Mittwoch, 14. Juni 2017

Mund zu!

Selbst wenn vorgestern ein Arzt vorbei gekommen wäre, hätte er mich angeschaut und gsagt: "Sie hyperventilieren!"
Nichts anderes war das.
Und ich tue das sehr oft. Nicht heftig (wie man das so aus Film und Funk kennt), dafür chronisch:
Zu oft und hetisch atmen und da die Nase oft zu ist, dann durch den Mund.
Das erschöpft mich aber sehr, ich bin ko wenn ich nur in den 2.Stock gehe.
Erklärt auch warum ich derzeit nach wenigen Metern mit dem Radl in kalten Schweiß und Schwindel ausbreche.
Das Atemmuster (durch Streß der letzten Wochen) hat sich verfestigt.

Vor einigen Tagen war ich auch radeln, sogar recht lange, danach ging es mir gut, ich schlief tief und fest einen Mittagsschlaf. Warum? Ich radelte nur so schnell, dass ich immer gut durch die Nase atmen konnte.
SO EINFACH!
Verdammte Axt!  Aber natürlich freu ich mich, dass es so einfach ist.
In Zukunft werd ich da öfters dran denken: nur so schnell gehen und alles machen, dass ich immer noch gut durch die Nase atmen kann (Ausnahme Sprint zur Bahn, aber das kommt eh selten vor).

 Einige Pioniere der alternativen Medizin haben nun nachgewiesen, dass normaler Sport dem Körper auf Grund der Mundatmung zusätzlichen Stress aufbürden kann. John Douillard zeichnete beispielsweise Daten über das autonome Nervensystem während sportlicher Betätigung auf und verglich hierbei Nasen- und Mundatmung. So konnte er bei der Mundatmung eine erheblich angestiegene Aktivität des Sympathikus, sowie einen signifikanten Abfall der Parasympathikus-Aktivität nachweisen. Diese Messung würde bedeuten, dass wir unter Stress stehen und sich unsere Organe keineswegs erholen können.
Wurde jedoch während der Übungen durch die Nase geatmet, stieg die Aktivität des Sympathikus nicht so stark an. Zusätzliche, steigerte sich auch die Aktivität des Parasympathikus, die während des Atmens durch den Mund abfiel.
Die beiden Nervensysteme arbeiteten Hand in Hand,
erklärte John Douillard.

Atemübungen sind nicht so meins, vor lauter "bloß alles richtig machen" verkrampfe ich wieder und alles wird anstrengend und mir wird schwindlig.
Besser ist: mich um meine chronisch trockene Nase kümmern (Kokosöl, Meerwasserspray, Inhalationen, ectl. auch Creme, nein Nasendusche NICHT) und zwischendurch die Atmung entlasten durch den Kutschersitz oder auf eine Stuhllehne aufstützen, oder nach dem ausatmen die Luft anhalten, das sanft steigern...
Und natürlich entspannen, entspannen, entspannen.

Erklärt auch, warum ich nach einem Menschenkontakt oft so ko bin. Durch das reden holt man eher Luft durch den Mund, ich gerate wieder sehr schnell (da eh schon latent) in die Hyperventilation, das Blutgasgemisch verändert sich wieder: ich bin ausgelaugt und ko.

Ich kenne das Szenario schon von meinem Vater. Der hatte das auch. Immer dieser Schwindel, immer das kaputt sein, nicht arbeiten können, keinen Streß aushalten...das wurde immer schlimmer, irgendwann traute er sich nicht mehr aus dem Auto (wenn wir z.B. einkaufen fuhren) er betrat kein Geschäft mehr, er trieb keinen Sport mehr, er saß immer entweder in der Küche oder im Wohnzimmer...bastelte, schwieg....von daher: ein "gutes" schlechtes Vorbild!

Gut geschrieben auch hier:
 https://wunschleben.wordpress.com/2012/04/16/wuah-hilfe-ich-kriege-keine-luft-hyperventilation/

 https://wunschleben.wordpress.com/2012/04/17/dauer-hyperventilation-teil-2/

Sonst so?
Konnte gestern noch allein im Wald spazieren und etwas radeln...tat ganz gut..davor noch eine Freundin um Hilfe gebeten mit der es abends ein sehr gutes hilfreiches Telefonat gab und dann noch die Thera per Mail um einen Termin gebeten.

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