Sonntag, 16. April 2017

Verantwortung

Eines meiner größten Lernthemen in diesem Leben ist: Verantwortung für mich und mein Leben zu übernehmen.
Früher habe ich immer gehofft, dass der andere sich so verhält, dass es mir gut geht und ich keine unangenehmen Gefühle habe.

Verhält er sich nicht so wie es mir gut tut, wird manipuliert, mit Vorwürfen um sich gewofen und Streit angefangen. Hässlicher Streit. Kriegszustand.

In unserer Familie galt das Motto: Sei so wie ich dich haben will/wie ich dich brauche.
Jeder hat am anderen herum gestänkert und herum gedoktort. Muttern hat Vatern vorgeworfen zuhause nichts zu tun und auch nicht arbeiten zu gehen. Vatern warf Mutter vor zuviel zu saufen und fremd zu gehen.
Wir hatten alle möglichen Bedürfnisse der Eltern zu erfülllen, weil es denen ja so schlecht geht.

Ich habe vor ganz vielen jahren in einem Selbsthilfebuch (weiß nicht mehr welches) eine kleine Geschichte gelesen: Die Frau beschwerte sich bei ihrem Therapeuten, dass ihr Freund immer zu spät zu Verabredungen komme. Sie hat schon alles versucht: ihn angeschrien, ihn angebettelt, ihn gefragt WARUM? ihn körperlich angegriffen. Nichts änderte sich. Sie fühlte sich ohnmächtig. Sie konnte nichts tun. ODER? Doch, sie konnte handlungsfähig werden. Der Tip des Therapeuten: Machen Sie sich klar, was sie wollen: Sie können sich selbst eine Wartezeit von 15 Min. ausmachen, wenn er dann nicht da ist überlegen sie sich Plan A und B: Entweder Sie gehen alleine essen/ins Kino/was eben ausgemacht wurde oder fahren wieder heim, oder gehen spazieren, überlegen sie sich etwas was ihnen gefällt.
Als ich das las hab ich gelacht und geweint zugleich. Das war die Lösung für meine Ohnmacht.

Man kann keinen anderen Menschen ändern.
Das ist es was der Spruch meint:
Akzeptiere was du nicht ändern kannst (und ziehe evtl. Konseuenzen auch wenn die nicht schön sind)
und ändere was du ändern kannst (uah das bedeutet Arbeit...ja..aber es gibt ein befriedigendes Gefühl, sein Leben selbst in der Hand zu haben)...
achja und finde natürlich die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden :)

Wenn ich wütend werde, so richtig mit innerem zittern..dann weiß ich bin ich (meistens) getriggert...und zwar geht es genau umd as Thema. Ich hätte in einer Selbsthilfegruppe mal eine Frau fast körperlich angegriffen, weil sie mir ständig dreinredete, dass ich doch keinen Kontaktabbruch zu meiner Familie machen kann. Egal welche Gründe und Argumente ich brachte ich stieß gegen eine Betonwand aus Vermeidung. SIE wollte ihre Gefühle dazu vermeiden, dass ihre Tochter sich nämlich auch langsam zurückzieht, sie wollte diese Angst und Trauer nicht spüren. Ich wollte sie davon überzeugen, warum ich den Kontakt abbreche...Druck gegen Druck.

Es ist ein friedliches Leben wenn man sich um sich kümmert und nicht um das was der andere tun soll.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen