Mittwoch, 24. Mai 2017

Die alte Hoffnung...

Aus dem Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben":

Je schwieriger es für Sie ist eine Beziehung zu beenden, die Ihnen nicht gut tut, desto mehr Kindheitselemente sind darin enthalten. Indem sie zu sehr lieben, versuchen Sie, ihre alten Gefühle  von Angst, Wut Frustation und Schmerz zu überwinden.
Die Beziehung abzubrechen hieße demnach, auf die wertvolle Chance zu verzichten, für erlittenes Unrecht entschädigt zu werden und endlich Ruhe zu finden.

Ergänzung von mir: aber nicht nur das, sondern man muss dann auch die Hoffnung begraben, endlich die Liebe und Anerkennung zu bekommen, nach der man sich so sehnt, aber ja eigentlich nicht vom aktuellen Partner, sondern von dem Elternteil von dem man es damals nicht bekam.
Und da jault das innere Kind auf. Extrem schmerzhaft. Und DAS ist der Punkt warum es die On-Off-Beziehungen gibt.

Für mich ein wichtiger Ansatzpunkt. Ein sehr wichtiger.

Ich weiß noch als eine gute Freundin aus der Selbsthilfeszene total zusammenbrach, als ihre Mutter starb. Diese behandelte ihre Tochter immer übel, voller Beschimpfungen und Abwertungen, trotzdem pflegte die Tochter sie im Alter jahrelang. Plus Vollzeitstelle, eigene Kinder (zwar schon größer aber trotzdem) und Ehe und eigener Haushalt...
Und mir fiel es da wie Schuppen vor Augen: Nun gibt es keine Chance mehr, jemals von dieser Mutter ein liebevolles Wort, eine aufmunternde Geste, Liebe und Dankbarkeit zu bekommen.
Das spürte auch die Frau...wenn auch eher unbewußt.

Kommentare:

  1. Das Zitat ist ein echter Volltreffer! Mir ergeht's ja kein bißchen anders. Und wenn dann der (Ex-)Beziehungspartner narzißtische Züge hat, ist es quasi die Mega-Arschkarte. Wir müssen uns das alles selber geben, was die Eltern oder das Elternteil versäumt hat. Schwer, aber sicher nicht gänzlich unmöglich...

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  2. Jau, dann wirds doppelt verstrickt...i know...
    mir gefällt der Text so gut:
    https://www.newslichter.de/2016/11/so-kannst-du-mir-helfen/
    ich glaub wenn wir all das kontinuierlich machen, brauchen wir die unbewußte Hoffnung nicht mehr, dass uns mal ein Mann (wahlweise Job, neue Klamotten ect.) retten und uns hilft...
    Dranbleiben, es hilft wirklich, und schneller und oft erstaunlich besser als man so denkt...

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  3. Liebe Regenfrau, ich hab mir das Buch von Frau Norwood vor kurzem secondhand gekauft, nachdem ich bei dir darüber gelesen hatte. Sehr lehrreich. Mir sind bei mir u meiner Family viele Suchtstrukturen aufgefallen, die ich nie unter diesem Aspekt "Sucht" angrschaut habe. Sehr erhellend ... Danke fürs Teilen deiner Erfahrungen!

    Lieber Gruss
    Anne

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  4. Oh schön, ja sehr erhellend, ich habs jetzt zum 3.mal gelesen und wieder was neues gefunden/entdeckt...
    Die Sucht gerbaucht zu werden (Auch ein Buch) find ich fast noch treffender...
    meine gängigste Frage derzeit: geht mich das was an?
    Weil ich zuschnell zuviel gedanklich im Leben der andere herumdenke ...das tut mir gar nicht gut...
    Liebe Grüße

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