Freitag, 17. Februar 2017

Wochenrückblick

Diese Woche war etwas besser, aber auch sehr wechselhaft.

- geschaut: manchmal tut es gut was witziges zu schauen und wenn es nur "Fail-"Videos sind, natürlich nicht die wo sich ernsthaft jemand weh tut.

- eingefallen: schon lange suche ich ein neues Meditationsbuch. Ich lese seit Jahren die täglichen Sprüche aus *Kraft zum Loslassen*, sowas in der Art suchte ich. Fand nix passendes. Nun eingefallen, dass ich ja hier einen Seelenordner habe, in dem ich einfach Geschichten, Sprüche, Entdeckungen, Unterlagen aus Kliniken ect. lieblos abheftete. Der wird jetzt aufgehübscht. Dabei wieder entdeckt: wie beruhigend und heilsam es ist mit der Hand etwas abzuschreiben. Ich glaub auch deswegen liebte ich die Schulzeit (also nicht die ganze) so.

- Kopf geschüttelt: Weiter ein wenig zu Megnsium/Vitamin D gelesen. Dabei mehrmals über Beiträge von Männern gestolpert die u.a. ihre Ferritinwerte angaben: Alle über 70. Und unsereiner krebst mit den 25 rum (wir aber sehr langsam auch höher dank Tabletten).

- gedacht: Die vollverschleierten Frauen müssen ja einen irren Vitamin D Mangel haben! Wenn ich könnte wie ich wollte, würd ich gern solche Sachen die mich interessieren heraus finden. Indem ich solche Untersuchungen machen/organisieren würde.
Bei den Gedanken an diese Vollverschleierung ist mir noch so eine Frage eingefallen: ob es denn in diesen Ländern überhaupt einen Absatzmarkt für Lockenwickler (ect.) gibt?

- genossen: kann immer mal wieder die Trödelzeit genießen. Mich treiben lassen, ohne inneren Antreiber oder vermeintlichen Erwartungserfüllungen im Kopf. Tut sehr gut...

- wer sagt eigentlich das schnell gleich besser ist? Ich übe mich in Langsamkeit.

- geschaut: ich war auf dem One-Billion-Rising in München. Erschreckend wenig Leute waren da...Vor 4 Jahren war da richtig was los.

- wieder gemerkt: 2 Tage ohne Mittagsschlaf und ich bin am Ende. Von gestern auf heute 12 Stunden durchgeschlafen. Trotzdem bin ich weiterhin sehr schwach:
- gehört: kraftvolles Lied:
https://www.youtube.com/watch?v=ApvuHIuNlsI&list=RDalXaIc8iv3w&index=16

- gekauft: In einem sehr alten (und sehr vollen) Bücherladen (nicht einer von den sterilen Filialketten, sondern da hat der Chef noch selber an-und verkauft) ein Buch gefunden: Der gehemmte Mensch. Von 1940. Das ist noch eine ganz adere Schreibe. Viel menschlicher und mit mehr Herzblut.  Nicht diese fachmännischen, abgehobenen, überheblichen Monologe was man heute so zu lesen bekommt. Hab mal ein wenig nach dem Autor gesucht..manche sagen, lieber essen sie eine Streichholzschachtel als dieses schwerfällige Zeug zu lesen (hmm..), andere verweisen auf die 1.Auflage (ich hab die 2.) in der sehr wohl noch von Nazi-Prinzipien zu lesen war, die dann aber mühsam umgeändert/gelöscht wurden, auch hier: http://www.psychologie-guide.de/harald-schultz-hencke-gehemmtheit.html
is nicht sooo erfreuliches über das Buch zu lesen, wenn der Autor das so wirklich schrieb (ala derjenige muss sich ja nur anstrengen, nicht so bequem sein ect. fliegt das Teil in hohen Bogen in Papiercontainer)
 leider ist hier der Ton ähnlich: http://www.beobachter.ch/leben-gesundheit/psychologie/artikel/koni-rohner-zu-gehemmtheit_bin-ich-faul-oder-verklemmt/# (schon der Satz lässt kotzen: Deshalb sind krankhaft gehemmte Menschen auch kein Gewinn für die Gemeinschaft.
Na ich werd mal weiterlesen...und ich bekam den Schwarten für 5,- während man im Netz schon mal 50,- dafür zahlen "darf".
Dafür wurde ich auch gleich in ein Gespräch verwickelt (wär in der sterilen Filialkette nicht passiert) dass davon (zeigte auf den Titel) bei mir ja nicht die Rede sein könne...woraufhin mir natürlich prompt heiß wurde und ich mich schnell vom Acker machte....

gegessen: Bei frühlingshaften Temperaturen in der Sonne: Erdbeeren mit frischer Sahne. Würd ich mir jetzt ja niemalsnie kaufen, gabs aber bei der Tafel.

