Samstag, 22. Juli 2017

Die 5 Phasen

Frau Kübler-Ross erkannte in ihrer Hospizarbeit, dass es 5 Phasen des Trauerns gibt.
Diese erlebt man im übrigen auf jeglichen Verlust, sei es Beziehung oder Job ect. Nicht unbedingt in der Reihenfolge und selten nur einmal. Meist dreht man mehrere Schlaufen.



Ich merke, dass ich diese Phasen auch immer wieder durchlebe bezügl. Depression/PTBS:

Phase 1: Das Leugnen:
War "sehr schön" ersichtlich als vor 4 Jahren mein Rentenbescheid kam. In dem stand dass ich ab nun eine volle Erwerbsunfähigkeitsrente beziehen werde. Mit 33 Jahren. Ich denke heute noch teilweise, dass die sich vertan haben. Unterlagen vertauscht. Oder so.
Dass irgendwann mal ein Brief kommt: oh entschuldigung wir haben uns da vertan. Zumal ich eine recht hohe Rente bekomme, dafür, dass mein Lebenslauf immer wieder länger von Krankheitsphasen unterbrochen wurde und wenn ich gearbeitet hatte, dann relativ selten in Vollzeit.
Ich wollte tatsächlich Widerspruch einlegen.
Meine Therapeutin konnte mich überzeugen, es nicht zu tun.

Phase 2: Der Zorn: 
Überkommt mich meist dann, wenn ich etwas nicht schaffe, was ich gerne machen möchte: Eine Verabredung einhalten, zum Vorstellungsgespräch gehen, einen Ausflug machen...
Gepaart mit Verzweiflung: warum? Wieso? Was muss ich noch ändern an mir, damit das klappt...?

Phase 3: Das Verhandeln:
Hier verstricke ich mich sehr oft: wenn ich nur genug Eisen, Magnesium (ect.) zu mir nehme und das und jenes mache (bzw. nicht) dann geht es mir für immer gut! Hat eher so den Charakter von: wenn ich brav bin kommt der Weihnachtsmann vorbei.
Ich verurteile das nicht. Man greift nach sehr vielen Strohhalmen, wenn es einem schlecht geht.

Phase 4: Die Depression:
Äh...ja. Depressiv von der Depression? Ach neee...
Hängt mit der Verzweiflung und dem Zorn zusammen. Ich habe wahnsinnig angst mich gehen zu lassen. Angst, dass ich verwahrlose, nichts mehr schaffe...deswegen vermeide ich auch eher diese Phase und räume trotzdem viel auf, putze und koche, obwohl ich schon kurz vorm zusammenbrechen bin. Ich habe eine sehr gut funktionierende Maske, sodass ich immer wieder drauf angesprochen werde, wie gut ich aussehe, wie das blühende Leben und ja noch "funktioniere" (hier meist unterschiedliche Wortwahl).
Wenn ich mal lache und nen Scherz mache, heißt es gleich: "oh dir geht es heute gut?"
Merke: Als depressiver musst du ungepflegt und in kaputten Klamotten herum laufen und nie ein freundliches Gesicht machen! Schon gar nicht lachen! Strengstens verboten!

Phase 5: Die Akzeptanz:
In der wird mir klar: Hör ma, die haben dich nicht wegen Husten in die EU-Rente geschickt. Schwerbehindertenausweis mit 50 Grad lag auch nicht einfach so in deinem Briefkasten...
Aufhören zu kämpfen.
Was nicht aufgeben heißt.
Sondern die Energie aus dem Widerstand nehmen und für sich nutzen.
Für ein lebenswertes Leben mit der Krankheit.

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