Freitag, 30. Dezember 2016

Die volle Fülle

Ich fühle mich nun doch etwa von all der Fülle leicht erschlagen...
Ich merke, dass es da auch bei mir ein Auf und Ab gibt.
Ich kann nicht absolut minimalistisch leben.
Ich will auch gewisse Dinge haben.
Aber eben nicht immer. Und dann kommt der Punkt wo ich wieder aufräume. Das heißt nicht, dass ich alles wegwerfe. Aber im Bad zum Beispiel räume ich wieder mehr weg. In Schränke. Dann benutze ich ein paar Wochen die Augencreme nicht mehr und es steht nur 1 Duschgel da.
Das für mich zu erkennen (es gibt nicht entweder oder, sondern sowohl als auch... in Zyklen) tut mir sehr gut und gibt mir ein Befreiungsgefühl.

Mein Teppisch unter dem Tisch (recht groß) fliegt im Frühjahr hinaus. Ich brauch immer ewig um den abzusaugen, weil sich wirklich jeder Krümel darin verfängt und bei dunkelrot sieht man das halt auch gut. Außerdem ist er selbst nach allen möglichen Behandlungen immer noch wellig, was mich echt nervt.

Auch das neu bestellte Rückenheizkissen geht wieder zurück.
1. sooo warm ist es gar nicht, da hilft für die schmerzenden Stellen immer noch die gute alte Wärmflasche die weniger Strom frisst.
2. 40,-Euro find ich dafür (das es mich nicht total begeistert) auch recht viel.
3. wieder ein Teil das hier rumliegt, weil man es ja doch immer greifbar haben möchte.

Warum es so wichtig ist mal nichts zu tun, wird hier gut erklärt.
Was da so im Hirn passiert.
Ich merke das sehr konkret in einem Overload wenn ich mir zuwenig Zeit zum verarbeiten gebe. Das introvertierte Gehirn braucht dafür auch viel mehr Raum/Zeit als andere (extro).

https://www.youtube.com/watch?v=8wNf-KMsSSI

Ebenso ein angenehmes Video mit tollen Überlegungen zu "Minimalist sein" gibts hier:
 https://www.youtube.com/watch?v=0UXabDk_mhs


Und dann wünsch ich Euch allen auch schon einen guten Rutsch, habt eine angenehme Silveternacht ganz in Eurem Sinne und wir lesen uns dann wieder im neuen Jahr!
Ich freu mich drauf ;)

(gerade gesehen, passend ist dies mein 300. Post in diesem Blog)

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Ein etwas anderer Mädlsabend

M. kenne ich seit etwas über 3 Jahren.
Als Mann.
Obwohl wir uns selten sehen, war da (zumindest auf meiner Seite) sehr früh ein Gefühl der Vertrautheit und Nähe und u.a. deswegen fragte ich ihn vor einem Jahr ob wir zusammen in Urlaub fahren wollen.
Er wollte und wir taten es und es wurden schöne Tage.

Wegen dieser Vertrautheit sagte ich ihm ebenfalls relativ schnell, was bei mir so los ist (EU-Rente, schwierige Familienverhältnisse, anstrengende Vergangenheit). Und obwohl er aus völlig anderen Verhältnissen kommt und mit Krankheit und Problemen weitgehenst verschont blieb akzeptierte er mich so wie ich bin, auch wenn er wenig von meiner Situation verstand.

So öffnete auch er sich und erzählte mir eines Tages, dass er ab und zu sonntags zuhause alleine gerne Frauenkleider anziehe. Sich auch schminke und so richtig zur Frau wurde.
Ich fand das höchst interessant und wir unterhielten uns lange darüber.
Über 40 Jahre versteckte er diese seine Leidenschaft, aber es fiel ihm zusehend schwerer.
Dank Internet traute er sich immer mehr damit hinaus zu gehen und so andere Menschen mit dieser Vorliebe zu kontaktieren. Auch eine Frau war darunter und die beiden verliebten sich. Ein Traum wurde für ihn wahr!

Sie ermunterte ihn doch auf den Christopher Street Day zu gehen. Als Frau natürlich. Und so kam der Tag als er das erste mal sich verkleidet in die Öffentlichkeit hinaus traute. Welch Aufregung! Welch Angst!

Alles lief gut.
Die neue Frau an seiner Seite ermunterte ihn immer mehr seine Leidenschaft auszuleben. Der Kleiderschrank wurde erweitert, ein Urlaub im Ausland stand ganz unter dem Motto FRAU. Selbst am Strand ließ er Perücke auf und zog sich einen Badeanzug an. Welch Mut!

Ich ließ ihn wissen, dass ich ihn gerne mal so anders sehen möchte. Aber mehr als ein Foto kam nicht dabei heraus. Ok, ich wollte auch nicht aufdringlich sein.
Gestern Abend aber war es soweit. Ganz schüchtern fragte er nachmittags an, ob er als Crossdresser kommen dürfe, ich solle aber ruhig sagen wenn es mir unangenehm wäre.
Nein! Ich spürte so eine Freude und ein Glück in mir, ihn/sie mal zu sehen!
Und natürlich seine Freundin kennen zu lernen.