Gedanken zur Depression:
- gefunden: http://nora-fieling.de/wie-ich-aus-meiner-letzten-depression-kam/
auch ich bin momentan wieder sehr in dem "du musst" "das erwartet man von dir" "du sollst" gefangen. Was aber wenn mir auch nach 3 Wochen im Bett wäre? Ich will das jetzt nicht diskutieren, ob das gut ist, einzig DAS es mal ein Arzt empfahl find ich schon heilsam.
Dazu passt wieder mal Bütler:

  Die depressiven Menschen haben sich von sich selbst entfremdet. Es ist Ausdruck der Selbstentfremdung wenn ein Mensch nie bei sich ist, nicht weiß wer er ist, was er empfindet oder will. Nur da sein in Bezug auf andere, nur wahrnehmen und intuitiv erfassen, was die anderen wollen, ist ebenso Ursache der depressiven Entwicklung wie das Resultat der Selbstentfremdung. Ein solcher Mensch lebt nicht wirklich, nimmt sich nicht wirklich wahr, oder dann, wenn er in sich hinein schaut, erkennt er nur eine Leere, ein Nichts oder dann bestenfalls ein Mischmasch von Gefühlen, Spannungen und diffusen Schuldgefühlen.
Deshalb ist einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste Teil des Heilungsprozesses: Zu sich kommen – bei sich bleiben – Gefühle ernst nehmen und verstehen.
Die Echtheit und Ehrlichkeit der Gefühle ist die Legitimation, auf sie zu hören und sich auf sie zu verlassen. Je mehr die depressiven Menschen auf ihre Kopfstimme hören, dem Verstand und seine Argumenten vertrauen, umso weiter weg sind sie von ihren Gefühlen und von sich selbst.
Die Kopfstimme ist bei depressiven Menschen schneller als die Gefühle und das Handeln ist schneller als der Verstand. Diese Rangordnung umzustürzen, diese eingeschliffenen Mechanismen zu durchbrechen, darum geht es.“


Die erlernten Überforderungsmuster der Depressiven:


1. Depressive Menschen sind ständig bestrebt, die tatsächlichen oder vermeintlichen Erwartungen anderer zu erfüllen. Müssen und nicht wollen ist ihre Lebensdevise.
2. Depressive Menschen sind ihr Leben lang bemüht, allen alles recht zu machen. Sie „müssen“ alles tun, ihre eigenen Erwartungen und die der anderen erfüllen und zufrieden stellen.
Eine Zufriedenheit mit sich selbst gibt es nicht.
3. Ihre ganze Aufmerksamkeit ist auf andere ausgerichtet. Was in ihnen geschieht, sehen sie nicht, was sie fühlen, zählt nicht und wer sie sind, wissen sie nicht. Sie geben sich keinen Wert und keine Bedeutung.
4. Sie stellen sich laufend in den Hintergrund, übergehen und vernachlässigen sich.
5. Sie überfordern sich chronisch mit übersteigerten Anforderungen an sich.
6. Sie überfordern sich, in dem sie ständig über ihre physischen und psychischen Grenzen gehen und sich damit schwächen und verletzen.
7. Immer und überall fühlen sie sich verantwortlich, ohne je vor sich genügen zu können.
Dies alles machen sie ohne Selbstvertrauen, ohne sicheren Boden unter den Füßen.

Das zermürbt. Und lange mag dies gut gehen, die latente Depression wird geahnt aber wie alles an sich selbst, nicht ernst genommen. Bis der totale Zusammenbruch kommt, in dem nichts mehr geht, die manifeste Depression ist da.

Immer geht’s ums 'müssen' nie ums 'wollen' und dieses 'müssen' passiert von ganz alleine, ohne das man sich gefragt hat, ob man dieses oder jenes tun will, man agiert und springt sofort und tut und macht, es ist wie ein Zwang.

