.
Leider ist das im Moment mehr "müssen" (also selbstgemachter Druck als wollen. Das ich jetzt die Kreislaufsache einigermaßen im Griff habe, macht das Ganze nicht einfacher weil jetzt noch mehr ein "jetzt gehts aber!" auftaucht.)
Sehr deutlich wurde mir das wieder mal in einem Alptraum, der mich des Nachts (und mit meiner alten Arbeitsstelle zu tun hatte) ereilte, nachdem ich mich tags zuvor wieder intensiv mit dem Thema Arbeit auseinander setzte.
Ich merke ja selbst wie utopisch es ist.
Leider.
Im Moment bin ich bei ca. 8 Std. im Monat. Sowie ich die Stunden aufstocke, geht es nicht mehr. Mehrmals versucht.
Es hapert hauptsächlich am oft nicht können, weil Leistung bringen und evtl. in Kontakt mit Menschen zu treten zuviel Streß auslöst. Oder an körperlicher Schwäche/Erschöpfung. Dass das um mich kümmern seelisch, wie körperlich, meinen Haushalt usw. schon all die wenige Kraft aufbraucht, die ich so habe.

Das zu akzeptieren fällt mir schwer.

Die andere Seite ist die, das ich oft denke: boah ich will mich nicht mehr versklaven lassen, ich will frei entscheiden, was ich wann und wie tue. Dieses festgetackert werden bringt mich in arge Bedrouille. Ich genieße meine absolute Freiheit und kann auch damit umgehen (also mich selber strukturieren, Beschäftigung suchen usw.).

Nun hatte ich das Glück nochmal einen kleinen Bügeljob zu ergattern. Bei mir zuhause. Besser kann es ja nicht laufen. Je nachdem wird es auch was regelmäßiges.
Am Tag davor verfluchte ich mich selbst, dass ich das angenommen habe,  weil derzeit ist es wieder eher schlimm ist. Ich fühle mich zu fragil für diese Welt, Rückzug, viel liegen müssen, aber vor allem alleine sein...ect.

Dem Namen nach dachte ich, es ist eher ein älterer Mann der mir nun seine Wäsche vorbei bringt. Vielleicht Frau kurz davor gestorben..sowas halt.
Vor mir stand dann aber ein sehr gut aussehender (in teurer Kleidung), wahnsinnig höflicher Mensch in meinem Alter, der so nebenbei was von seiner Frau erzählte.
Wir klärten alle Punkte und weg war er. Keine 5 Minuten, aber für mich ziemlicher Streß.
Spaß hat die Arbeit leider keinen gemacht, weil ich mir einen irren Druck aufbaute, dass ich das nie und nimmer gut genug für den machen werde. Der hat studiert! Der hat ein normales Leben! Und eine Beziehung! Und überhaupt!
Ich war nur noch gefühlte 10cm groß.

Ich brachte es hinter mich...

Dann kommen mir wieder diese anderen Gedanken, ich nenne es "Hippie-Gedanken", in den Sinn. Da lese ich bei den "glücklichen Arbeitslosen", oder das Manifest gegen Arbeit, Blogs über den Arbeitsfetisch oder bei altbekannten Müßiggängern.
Ich dachte immer: siehste bist doch zu faul zu arbeiten...du drückst dich!
Jetzt kam mir so langsam in den Sinn, dass ich das über solche Streitschriften und Abwertung der Lohnarbeit besser akzeptieren kann, dass ich in dem Getriebe nicht mitmachen kann. Denn natürlich ist da auch Scham, wenn auch verdeckte.
Ich kann mich dann damit besser annehmen.

Denn immer wieder (mal weniger, derzeit öfter) blitzt es ja durchaus auf: auch diesen Bereich des Lebens leben zu können!
Und so suche ich mir immer wieder kleine Nischen-Jobs. Zum Beispiel über eine App, kommen in unregelmäßigen Abständen Aufträge rein, die man machen kann oder nicht. Zum Beispiel schauen und dokumentieren ob es an besagter Stelle noch die Baustelle gibt. Oder ob die Straße wirklich für Autos gesperrt ist. Ich bin draußen, alleine und alles ist selbstbestimmt. Perfekt.
Das andere sind Test zu Brieflaufzeiten. Ich bekomme also bestimmte, adressierte  Werbung (so 3-6 Stück im Monat) und ich muss nur die Prüfnummer und den Ankunftstag in eine bestimmte Maske auf der Webseite eingeben. Gibt Punkte die man einlösen kann.

Und wenns ganz arg knirscht von: ich möchte gerne - es geht aber aufgrund Depressionen und PTBS nicht, hole ich mir Erleichterung.
Dieses Mal mit dem Buch: und, was machst du so? - eine fröhliche Streitschrift gegen den Arbeitsfetisch.
Ganz nett, ganz kurzweilig, nicht viel neues für mich: Das die Arbeit uns ausgeht und statt das wir uns darüber freuen, weil die Maschinen (und nicht die Ausländer!!!) uns die Arbeit wegnehmen, versinken wir in Panik und leider im derzeitigen System eben auch in Armut.

Also:
- Stell dir vor es geht und keiner kriegts hin! (zum Thema neues System, 30 bzw. 20 Stunden-Woche, bedingungsloses Grundeinkommen...)

- wenn Arbeit wirklich so toll wäre, würden die Reichen sie für sich behalten! Mark Twain


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