Was soll ich sagen...pures ergriffen sein, eine Gänsehaut und ein Strahlen überkamen mich als da eine sehr geschackvoll gekleidete Dame vor mir stand!
Nie hatte ich eine so enge Freundin mit der ich Kleidung oder Accessoirs ausgetauscht hätte, gemeinsames shopping stresste mich nur  und das meiste Frauengehabe fand ich nur peinlich.
All das war weg. Die Vertrautheit war größer denn je. Ganz bestimmt kennen wir uns aus einem anderen Leben. Daran glaube ich!

Wir tauschten uns aus über Nagellackfarben und Bekleidungsgeschäfte für große Frauen, diskutierten über Geschlechterrollen und Erlebnisse als Frau oder Mann und erzähllten natürlich das ganz alltägliche was uns eben so beschäftigt derzeit.
Auch seine Freundin war mir höchst sympathisch. Eine sensible, intelligente Frau mit viel Humor.
Ein heiterer, unterhaltsamer Abend mit viel Gefühl und kulinarischen Köstlichkeiten!

Mittwoch, 28. Dezember 2016

So ist das...

...wenn einem das Herz übergeht...
hach...Hach...HACH! :-)

Heute kam nochmal ein vollbepacktes Päckchen an! (wieder von unerwarteter Seite).
Und wie jedes Jahr der Gutschein zum Einkaufen hier im Dorf, was ich auch gleich gemacht habe und so leckere tolle Sachen mitgenommen habe...
der Nachmittag wird jetzt etwas ruhiger (ich merke, dass die Reiseanspannung nachlässt und angenehme Erschöpfung sich breit macht) um dann abends mit Freunden beim Griechen essen zu gehen...

Ich fühle mich unglaublich reich.
Das ist der Vorteil einer materiell kargen Kindheit. Man kann später jede Kleinigkeit umso mehr schätzen.
Und das tue ich gerne und ausgiebig!

Dienstag, 27. Dezember 2016

Weihnachtsrückblick

Ort: Ostsee

gefühlt: viel. Hauptsache Freude, leider auch eine massive Attacke der sozialen Phobie, hat mich etwas ausgehebelt, brauchte einen Nachmittag um damit klar zu kommen und heraus zu finden warum das jetzt so heftig ist und natürlich der Kampf: innere/äußere Erwartungen wie dieser Urlaub zu sein hat versus erstmal wieder innere Sicherheit herstellen.

geatmet: viel frische Seeluft *Glück*!

gelesen: Luisa Francia (wie immer wenn ich wegfahre, diesmal ihr Rückenbuch, sehr passend!) und: das Beste was wir tun können, ist nichts von Björn Kern

festgestellt: TV ist definitiv hirnerweichend (weswegen ich seit 16 Jahren keinen mehr besitze)

Erkenntnis: auch ganz viel, hauptsächlich über mich selbst, viel Tagebuch geschrieben

verrückt:
abends im dunkeln, nackt auf den Balkon gestellt, über mir der blanke Himmel, ich inmitten im strömenden sturmgepeitschten Regen. Herrlich!

gesehen/gemacht:
ich mag ja Wind nicht so, aber wenn, wie dort, er nur aus einer Richtung kommt, gehts besser.

Nach Ankunft schnell Appartment beziehen, Rest einkaufen und dann die 300m über die Düne zum Strand:

Ohhh kribbelnde Vorfreude:

Jeahh!!!

3 Jahre nicht gesehen und erstmal in Tränen ausgebrochen und gelacht gleichzeitig. Meer mein kleiner großer Freund!
Stürmig und nieselig war es meistens, mir aber vollkommen wurscht, viel wichtiger: 3 Kilometer Strand fast immer menschenleer!

Auf der Seebrücke ein wenig Weihnachtsstimmung...

Ahhh dieses rauschen und branden....hier auch mal mit etwas diesiger Sonne...
Nirgends so schnell wie am Meer komm ich in meine spirituelle Seite. Kopf aus und einfach nach innen schauen und fühlen, machte ein  spontan eingefallenes Steine-ritual, summte und brummte vo mich hin und kam einfach wieder vollkommen bei mir an...ahhhh

Abends in der kleinen Wohnung dann Kaminfeuer im TV. Das Appartmenthaus war so gut wie leer, Glück für mich, weil es extrem hellhörig war. Ganz oben im 3.Stock, ganz am Rande in einer Ecke, ließ es sich ganz gut hausen.
Drum herum gab es noch allerlei Beschäftigungmöglichkeiten, was es halt in so einem Ferienpark alles gibt. Aber das juckte mich nicht. Außer das Fish-Spa gönnte ich mir. Knabberfische machen die Füße wieder hübsch. 15 Minuten hängt man seine Füße ins Aquarium und schon stürmen die hungrigen Mäuler los. Wohliges kribbeln und entspanntes Sein. Witzig!

Recht kleine Hochlandrinder
 Viele Spaziergänge genoß ich, und bei einem längeren kam ich bei diesen imposanten Bäumen vorbei. Die wuchsen so! Das waren keine umgestürzten. Ein Baum der sich auf der Erde wieder abstützt. Irgendwie rührend. Hatten trotzdem was majestätisches an sich. Ich fühle mich mit Bäumen sehr verbunden....

Kurz bevors dunkel wurde, natürlich nochmal an den Strand (ja ich war da sehr oft, musste ich ja ausnutzen). Unbeschreibliche Gefühle....

So siehts dann im Sommer dort aus (das Bild hing am Eingang), allerdings auch mit wesentlich mehr Menschen...


