Samstag, 29. April 2017

Eigen/Meins

Ich merke immer wieder wie wichtig das Thema Ichfindung/Identität für mich ist.
Das war ja zuhause nicht erlaubt: Eigene Gefühle, eigene Hobbys, eigene Wege gehen! Ich hatte das zu tun, zu fühlen, zu denken, zu WOLLEN was von mir erwartet wurde. Was die anderen nicht konnten wurde auch mir verwehrt.
Keiner hat bei uns einen höheren Schulabschluß, was bildet sich da jetzt Frau Heller ein auf die Realschule zu wollen? Nix da.
In fremden Gebieten Auto fahren? Undenkbar! Immerhin hat Mutti erst gar kein Führerschein und Papi traut sich nur auf bekannten Landstraßen (keine Autobahn!). Jetzt komm ich daher und fahr in fremde Städte, über Autobahn, ach sogar in andere Länder!!! Unerhört!
Ich hatte zwar ein eigenes Zimmer, was aber noch lange nicht hieß, dass das auch nur mir allein gehörte. Stiefvater konnte jederzeit durch latschen, in sein Büro, Gäste hatten zuvel gesoffen? Egal schlafts euren Rausch in Frau Hellers Bett aus!

UAH!

Ich darf was eigenes haben. Ich darf auch die uralten Geschirrtücher meiner Mutter endlich wegschmeißen und mir neue kaufen (heute getan!) sehr befreiendes Gefühl.
Die Teller werden auch demnächst ausgetauscht (große Vorfreude!).
Dann dürfte langsam aber sicher nichts mehr materielles aus meinem Elternhaus da sein.
Und das ist gut so!

Und sonst so?
Es überkommt mich immer mal wieder ein Schuldgefühl.
Warum?
Weil es mir so gut geht!
Ja.
Endlich die bleiernde Müdigkeit weg. Viel mehr Selbstwertgefühl. Spaß am Leben. Ein tolles neues Radl! Bald eine neue Küche! Einen lieben Mann an meiner Seite! Eine Beschäftigung die mir Spaß macht....
Ja es darf mir nach all dem Morast auch gut gehen...
nur kommt es noch nicht so ganz an bei mir....
Ich übe mich im zulassen :-)

Apropo Küche:
Meine provisorische Küche aus Balkontisch und 2 Herdplatten musste gleich wieder weichen, denn es kam:
The neue Küche.
Also wer schonmal IKEA-Sachen selbst zusammengebaut hat, weiß, dass das manchmal nicht so ganz einfach ist. Aber eine ganze Küche zusammenbauen!!! Na Prost Mahlzeit. Aber keine Sorge, da kommen 2 Junges, die das hoffentlich schon im Schlaf können ....

Kommentare:

  1. :-) Dann also Gratulation zu "The neue Küche". Sich was Neues zu gönnen, kann gewohnheitsbedürftig sein, ja das stimmt! Frage Dich mal, ob Du Jemandem damit schadest. Wenn Du die Frage mit "Nein" beantworten kannst, dann gibt es keinen Grund sich dafür zu schämen.
    Feiere Dein Stück neue Freiheit mit einem guten Essen aus Deiner neuen Küche, wie wäre es damit?
    Leckere Rezepte!!!!!

    .... und ein sonniges Wochenende dazu,
    Beate

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  2. Liebe Beate, Dein Tip ist sooooooooooooooo toll! Den werd ich mir gut merken! Hab vielen vielen Dank dafür! Das stimmt, ich schade ja keinem damit...aber so fühlte es sich oft an. Echt interessant ;) Da gehts mir gleich nochmal ein Stück weit besser.
    Das gibt mehr als EIN leckeres Essen, das kannste glauben ;)))
    Nur zur Info: ich hab die Küche nicht bezahlt (das würde Jahre bei meinem Einkommen dauern) aber ich musste meinen Vermieter immer wieder dran erinnern und auch dieses kostet was, nämlich Kraft und Nerven.
    Dir auch sonnige Tage und liebe Grüße! ;)

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    1. Das habe ich aus Deinen Beiträgen schon herausgelesen, liebe Frau Heller und es war sofort klar, denn Ähnliches habe ich akkurat so erlebt und mit Manchem plage ich mich, wie Du, bis heute. Inzwischen bin ich glücklich darüber zu erkennen, wo es hapert und kann mich Stück für Stück daran machen es in meinem Sinn zu ändern.

      Lieben Gruß!
      Beate

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