Samstag, 8. Juli 2017

Nerdisch sein

Tagelanger Rückzug, keine Termine, keine Menschen (also ganz wenig) aber zumindest keine intensiven Treffen...versunken in meiner Innenwelt...und langsam atme ich wieder auf...komme Stück für Stück wieder bei mir an.

Ich muss ganz intensiv "bütlern" (nach dem Herrn Giger-Bütler der tolle Depressionsbücher schrieb): Was will ich JETZT? Und nicht: was müßte, sollte ich tun...ja komplett selbstbezogen. Ich weiß. Aber ich habe keine Kinder, Mann, Tiere, Job ect. Ich darf das :) (und welche Glück dass ich das auch so machen kann!).
Und brauche es wie die Luft zum atmen.
Ganz wenig Außenreize. Lieber Buch als Film.
Und ich fühle mich auch so ungeschützt. Körperlich. Weswegen ich fast nur daheim bin oder mal kurz mit dem Rad in menschenleere Gegenden (schwierig bei dem Sommerwetter).
Der Esoteriker würd vielleicht sagen: Die Aurahülle wieder aufbauen/flicken. Aber genau so fühlt es sich an.

Am besten ist in solch Zeiten auch: monotone Arbeiten. Wie Zaun streichen (geht derzeit leider nicht) oder bügeln oder gaaaanz genau mit Wattestäbchen die Tastatur reinigen, früher hab ich dann Fotos sortiert oder die ganzen Ordner geschmückt oder Dokumente mit den Lochverstärkern versehen, Tiere beobachten ist da auch klasse...muss mir da mal noch mehr Tätigkeiten überlegen.
Mir fiel ein, dass ich mal bei meiner Oma war und anscheinend war mir da auch was zuviel. Ich ging also ins Treppenhaus das mit Stoff überzogen war und sammelte Flusen in den Ecken auf. Herrlich!  So beruhigend und entspannend.
Ich glaub langsam ahne ich warum meine Familie mit mir nicht so wirklich was anfangen konnte bzw. mich nicht verstand. Meine Schwester und Mutter sind extrem extrovertiert und mein Vater zwar auch ein Intro konnte mich aber wenig schützen/unterstützen.

Nunja.
Was mir letztens großen Spaß machte war einer Bekannten (über 60) bei ihrem Smartphone zu helfen und ihr einiges zu erklären. Die Kompetenz zu spüren "ich kann das", das Gefühl helfen zu können (ohne in Coabhängigkeit zu verfallen), ein Ergebnis zu sehen und die Freude der Frau zu spüren...tat gut. Vielleicht biete ich ihr auch an, ihr bei der Digitalisierung (also ein Teil) der Musik zu helfen. Das fällt dann aber nicht unter Gefallen tun, sondern da möchte ich schon was für haben. Denn das ist stundenlange Arbeit. Auch wenn es Arbeit ist die mir großen Spaß machen würde (hallo Nerd), darf ich auch dafür was verlangen!

Und sonst so?
Ich versteh manchmal  ziemlich oft meinen Körper nicht.
Ging es mir gestern recht gut (fit, wenig Benommenheit) maß ich meinen Blutdruck: 110/59, die Tage war ich meist bei 90/60.
Heute morgen, weiterhin fit und wach im Kopf (keine fiese Schläfrigkeit), maß ich nochmal: 88/59. Wo man eigentlich kaum noch stehen kann.
Das Gerät misst glaub schon richtig, weil die Werte meist immer ähnlich sind...

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