Alles in allem sehr gelungen. Auch die Zugfahrten (jeweils gut über 8 Stunden) gingen gut, auch wenn die Anspannung recht hoch war, gelang mir teilweise eine gute Selbstfürsorge.
Spaß gemacht hat auch das Fitneßstudio direkt im Erdgeschoß des Hauses (deswegen nahm ich auch dieses und kein anderes). Jetzt wo ich nicht gleich bei einer 2 Kilotasche in Atemnot und Schweißausbrüche komme, tobte ich mich auf dem Stepper und an den Kraftgeräten aus.

Auch die Bescherung fiel reichlich aus, teils von ganz unerwarteten Seiten, was mich umso mehr freute. Etwas gewonnen habe ich auch noch und eine Bewerbung ging heute ebenso raus. Diese Glückssträhne muss ich ja nutzen :)

Jetzt ist aber auch viel aufräumen, waschen und ausmisten angesagt. Wie immer bei mir "zwischen den Jahren". Die Weihnachtsdeko kommt ebenfalls weg, damit ich unbelastet und sauber ins neue Jahr starten kann ;)

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Schöne Feiertage!

Ich möchte mich schon mal in die Weihnachtspause verabschieden und Euch allen eine gute Zeit wünschen!

Egal ob das klassische Weihnachtsfest mit Familie, oder alleine oder ein ganz normaler Abend mit dem Partner, wie auch immer...paßt auf Euch auf und laßt Euch nicht zu sehr davon einschüchtern wie was zu sein hat.
Kurz gesagt: Lebe Deinen Style.

Und ich möchte Euch noch was mitgeben,
ein Gedicht von Ulrike Peters:


Was ich Dir zu Weihnachten wünsche,
ist nicht, dass sich alle Erwartugen erfüllen.
Hohe Erwartungen und große Enttäuschungen
liegen mituntern nah beieinander.

Aber dass das Fest Dir gute Gründe gibt,
Dich wieder zu wundern
über die unbegrenzten Möglichkeiten,
die Dir mit Deinem Leben geschenkt sind,
das wünsche ich Dir.

Dass Du Dich überraschen lassen kannst von Dir selbst,
dass Du entdeckst was in Dir steckt,
ist mein Wunsch für Dich.

Möge Weihnachten für Dich
zu einer schönen Bescherung werden
und Du Dich reich beschenkt fühlen.
Nicht nur mit schönen Dingen. Das auch.
Aber vor allem mit Wertschätzung und Wohlwollen
und allem, was Dich lebendig und lebensfroh werden lässt.

Nicht nur, dass Du guter Dinge, heiter und klar bist. Das auch.
Dass Deiner Freude die Kraft innewohnt,
alle Formen der Furcht zu verzehren,
die Dich bedrängen und Dich am Leben hindern,
das wünsche ich Dir.

Damit Du erfährst, dass Du selber ein Geschenk bist,
und es ein Glück ist, dass es Dich gibt,
das wünsche ich Dir.
Mit einem alten Wort wünsch ich Dir:
Frohe Weihnachten.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Ein ganz normaler Tag

und deswegen das reinste Glück für mich.
Weil das alles eben wieder möglich ist.
Um kurz nach 9h das Haus verlassen, Termine wahrnehmen, Sport treiben, noch was besorgen und um 16h fit und gut gelaunt wieder zuhause ankommen.
Das ganz normale Leben :)

Und da lasse ich mich auch gar nicht von alten Ängsten einshüchtern, die wieder auftauchten. Denn es war so, dass wenn es um (vermeintliche!) Gruppenbildung (Angst vor Außenseitertum) und neue Leute/Situationen (Angst vor Mobbing) geht, ich innerlich Panik schiebe. Heute schon am höchsten Level, das merkte man mir auch sichtlich an, was mir wiederum peinlich ist und ich schon überlegte den Raum zu verlassen.
Ist halt immer die Frage was hilfreicher und wirklich besser ist.
Heute blieb ich und zog mich innerlich etwas zurück um wieder zu entspannen.
Klappte gut.

Sonntag, 18. Dezember 2016

Fastend

Naja noch nicht ganz...

Mit dem Essen ist es derzeit eher ungut, will das gerade auch nicht ändern, obwohl ich sehr merke, dass es mir nicht gut tut. Bin wieder träger, Laune ist so lala, schlafe mehr, körperliche Anstrengung belasten mich schneller ...

Ich freue mich auf Januar: weniger Zucker, wieder streng glutenfrei und histaminarm. Evtl. ein Fastentag.

Auch das in der Welt unterwegs sein, viel tun, viel organisieren und auch kaufen gefiel mir. Eine Zeit lang. Jetzt brauch ich langsam wieder das kontemplative Leben. Mehr im Buch lesen, weniger Pc. Mehr bei mir sein, weniger im Außen.

Das fühlt sich stimmig für mich an. Mit dem Leben gehen und keine Extreme. Es gibt eine Zeit der Völlerei und eine Zeit des Fastens (nicht nur auf das Essen bezogen), diese Abwechslung macht das Leben spannend.

Der Januar wird minimalistisch.

