Freitag, 3. März 2017

Rückzug

Ich konnt das manchmal nicht so recht verstehen, wenn sich jemand total zurück zog, weil es ihm nicht gut ging.

Vielleicht hatte ich aber auch einfach einen Widerstand dagegen, weil ich ja immer noch mein "müssen" hatte. Egal wie wenig Bock ich hatte, den Brief an die Brieffreundin schrieb ich doch noch irgendwie "weil die kann ich ja nicht 2 Monate warten lassen!".
Wie gesagt.
Immer schön brav und lieb und höflich sein.

Das geht mir zunehmend flöten.
Ich KANN gerade schlichtergreifend nichts tun, worauf ich auch keinen Bock habe. Ich KANN mich nicht mehr, wie früher, nochmal dazu zwingen.
Schon gar nicht im zwischenmenschlichen Bereich.
Lächeln. Tür aufhalten. Nachfragen. Mich melden.
Nix da.
Es GEHT einfach nicht mehr. Das Maß ist voll.
Ich will meine Ruhe. Im Wald. Im Bett. Hauptsache allein.
Only und ausschließlich um meinen Kram kümmern!
Oberflächliche Kommunikation geht noch. Gaaanz ganz kurz. Ansonsten krieg ich schon wieder Aggros und ausgefahrene Mittelfinger.
Wirklich nahe Kommunikation geht überhaupt nicht (vielleicht gabs auch deswegen die Mißverständnisse in der Thera).

Und erstaunlicherweise fühlt sich das gut an. Kraftvoll. Eigenmächtig. Eben nicht so ohnmächtig. Eigenständig.
Wesentlich besser als depressiv/phobisch.

Auslöser waren definitv die Jobkündigung und die Sache mit D.
Beides wichtige Säulen in meinem Leben.
Weggebrochen.
Deswegen nun Rückzug. Wunden versorgen. Schutz suchen. Für Sicherheit sorgen.

Kommentare:

  1. Du hast zum Glück diese Schatzkiste "totaler Rückzug" zur Verfügung und nützt sie - auch wenn "die Gesellschaft" das eher verpönt. Mir macht das Mut, und du bist mir darin ein echtes Vorbild. Möge dir das Alleinsein helfen beim Wunden versorgen.
    Herzlich, Ursula

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  2. Danke liebe Ursula für Deinen Zuspruch.
    Manchmal werd ich auch ganz demütig für den Freiraum "Rente"...
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

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