Der Ausstieg geht nur über das Verstehen und Verändern eben dieser Muster.
Das ist mühsam und hart, denn man spürt sich selbst gar nicht richtig, man muss lernen auf sich zu hören und immer bei sich zu bleiben. Kleine Brötchen sind nun zu backen, aber die schmecken ja auch und nähren.

Aussage einer Betroffenen:
„Ich kümmere mich jetzt um mich und damit habe ich genug zu tun. Jetzt bin ich dankbar, dass mir die kleinen Schritte gelingen, auch wenn die anderen meinen, dass ich nichts tue und dass sich bei mir nichts bewegt.
Was ich mir immer vornehmen muss, ist genau zu spüren, was ich will und wie es mir geht. Das ist anstrengend und macht mich manchmal auch ungeduldig und unzufrieden, dass es nicht automatisch passiert, dass ich mich immer so sehr drauf konzentrieren muss.“

Im Sichspüren im Hier und Jetzt verändern sich die depressiven Muster. Und jede Veränderung so schwierig sie im Moment auch erscheint, gibt eine innere Zufriedenheit und das Gefühl der Stimmigkeit.

Und nur um das geht es:
hinhören und spüren, was im Moment möglich ist und was sie sich im Moment zutrauen. Nur das machen und sich soviel vornehmen, wie sie spüren, dass es im Moment richtig ist.
Diese Anstrengung wird gern umgangen: Man nimmt Tabletten und ist schnell wieder fit und funktionsfähig.
Und gut drauf. Mehr wollte man doch gar nicht.
Aber merke: Der Körper und die Seele lassen diesen weiteren Raubbau an sich, nicht mehr zu!
Irgendwann kommt die Rechnung.

(aus dem Buch *Endlich frei* von Giger-Bütler)

Die Kraft reicht nicht mehr zum Sichaufraffen und um sich in gewohnten Gleisen zu bewegen.
Der Kopf will vielfach noch, lehnt sich auf, aber der Körper reagiert nicht mehr....wenn die Überforderung zu nachhaltig und die physische und psychische Belastung zu groß wird, dann greift irgendwann einmal die Erholung nicht mehr...
die Müdigkeit ist immer existenziell und lebensbedrohlich. Sie ist so sehr verknüpft mit dem Gefühl vom Abgrund, vom Ende und irgendwann einmal so klar mit der Einsicht verbunden "jetzt kann ich nicht mehr, jetzt geht nichts mehr".…

Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen. Und das tue ich. Immer wieder.
Deswegen werde ich dieses Wochenende "bütlern": in mich hören: was will ich wirklich? Jetzt in diesem Moment? Und was meine ich nur tun zu müssen, weil...

Wie meinte eine frühere Freundin mal: "ich will mich als Beziehungswesen erleben. Eine gute Beziehung zu mir selbst aufbauen. Wenn ich mich aber immer selbst ignoriere und mich dicht mache (Anm. von mir: das müssen keine stofflichen Süchte sein wie Alkohol, Zigaretten, Drogen, Zucker, generell Essen, sondern auch Aktionismus - nie nur Ruhe kommen, PC-, Kauf- oder Beziehungssucht, sich ständig mit was anderem außer sich selbst beschäftigen) kann ich ja nie spüren wonach mir ist und was ich will.
Wenn mich mein Partner so behandelt, wie ich mich selbst, hätte ich ihn schon längst verlassen..."

Diese Freundin schenkte mir das Buch (auch von Giger-Bütler) "Sie haben es doch gut gemeint". Ich hätte mir das Buch NIE selber gekauft, weil sich bei dem Satz mir alle Eingeweide umdrehen (zuoft in Bezug auf meine Eltern gehört).
Blöderweise geht es in dem Buch auch viel um Familie/Kindheit, was meinen Widerwillen nur verstärkte.
Bis ich es nach Jahren schnallte: Der Autor meinte mit dem Satz die Depressiven!!! Die richten sich imemr nach anderen, machen und tun "weil sie es ja nur gut meinen" und sich dabei selber schaden.
Es wird also nichts beschönigt, verharmlost wo es um Mißbrauch ect. geht, wie ich immer dachte.
Ja auch ich habe es nur gut gemeint, in dem ich wirklich glaubte meine Mutter vor dem Alkohol und üblen Männergeschichten retten zu können oder meinem Vater vor seiner Einsamkeit. Ich dachte wirklich ich könne die Familie retten. Ich wollte das alles wieder gut wird.
Deswegen habe ich all die für mich schädlichen Verhaltensweisen angewandt...

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