Freitag, 16. Dezember 2016

Wochenrückschau

gehört: meine Heizung gibt seltsame Geräusche von sich, heizt aber.

gesehen: immer wieder berührend: https://www.youtube.com/watch?v=eakKfY5aHmY

angeboten: irgendwann ist immer das erste Mal: mir wurde in der Bahn ein Sitzplatz angeboten. So alt bin ich schon? OMG!

bekommen: das erste neue Teil für die neue Küche: neues Besteck! Schön silbrig glänzend und halt meins, und nicht das von den Eltern. Gabs als Prämie für eine Marktforschung bei der ich teilnehme.

gelesen: Tagebücher. Natürlich veröffentlichte, nicht heimlich. Von Erich Mühsam, dem Anarchisten. 15 Jahre seines Lebens wurden veröffentlicht. Ich lese das erste von 1910-1911. Interessant, weil auch vieles in München stattfand.

entdeckt: bei Aldi die weiße Kokosschokolade....hammerlecker!!!

wieder: normalerweise schlafe ich auf einer recht harten Matratze, als Abwechslung gibt es dann immer mal wieder einige Monate eine weiche Auflage drauf. Diese gestern wieder aufgelegt und himmlisch geschlafen. Vor allem die fiese Verspannung in der rechten Schulter scheint sich zu lösen.

genervt: im Wartezimmer spielt eine Frau auf ihrem Handy, jeder Tastendruck macht ein lautes PLÖPP. ich bin sehr schnell, sehr genervt und möchte am liebsten sie pampig anschnauzen. Traue mich aber nicht.
Die Sitznachbarin neben mir, spricht das ganz normal und sehr höflich an. Ich schäme mich jetzt etwas. Die Handybesitzerin reagiert sofort, ihr ist es peinlich, hat das einfach nicht mitbekommen, es wird still....

eigentlich: eigentlich hätt ich heute vor den Feiertagen nochmal arbeiten sollen. Chefin hat aber abgesagt. Ok, auch recht. War nochmal kurz in München. War fast zuviel..Auszeit...ist angesagt....und immer noch Geschenke verpacken, hab ich noch nicht geschafft.

schön: mit einer lieben Freundin zum Adventstee bei mir getroffen. Viel gefuttert und geratscht, inkl. Austausch über das Erdbeben, das sie ja auch gespürt hatte.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Druck rausnehmen

So langsam werden die MUSS-Termine weniger. Der Kopf wird freier. Meine Nerven ruhiger. Das ist gut so. Ich muss mir noch etwas Nervenkraft für Weihnachten aufheben. Damit es schöne Tage werden.

Heute nochmal gebacken, letzte Termine ausgemacht. Wegen Silvester nochmal was nachgefragt. Wäsche gewaschen. Radl gefahrn.

Es ist gut, dass ich gestern gemerkt habe, dass ich vieles auch nur machen kann, nicht muss. Zu schnell bin ich wieder im alten Fahrwasser. Macht nix. Rechtzeitig erkennen und Druck rausnehmen ist das wichtigste.

Wieder abschalten, durchatmen und loslassen :-)


Dienstag, 13. Dezember 2016

Auch schönes sehen

Wenn ich an die Hochsensibilität denke, fallen mir zuallererst die negativen Seiten daran ein: zu schnell gereizt, zu schnell überreizt, vieles zu laut, zu chaotisch, zu kratzig, zu scharf...einfach zuviel...

Andererseits können mich Lichtstimmunen vor allem in der Dämmerung in  wahre Entzückungen ausbrechen lassen, oder der dicke Rauhreif in jeder noch so keinsten Verästelung, ein schöner Gesang/Melodie lässt mich schon mal weinen, ebenso eine berührende Szene in einem Film. Bei einem leckeren Essen kann ich schon mal orgiastische Töne von mir lassen und bei einem Duft dahin schmelzen...

Wenn ich etwas toll finde, ernte ich in meiner Umgebung oft nur Schulter zucken, ich kann mich wie ein Kind freuen und jubeln, mich an Glitzer nicht satt sehen und mir am Schaufenster die Nase platt drücken. Straßenkunst verzaubert mich, den Waldgeruch sauge ich tief in mich hinein und nach einem Kinobesuch brauch ich eine Weile um in der Realität wieder anzukommen.

Für mich ist vieles immer wieder neu, obwohl ich es schon oft gesehen und erlebt habe. Das macht nichts.
So bleibt mein Leben reich.
Reich an Gefühlen und Erlebnissen, an Schönem und Gutem.

Montag, 12. Dezember 2016

Darf ich mal ihre Fahrkarte sehn?

Wurde ich heut wiederum sehr scharf von einer Kontrolleurin gefragt.
Kurz zuvor war ich aufgestanden und wollte in den vorderen Teil des Zuges, hinter mir wurde kontrolliert. Das bekam ich aber nicht mit. So dachte die liebe Frau wohl, dass ich stiften gehn wollte. Aber natürlich hatte ich eine gültige Karte. Ohne würde das meine Nerven gar nicht mehr aushalten.

Und sonst so?
das viertel jährliche HALLOOOO beim Psychiater/Neurologen. Irgendwie war der so nicht wirklich erfreut, dass es mir so gut geht. Ich vermute, er ist besorgt, ob das manisch wird. Kann ich verstehn (in diesem Beruf). Vielleicht hatte er auch einfach schlechte Laune.
Trotzdem ich merke, mir fehlt was von meinem Umfeld. Die Mitfreude, das Verstehen, das mitfühlen, dass es mir wieder so gut geht. Ich glaube die meisten können gar nicht ahnen wie mies es mir zeitweise ging. Diese quälende Erschöpfung. Man sah es mir halt auch nicht an. Ich war ja NICHT ständig bettlägrig. Ich sah fit und gesund aus. Irgendwie fehlt mir ein Gegenüber der das kennt und auch schon durchgemacht hat. Ein austauschen...

