Montag, 9. Januar 2017

Belastungsgrenze

Sagen wir so, der Dezember war gefühlt und auch ganz praktisch gesehen ein "normaler" Monat. Will heißen: ich hatte viel zu tun und war viel unterwegs. Das war gut und schön.
Aber ich merke jetzt auch, dass die Zeiten in denen ich das kann, immer kürzer werden. Und die Erholungszeiten länger.
Hab ich früher noch Jahre "durchgehalten" (mit Job und Freizeitaktivitäten) sind es jetzt nur noch wenige Wochen.

Mögen die Müdigkeit und Benommenheit nun viel weniger sein, die Laune wieder gut, so ist doch noch genug da, was mich nicht Vollzeit arbeiten und zurückgezogen leben lässt.
Die niedrige Belastungsgrenze. Meine dünnen Nerven.
Ich bin weiterhin sehr schreckhaft und gestern der Spaziergang war weder schön noch erholsam, einfach weil zuviele Menschen unterwegs waren.

Wenn sowenig Kräfte da sind, wie im Moment, geht halt kein zusätzlicher Streß. Und Menschenkontakt IST fast immer Streß für mich. Selbst wenn ich den Menschen mag und das Zusammensein genieße, ich bin immer angespannt.
Ich bin schon mit vielen Menschen in Kontakt, aber es muss ein selbstbestimmter sein (Menschenmenge im Supermarkt ist es nicht).

Ich genieße nach den kleinen Urlauben wieder meine Wohnung. Genieße das heimelige Gefühl und den schönen Rückzugsort.
Auch Termine stressen mich nicht, weil ich fast keine ausmache im Moment.
Morgen werde ich zwar evtl. nach München fahren, aber nicht zum Frauenkreis gehen. Viel zu viel Streß.

Dass mein geplanter Sport-VHS-Kurs wegen mangelnder Teilnehmer ganz abgesagt wurde, erleichtert mich inzwischen.
Ich liebe es meinen Sport zuhause zu machen. Erst heute 1 Stunde Muskelaufbau dank Video. Ich kann es in meinem Tempo machen, mit Pausen wann und wieviel ich brauche ohne von Schamattacken überflutet zu werden, mein Puls geht nicht schon beim Aufwärmen in ungeahnte Höhen weil ich keinen sozialen Streß in der Gruppe habe, ich kann anziehen was ich will, ohne mir Gedanken machen zu müssen, wie das jetzt aussieht und auch jegliche andere Peinlichkeiten bleiben mir erspart.

Eigentlich wollte ich nun im Winter wieder mit Schlittschulaufen beginnen. Als Ausgleich zum fehlenden radeln. Als Jugendliche habe ich mich sehr gekonnt und sicher auf dem Eis bewegt. Davon ist nichts mehr übrig. Die Angst zu stürzen, das wackelige Gefühl, das harte Eis, die dünnen scharfen Kuven (beim Sturz gleich die Hände vom Eis nehmen, nicht dass der Nachfolger über die Finger rauscht !) erhöht meine ohnehin schon sehr hohe Anspannung.
Von daher lasse ich das lieber und verkaufe die ganz neuen Schuhe (Hartschale Gr. 41 wer Interesse hat, kann sich gerne melden) und habe mir stattdessen 2 Thera-Bänder für die Gymnastik gekauft. Das liegt mir eher.

Das mag jetzt Ausweichverhalten sein, aber ehrlich gesagt ist auch das mir vollkommen wurscht.
Ich glaube nicht grundsätzlich daran, dass der Mensch ein Herdentier ist.
Es gibt eben Ausnahmen.
Eine davon bin ich.
Und das ist okay!

Kommentare:

  1. Liebe Luzia

    Du klingst sehr bewusst und weisst, was dir guttut. Das ist gewachsene Selbsterfahrung. Was für andere stimmt, muss ja für dich nicht auch stimmen.

    Lieber Gruss
    Anne

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  2. Hallo Anne,

    ja das schon und manchmal da gibt es Zeiten da kann ich das auch gut so annehmen wie ich bin und manchmal nervt es einfach tierisch...

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