Sonntag, 28. Mai 2017

Süchte

Wenn ich was von Beziehungssucht hörte oder las, dachte ich immer: Is nicht mein Thema, ich bin nicht süchtig nach Beziehungen (ich rede hier von Liebesbeziehungen), ich kann sehr gut alleine sein.
Ich muss das ein Stück weit revidieren: Ich bin süchtig nach schädlichen Beziehungen!
Nach Beziehungen die mir dasselbe Streßlevel/Adrenalinkicks wie früher (Kindheit) geben. Das bin ich gewohnt, das kenne ich, das macht keine Angst.
Mein Körper packt aber all diese Aufregung nicht mehr und schickt mir altbekannte üble Symptome.
Ich dachte diesmal bei D.: Ha dieses Mal habe ich mir einen lieben Mann gesucht. Auch das stimmt. Aber nur zum Teil. Er hat mich nie schlecht behandelt (immerhin schonmal ein Fortschritt für mich), im Gegenteil: sehr tolerant, hilfsbereit und höflich. Ja er hatte extrem gute Manieren.
Aber....
das wars auch schon.
Grundlegendes fehlte jedoch:
- Verantwortung für sich und seine Gefühle übernehmen? Fehlanzeige. Stattdessen Verdrängung pur.
- gutes Selbstwertgefühl und ausreichend Selbstliebe? Fehlanzeige.
Das alles registrierte ich in der Zeit in der wir uns kennen, schon immer wieder...aber ich war da wenig im Erwachsenen-Ich, sondern mehr im Kindanteil, dass auch bei mir die Verdrängung ansprang UND (wie schon letztens angedeutet) die Hoffnung HEUTE alles besser machen zu können und den Mann dazu zu bringen dass er mich rettet oder andersrum: dass ich ihn rette! ICH helfe ihm, ich mache dass es ihm besser geht...ect...
Die alte Frauen-falle.

Es ist vorbei.
Wir haben uns getrennt.
Zwischen Trauer und Ängsten ist da auch Erleichterung. Ich hätte es eh nicht mehr lange durchgehalten. Die Trigger und die Aufregung waren zu krass.

Kommentare:

  1. Trauer, Ängste und doch Erleichterung, weißt Du, wer weiß schon, ob diese Trennung für immer und ewig sein muss!!! Für jetzt war es halt ok und sicher auch nötig, wer weiß denn schon, ob das noch in einiger Zeit so ist. Zementiert Dir da nichts, was Du gar nicht wissen kannst. Arbeite weiter an Dir und gut ist's.

    Liebe Grüße
    Beate

    AntwortenLöschen
  2. Ne liebe Beate, es ist ein Mann mit Suchtstruktur, damit ein Zusammensein gelingt, müsste er seinen Teil an Verantwortung übernehmen. Sich also bewußter werden (seiner Gefühle und Probleme) und genau das vermeidet er ja. Und ich übernehme seinen Anteil zu meinem dazu.
    Es hilft nichts wenn nur ich an mir arbeite. Er müsste es auch tun.
    Mir wird gerade soviel klar und das alles kann ich gar nicht schreiben ;))
    Aber danke für Deinen Kommentar!
    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  3. Ohh das ist lieb! Danke ;-)
    Wünsche Dir einen ruhigen Tag.

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Regenfrau, das tut mir leid, dass es nicht gestimmt hat. Kann deine Beweggründe verstehen: Wenn man vor der Wahl steht, entweder sich selber oder jemanden anderen zu verlassen ... dann ... Lasse dir einen lieben Gruss da und eine Umarmung ..

    Anne

    AntwortenLöschen
  5. danke Anne,
    ja irgendwie krieg ich die Balance von zusammensein-bei mir bleiben-aber natürlich auchmal beim anderen sein (im Sinne von gesunder Hingabe, aber eben nicht Selbstaufgabe) noch nicht hin.
    Zuviele Jahre hing ich energetisch, emotional ect. bei den anderen...
    Ich bleib dran :-)
    Beste Grüße zurück!

    AntwortenLöschen