Noch was? Ja...heut wars zuckersüß. Haarentfernung mit Zuckerpaste..nennt sich Sugaring und weil es ein Eröffnungsangebot war, zahlte ich nur 12,-. Beide Unterschenkel sind nun ca. 6 Wochen haarfrei. Das ist toll! Zum einen hab ich sehr dicke und sehr viele Haare und zum anderen geh ich halt viel schwimmen, da muss das schon weg.
Tat auch kaum weh...

Jetzt aber auch Feierabend....

Sonntag, 11. Dezember 2016

Wollen'se nen Lebkuchen?

Wurde ich gestern in meinem Stammpaketshop gefragt.

Uah. "Äh...nein DANKE!"
Weniger wegen dem Gluten/Weizenmehl, sondern eher: Bloß nix Süßes!
Ebenso was vollkommen neues bei mir! Ich lehne Süßes ab! Mein Körper sagt NEIN zu diesem Industriezucker! WOW!

Es war zuviel Zucker die letzten Tage.
Es reicht.

Gestern beim radeln brannten mir wieder die Muskeln, ich hatte weniger Kraft in den Beinen. Nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt weiß WARUM das so ist. Das ist so erleichternd. Eine Klarheit. Ein Licht.

Heute also Basentag: Kein Zucker, dafür etwas Obst (Pomelo, schmeckt eh nicht süß und kleine Äpfel aus einem Garten), Ringelbütentee, Toxaprevent, viel Wasser und Vit C, Natronfußbad. Mittags streng histaminarm.

Nächste Woche wird wieder etwas ruhiger, weniger Termine. So schön die Woche war, und auch erstaunlich voll, so ist es jetzt eigentlich ganz normal das ich sehr müde bin. Und ich kann mich nicht damit annehmen. Vorhin wurde mir bewußt, dass es da eine alte Angst gibt: bloß nicht wieder so kraftlos und erschöft sein! Und der andere Gedanke ist: ich war so lange müde, es reicht auch hier!
Aber der Körper braucht einfach auch zwischendrin Ruhe.
Ich hoffe ich schaffe das heute noch.

Samstag, 10. Dezember 2016

Transformation

Ich habe das Gefühl derzeit ein neuer Mensch zu werden.
Oder endlich der, der ich ursprünglich bin.

Heute morgen im Radio gehört: Ziele sind wichtiger als Erinnerungen.
Definitiv.
Meine Vergangenheit darf jetzt ruhen. Gras drüber wachsen. Wunden heilen.
Ich schaue mit so einem Frohmut, einer Lebenslust und Freude derzeit in die Welt, dass es einfach nur Spaß macht.
Ich habe meist sehr gute Laune. Ich bin geduldiger und gelassener geworden. Ich sehe vieles leichter und optimistischer.

Das alles nur wegen einer Ernährungsumstellung.
Wer Darm mit Charme gelesen hat, weiß was Ernährung mit der Gesundheit (Psyche!) anrichten kann.

Ich bin einfach glücklich. Punkt.
Und freue mich an tieferem (und viel weniger) Schlaf, Lust an Bewegung (heute 10km geradelt bei 0 Grad), mein Herz geht wegen Kleinigkeiten auf, ich habe mehr Selbstwertgefühl und dadurch auch eine höhere Lebensqualität (den Unterschied merke ich auch erst jetzt!), ich möchte weiter viel unternehmen (was früher meist Stress ausgelöst hat) und auch mehr Verbindungen zu Menschen aufbauen (gestern eine Freundin für nächste Woche zum Adventspunsch eingeladen und auch hier: pure Vorfreude und nicht wie sonst Streß und hohe Anspannung!)

Jetzt geht es gleich auf den erwärmten Balkon (in der Sonne 15 Grad) mit heißer Schokolade, viel Sahne und was zum knabbern und dann strahl ich mit der Sonne um die Wette.

Voll das Leben!
Toll!

Freitag, 9. Dezember 2016

Wochenrückblick

Was für eine Festwoche!

gelesen: Für Introvertierte kann sich zuviel Gesellschaft wie ein Kater anfühlen. Ich hab bei mir da Abstufungen herausgefunden, absolutes Ende des erträglichen ist erreicht, wenn ich mich fiebrig und grippig fühle.
http://mymonk.de/menschen-kater/

gesehen:
Nach Ewigkeiten mal wieder Pumuckl. I love it! Muss ich wieder öfter schaun. Weckt schöne Kindheitserinnerungen und ist einfach nur so wunderbar Herz öffnend.
Diesmal: Pumuckl und der erste Schnee:
https://www.youtube.com/watch?v=e0duYjf4dO0

Da mir am Sonntag total weihnachtlich zumute war, hab ich auch viele Weihnachtslieder gehört (und mitgesungen) und einen unterhaltsamen Weihnachtsfilm geguckt:
https://www.youtube.com/watch?v=cshdCYG-RUc

festgestellt: ich habe nur an ca. 10 Tagen im Monat einen wirklich flachen Bauch. Hängt eindeutig mit dem Zyklus zusammen. Naja dann ist das so.

köstlich amüsiert: Als D. festgestellt hat, wie es ist, wenn man aufgrund seines Geschlechts in eine unangenehme Situation kommt. Er wurde als einzigster Mann vor den anderen Fahrgästinnen gebeten, sich auf die Bordtoilette zu setzen. grinsgrins

gelacht:
wenn des nachts mal wieder die Katze miaut und man deswegen nicht schlafen kann...wird sie es sich das nächste Mal vielleicht überlegen...:
 https://www.youtube.com/watch?v=roUOBx8m9Yc

getan: den neuen Kalender für 2017 mit einigen Terminen geschmückt und mich dabei gefragt, warum ich vorne meine persönlichen Daten eintragen sollte. Ich weiß ja wie ich heiße und wo ich wohne..manche Dinge sind schon seltsam...

