Dienstag, 28. März 2017

Er & ich vs. Realität

Gestern mit einem Kumpel aneinander geraten.
Auslöser war eine blöde SMS von mir vorgestern. Ich hatte mich recht schnell von selbst entschuldigt und versichert, dass das nicht so gemeint war.
Doch die Lawine war schon im Gang. Bzw. sein Film:
Alles was in Richtung Kritik geht oder nur den Hauch einer (vermeintlichen!) Ablehnung seiner Person geht, fühlt er sich SOFORT zutiefst gekränkt...da fängts an zu qualmen.
Aber schon extrem, da kommt eine Wut und ein Trotz hervor, das ist unglaublich! Da rast und schimpft er wie eine Horde wild gewordener Wildschweine! Und es prasselt nur so an Vorwürfen:

- du hast mich warm gehalten (Hä? ich machte ihm nicht mal Avancen!)
- dich mit anderen Männern rumgetrieben (HM? Sind wir verheiratet? Das geht ihn doch nichts an...)
- du hast....du bist....in einer Tour!
Uralte und alte Fehler, Ausrutscher... wurden wieder hervor geholt, wieder durchgekaut, ich kam mir vor die das allergrößte Miststück auf dieser Welt.
Fehler, Unzulänglichkeiten, Schwächen seinerseits gibt es natürlich nicht...die Eifersucht brodelt, die Angst nicht geliebt zu werden ist übergroß.

Das Vorwürfe einen nicht weiter bringen (Druck erzeugt Gegendruck)...naja manchen muss man das halt auch erst sagen, dass dem so ist.

Käme mal ein: Ich fühle, wünsche, hätte gerne, würde.....(ich weiß ist zuviel verlangt von einem Mann), würde es aber das Ganz sofort verändern.
Wenn jemand von sich spricht macht mich das offener, ich höre zu, aha wie geht es ihm damit, was denkt, fühlt, wünscht er sich? Man bleibt sich nahe, in einem wirklichen Gespräch.

Früher versuchte ich all seine (falschen) Anschuldigungen noch zu verteidigen, ihm meine Sicht nahe bringen, sagen wie es wirklich ist.
Nur: Ich kam nie zu ihm durch. Er ist so in seine Raserei gefangen, dass ihn angeblich keiner mag und uralte Verletzungen von anderen Frauen platzen wahrscheinlich auch noch auf.... usw...da ist jegliche Intervention sinnlos.

Also ging ich einen Schritt zur Seite, atmete tief durch und machte das was ich mir auch vom anderen wünschte: Ich erzählte von mir: wie ich das sehe (ohne ihn überzeugen zu wollen!) was ich fühle, was ich denke, wie es mir geht.
Hat zwar leider leider auch nichts gebracht im Sinne von: wir kommen miteinander in ein wirkliches Gespräch, aber meine Nerven wurden wesentlich mehr geschont.

Ich hab ihm all die Jahre immer wieder gesagt und gezeigt wie sehr ich ihn mag. Aber bei seinem so schlechten Selbstwertgefühl reicht eine ungünstig formulierte SMS und er wettert erst, um sich dann schweigend zurück zu ziehen. Um dann alle Welt und die ganzen Menschen zu verteufeln und lieber allleine bleiben denn da kann einem ja keiner mehr weh tun.
Er hat so große Angst vor einem Nein, dass er nicht mal Vorschläge bringt sich zu treffen. Ich könnte ja nein sagen, nein weil ich grad keine Zeit habe oder lieber allein bleiben will, was aber nichts mit seiner Person zu tun hat! Er dreht es sich aber so hin und um diesen Schmerz nicht zu begegnen fragt er nie: gehen wir schwimmen?

Schade, schade.
Wahrscheinlich ist auch ein wenig Selbstreflexion (bezgl. eigener Gefühle) und eingestehen von Wünschen, Bedürfnissen von ihm zu viel verlangt. Verdrängen, mauern, anschuldigen, schräge Behauptungen aufstellen...das kenn ich doch von irgendwoher?....

Fazit:
Wir haben beide Angst vor Nähe und halten uns durch unterschiedliche Spielchen auf Abstand.
Er hat Angst vor Nähe, weil er den eventuellen Schmerz der Trennung nicht aushält (oder haben will wie auch immer).
Ich habe Angst vor Nähe, weil ich nicht mehr so massiv vereinnahmt werden möchte und Angst vor Abhängigkeit habe.
Aber im Grunde mögen wir uns beide sehr.
Vielleicht können wir diesen circulus vitiosus durchbrechen.
Das wäre schön.

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