Sonntag, 21. Mai 2017

Symbiosetrauma

 Es wäre auch zu schön, wenn meine jetzige Zustände nur von Magnesiummangel und Übersäuerung herkommen würde.
Klar ein wenig hilft es schon (die Maßnahmen dagegen) weil ich unter starkem Streß stehe und der nunmal auch Magnesium verbraucht und die Übersäuerung fördert.
Aber die Wahrheit ist, dass ich extrem stark getriggert bin/immer wieder werde.
Allein dadurch, dass ich eine Beziehung mit D. eingegangen bin.
Alle alten (unbewußten!) Ängste von Vereinnahmung, Verstrickung, extremer Anpassung meinerseits, Selbstaufgabe, fehlender Grenzen sind wieder da.

Alles was mit VerBINDlichkeit zu tun hat, also auch ein 450,- Job macht extreme Panik. Jetzt weiß ich, warum ich es manchmal nichtmal zum Vorstellungsgespräch schaffe.
Warum es mich streßt, wenn ich zuviele Termine habe, weil ich mich dann dem Außen anpassen muss und ich das meine ganze Kindheit und Jugend und ein Teil als Erwachsener gemacht habe.
Innerlich abgestellt und funktioniert. DAS triggert.

Ich bin jetzt innerlich immer beim anderen. Ständig unter Druck Erwartungen zu erfüllen. Erreichbar sein zu müssen. Nicht mehr Chef im eigenen Haus/Körper Seele zu sein. Selbst wenn ich sage, dass ich ich heute Zeit für mich brauche und nicht soviel (per Mail/Sms) schreibe, bin ich im Streß. Zumal da noch dazu kommt, dass es ja früher bestraft wurde, wenn ich eigene Bedürfnisse/Wünsche anmeldete.

Verstärkend ist, dass mein Vater mir Geburstagspost schickte und die schöne Ruhe seit Kontaktabbruch nun erstmal wieder vorbei ist. Ich bin aufgewühlt. Ich hatte so sehr gehofft, dass eben nichts kommt, weil ich dann nicht wieder in dem Dilemma bin: was mache ich? Zurückschreiben? Wenn ja was? Wenn nein muss ich mit starken Schuldgefühlen und Verwirrung (bedanke dich wenigstens! Vielleicht hast du dich doch getäuscht und er meinte das alles nicht so  usw.) klar kommen.
Vordergründig habe ich es jetzt erstmal gelöst: Post natürlich weggeworfen. Mental/innerlich bedankt für das Geschenk, mir klar gemacht, welchen Unterschied es macht wenn wir Kontakt haben und wenn nicht und wie gut es mir bei letzterem geht, das allein ist Grund genug. Ich habe mich 37 Jahren nach seinen Bedürfnissen und Willen gerichtet. Jetzt ist Schluß. Die Hoffnung, dass das Verhältnis zwischen uns besser wird, habe ich erst vor kurzem begraben und da muss ich noch nen Schubkarren voll Erde drauf kippen.

Bleibt noch die Frage was ich mit D. mache.
Meine Symptome derzeit sind extrem. Letztens kam noch ein kleiner Streßfaktor dazu als ich draußen unterwegs war und dann wurd der Boden weich/gab nach. So einen Schwindel hatte ich noch nie. Ätzendes Gefühl.
Dazu alles an bekannten alten Symptomen ist wieder da. Im Grunde halte ich derzeit mal wieder aus. Mache irgendwie mit. Weil ich ihn nicht verletzen mag. Ich liebe ihn sehr. So einen lieben Mann hatte ich noch nie (weil ich es mir früher nicht wert war und immer täterähnliche Menschen mir aussuchte). Ich verbringe unglaublich gerne Zeit mit ihm, und das will bei mir was heißen :-)
Eine blöde Zwickmühle ist das....

Ich bin froh, dass diese Art von Trauma (narzisstischer Mißbrauch, Bindungs/Symbiosetrauma) immer mehr in der Fachwelt bekannter wird. Ein Vorreiter ist hier Franz Ruppert
https://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4tsorientierte_Psychotraumatheorie_und_-therapie_nach_Franz_Ruppert
 https://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4tsorientierte_Psychotraumatheorie_und_-therapie_nach_Franz_Ruppert

Deswegen tut es mir gut Dinge zu machen zu erkennen das identitätsstifend ist.

Kommentare:

  1. Könnte es sein, dass du - gerade weil du in D. jemanden hast, den du sehr liebst - innerlich den Zensor hörst, der dir dein Glück jetzt erst recht vermasseln will? So im Sinne von: nur nicht irgendetwas finden, was gut tut, wird sofort bestraft mit Stress und Erwartungsdruck. "Ich, dein Zensor, werde dich nicht glücklich sein lassen".
    Also Zensor = Vater? Familie?
    Offenbar haben deine Bezugspersonen schon ganz früh dann, wenn es dir gut ging, alles sofort zerstört. Nun ist es verinnerlicht. Früh Fremdsabotoge lernen müssen, nun Selbstsabotage. Ich denke, das kennen sehr viele von uns. Also in diesem Sinn mit viel Verständnis einen lieben Gruss zu dir. Ursula

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    1. Hallo liebe Ursula,
      gute Idee, hatte früher viel damit zu tun, ist inzwischen so gut wie weg.
      nein es hatte mit anderem Leid zu tun: zu sehr verstrickt/fixiert.
      Liebe Grüße

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  2. Liebe Regenfrau

    Kann mit dir mitfühlen. Ich wünsche dir, dass das "Aushalten" weniger wird und die Freude am Gemeinsamen überwiegt. Dass der enorme Stress weniger wird, Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug ... Alles Gute!

    Lieber Gruss
    Anne

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    1. Hallo Anne,
      es ist tatsächlich so, dass ich viel auf den Atem konzentriere und dass ich zwischen den Panikflutwellen sehr tiefenentspannt bin...wie Wehen, nur psychisch ;)
      Viele Grüße

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    2. Gut umschrieben ... :) das Atmen vergesse ich manchmal. Wie bei den Wehen ist es soo wichtig ..

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