Spruch der Woche: Die Glücklichen sind neugierig. Friedrisch Nitzsche.

gesehen: endlich den Film Honig im Kopf. Fand ich toll. Ich mag ja den Schweiger als Schauspieler. Er muss sich einfach jedesmal prügeln und mindestens einmal heulen. Ein wenig zu klischeehaft ist er ja schon manchmal, aber auch das muss mal sein.

gekauft: endlich eine ordentliche Pfanne. Nachdem ich mich nun lange mit diesen Billigpfannen rumgeärgert habe, mal brennt nach einem halben Jahr Benutzung alles an oder riecht Monate später immer noch sehr chemisch-künstlich, gibt es nun eine bessere. Immerhin gebrauch ich die fast täglich. Qualitativ hochwertiges Zeug kaufen hat auch was mit Selbstliebe zu tun!

Tip der Woche: bist du auch schnell im emotionalen Kauderwelsch deines Gegenübers? Ich leide schnell und sehr stark mit. Aber auch bei anderen Gefühlen steige ich viel zu sehr mit ein und verbrauche dadurch sehr viel Kraft. ZUVIEL Mitgefühl ist halt auch nicht das wahre. Wie sich also abgrenzen? Indem man innerlich sich sagt was der andere jetzt fühlt. "Aha, die ärgert sich jetzt aber ordentlich!" Oder man beschreibt was man sieht: "ui die verzerrt jetzt vor Schmerz das Gesicht, ballt die Fäuste..."
so steigt man nicht zu sehr in die Identifikation ein.
So einfach und so wirkungsvoll!

Etwas denkwürdige Situation: ich sehe im Video einen kleinen Ausschnitt aus einem Seminar in dem es um gewaltfreie Kommunikation geht. Die Seminarleiterin fragt, was für sie konkret Selbstfürsorge ist, was sie sich gutes tun. Ein Mann antwortet: zum schießen gehen.
Aha.

gegessen:
1.Malaysisch. Wahnsinnig lecker und sehr teuer. War zum Glück eingeladen. Thailändisches Bier ausprobiert, sehr fein und mild.

2. in einem urigen typisch bayrischen Wirtshaus Hirschsteak mit Kartoffelgratin und danach Zimtstern-eis auf Eierlikörspiegel.
sagenhaft!

Vorschau:
Das Wochenende wird ruhiger (vor allem alleiniger) war jetzt sehr viel Menschenkontakt, ich muss mich wieder aufladen. Das heißt auf alle Fälle eine Radlrunde, lesen und Geschenke verpacken, sowie Karten schreiben.
Und einfach Verarbeitung im Hirn ;)

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Wenn die Erde bebt...

Erdbeben (und andere Katastrophen) passieren immer nur woanders.
Meint man.
Heute morgen hat auch hier, in einem beschaulichen Dorf nahe München die Erde gebebt.
Ich lag noch im Bett, war aber eindeutig wach (wobei ich daran später zweifelte, weil a) lange nichts im Netz zu lesen war und b) mein Nachbar nichts mitbekommen hat).

Es ist sehr gruselig, wenn auf einmal alles zittert. Das innere zittern kenne ich ja, aber im außen...
Aktuell gibt es nun schon mehr Nachrichten dazu. Gottseidank, ich habe es also weder geträumt, noch leide ich an Halluzinationen.
Vermutlich ist die nahe Geothermie "schuld" die es seit wenigen Jahren hier gibt. Da wurden damals schon Stimmen laut, dass es deswegen zu Minierdbeben kommen könne.

Im Münchner Merkus steht:
Glück nur, dass sich das Ausmaß des Bebens im kleinen Rahmen hielt: Auf der zwölfstufigen Richterskala erreichte es die Stärke 2,7. Damit liegt es an der unteren Grenze dessen, was Menschen überhaupt spüren.

Dem Deppen der das geschrieben hat, wackel ich des nachts auch mal an seinem Bett.

Ich bin echt etwas geschockt...


Dienstag, 6. Dezember 2016

WMDEDGT 12/16

Nachdem ich schon lange bei *Was macht du eigentlich den ganzen Tag* mitmachen wollte, es aber immer wieder vergaß, schaff ich es nun.
Im letzten Monat des Jahres. Immer am 5. gibt es das bei Familie Brüllen http://bruellen.blogspot.de/

Dieser Tag war bei mir nun mehr als ungewöhnlich.
Er stand unter dem Motto: Einmal Italien und zurück.

3.30h: der Wecker klingelt, ich bin schnell wach, mache Frühstück und Morgenwäsche (mich und das Geschirr), packe die Brotzeit ein und um
4.30h klingelt es auch schon diesmal an der Tür, D. ist da der mitfährt.

Wir machen uns auf den Weg zum Busbahnhof nach München, das heißt um
5h geht die Bahn und wir sind um 5.35 vor Ort. Die Welt ist so still, das man selbst ganz andächtig wird. Für viele Leute scheint diese Uhrzeit ein normaler Arbeitsbeginn zu sein, es sind recht viele unterwegs. Ich freu mich total auf diesen Tagestrip!

Punkt 6h startet der Bus. Wir sind sage und schreibe 5 Gäste und zur Zeit scheine ich Aufdringlichkeiten anzuziehen, denn der Busfahrer meint wohl ich sei ein kleines Kind und labert mich a) zu und meint es generell "viel zu gut mit mir". Ich schnaube innerlich. Wir haben Platz und Ruhe (sehr wichtig für mich!) immerhin dauert die Busfahrt 4 Stunden!
Wir plaudern, lachen, erkunden den neuen Mercedesbus von innen und stellen fest: der Snackautomat hat keinen Kaffe. Uah.

Gegen 7h beginnt langsam die Dämmerung. Die Autobahn ist frei, wir fahren in die Alpen und ringsherum die Berge, ein wolkenloser Himmel der viel Sonne verspricht und all die verschiedenen Lichtnuancen lassen mich staunen.

7.40h Pause, Fahrer - und Buswechsel in Innsbruck, im Galopp holen wir uns am Bahnhof einen Kaffe, der jetzt umso besser scheckt. Auch dieser Fahrer leidet unter einem Defizit an Aufmerksamkeit (seiner Person, ADHS in der anderen Form) und labert, diesmal uns alle, viel zu intensiv zu. Man ej.

Punkt 10h kommen wir in Bozen an. Ah Ausland, fremde Sprachfetzen und Schriftzüge umschwirren mich, die Sonne strahlt es hat 8 Grad, ich bin glücklich.
Wir streunern über den Weihnachtsmarkt, durch enge Gassen, einem Künstlermarkt (an dem ich jeden Stand etwas kaufen wollte, weil alles sooooo schön und toll war!), umrundeten einen Kreuzgang, besichtigten zwei Kirchen (eine mit automatischen Türen und LED-Kerzen, wie ätzend! Beide Kirchen waren aber interessanterweise anscheinend geheizt), später noch einen Dom (dort hingen noch die Weihrauchschwaden vom Sonntag) in dem wir ein wenig saßen und die Atmosphäre auf uns wirken ließen,
wir gehen nach Lust und Laune, ich bin froh nicht kontrollieren  und alles in einem Plan ersticken zu müssen. Ich kann loslassen und dem Leben Orientierungssinn vertrauen.
Wir finden eine kleine Passage mit Bildern von heimischen Künstler, wieder eine enorme innere Begeisterung, so toll und schön und interessant!

Bozener Altsadt:

Hier passen kaum 2 Menschen nebeneinander durch:

12h wir bekommen Hunger und suchen uns ein Restaurant. Es ist leider nicht gut. Das Essen schmeckt teils komisch und ist für den Preis viel zu wenig. Immer kommen andere Kellner, ich finde das ungemütlich. Ich hab das Gefühl, dass das eine Touristenabzocke war, denn das Restaurant ist extrem voll, auch mit Einheimischen.

13h wieder zurück in die Altstadt, ich merke langsam, dass ich gereizt bin, overload ist im Anmarsch. Ich will runter zu dem kleinen Fluß. Möglichst wenige Reize.
Coffe to go ist in Italien wohl verpönt. Während in München jeder 2. Mensch mit so einem Becher rumrennt, finden wir das dort lange nicht. Endlich einen gefunden! Schnell runter in den Park, 2 Stühle in der Sonne, System runterfahren. Ich kann sehr schnell sehr gut entspannen:
Spielende Hunde, ein ganz leiser Gitarrenspieler neben uns und alles war gut.

14h es wird langsam doch etwas kühl, wir gehen weiter und finden wieder einen kleinen Park voll mit Künstlerarbeiten von Kindern. Die aus Alltagsgegenständen Vogelhäuschen oder zum Thema vieles gebastelt haben. So genau finden wir nicht heraus um was es ging. Aber es ist toll anzusehen. Auch ein Hundertwasser-Bild wurde nachgemacht und sehr gelungen. Und mittendrin eine Palme. Ach wie im Urlaub :-)

Ich kaufe noch meinen ersten Südtiroler Speck *lecker*, ein kleines Weihnachtsgeschenk für die Therapeutin und 2 Postkarten.

Inzwischen echt durchgefroren (5 Stunden draußen!) schmeckt der Glühwein so richtig lecker. Nicht so kratzig und brennend wir sonst, sondern ganz mild und wärmte uns wieder gut durch.
Überall hingen riesengroße Christbaumanhänger:
16h eigentlich wieder Abfahrt. Leider ist hier der Busbahnhof winzig, so dass die Busse immer nur kurz halten und einsteigen lassen können. Überall viele Menschen, im Rücken ein Asylantenheim aus dem immer Menschen kommen und sich beobachtend um die Menge stellen. Ich fühle mich unwohl, stelle mich mit dem Rucksack immer zur Wand. Irgendwann sehen wir "unseren" Bus und laufen los.
Das war fast zuviel für meine Nerven.
So endlich sitzen und sich um nichts mehr kümmern müssen.
Wieder sind wir nur 8 Fahrgäste. Wie schön. Das Abendlicht und die Dämmerung mit all den beleuchteten Gipfeln und Berghängen lässt mich in mir selbst versinken und wieder bei mir ankommen. Wir dösen ein wenig, naschen die restlichen Dominosteine, Lebkuchen, Eier und Salami auf und spielen Karten.

Als um 18h in Innsbruck wieder ein Fahrerwechsel ist, verliebe ich mich das erste Mal in eine Stimme! Nicht normal gehört, sondern durchs Mikro. Die Betonung und Klangfarbe (ich glaube das nennt man sonor) sind einfach sagenhaft. Ich bin hin und weg und wir witzeln darüber, ob ich nach seiner Telefonnummer fragen soll (ich würd mich nie mit ihm treffen, sondern immer nur telefonieren wollen! :-)) oder ihm anraten, dass er Radiomoderator werden soll. Ich mache weder das eine noch das andere.

Ich bin selig, aber langsam echt kaputt.
19.50h Ankunft in München, sogar 15mins eher, als geplant. Hurra! Wieder in die Bahn. Ich bekomme vor Überreizung langsam Kopfweh, kann fast nicht mehr sprechen (kostet zuviel Kraft, Intro halt) daheim sehe ich, dass ich schneeweiß im Gesicht bin. Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes: ausgelaugt.

Ich trinke noch viel Wasser (hilft da immer gut), mache mich bettfertig und falle ganz glücklich um 21h in meine Federn.
Auch wenn ich sehr müde war (normal nach so einem Tag) war es lange nicht die extreme Erschlagenheit wie früher.

Und das ich solch einen Ausflug wieder machen kann, das kann ich gar nicht beschreibene WIE glücklich mich das macht!

Sonntag, 4. Dezember 2016

Grenzüberschreitungen/Wut

Der Drehbuchschreiberlich ist hartnäckig.
Die letzten Tage lagen verbesserte Passagen in meinem Briefkasten, plus ausgedruckter nächtlicher Traum von ihm *wäääh*.
Ich hatte weder die Zeit noch den Nerv mich drum zu kümmern und tat nichts.
Gestern wieder eine Mail, er lege mir nun die neu ausgedruckte Fassung in Briefkasten...ect...ect...plus einige Vorschläge von ihm an mich, die sich aber eher nach Befehl/Anweisungen anfühlten.
Was ich als Weihnachtsgeschenk verschenke, entscheide immer noch ich!
Und welche Hilfsmittel ich zum arbeiten benutze ebenso!

Ich hatte davor schon überlegt was ich mit dem ganzen Papier mache: ihm zurückbringen...keine Lust....ihm schicken...da würd mir jeder Cent Briefmarke leid tun...heute morgen kams mir: ich schmeiß den Scheiß einfach weg! Genau! Dazu hab ich ihm eine nun mehr als deutliche Mail geschickt. Ich bin da ja immer viel zu freundlich, höflich und flappsig (ala lachend, nein macht gar nichts, dass du mir gerade mit Absicht auf dem Fuß gestiegen bist).
Ich will den anderen auf gar keinen Fall verletzen, aber hej dem anderen seine Unhöflichkeit akzeptiere ich oder wie??? Ich will nicht unhöflich sein, aber der andere ist es im höchsten Maße!

Wir lernten in der Klinik folgendes Bild: Ein Haus, ein Garten drum herum. Du entscheidest welchen  Zaun (oder ob überhaupt einer!!!) da hinkommt. Die hohe Betonmauer mit Stacheldraht? Oder das Gegenteil: Ein Blumenbeet wo nicht klar ersichtlich ist, dass es eine Grenze ist? (kann man wunderbar drüber trampeln) oder einen Holzzaun mit Tür, an dieser DU entscheidest wen du reinlässt und wen nicht.
Manche haben gar keinen Zaun und wundern sich warum sie immer so gereizt, launisch, depressiv sind.

Dieser Mann also trabte nun ohne zu fragen selbstverständlich in meinen Garten, verteilte sich und nahm sich Raum, als ob es seiner wäre! Er linste auch schon zur offenen Haustür!!!
Es gibt mehrere Möglichkeiten jemanden seine Grenze zu zeigen und aus seinem (emotionalen, geistigen, körperlichen, energetischen) Raum zu werfen. Je nachdem wie nah der einem steht, ob man sich wiedersieht, ob er ein langjähriger Freund, ein Fremder ist, oder der einem sympathisch ist oder nicht und wie rabiat der andere die Grenze überlatscht, ob mit Kalaschnikov oder etwas unbedarft der Hans-guck-in-die-Luft.

Ich muss das selbst alles erst lernen, welche Nuancen es gibt! Denn ich komme aus einer süchtigen und somit grenzenlosen Familie. Es war normal sich am Kind für die eigenen Bedürfnisse zu bedienen (meist seelischer Art). Sich an meinen Sachen zu bedienen ohne zu fragen(diese meiste auch zu beschädigen). In meinem Bett während meiner Abwesenheit einen besoffenen Besucher schlafen zu lassen und noch nichtmal das Bett frisch zu beziehen. In meinem Tagebuch zu lesen. Mein Zimmer zu durchqueren, damit mein Stiefvater in sein Büro kommt (immerhin klopfte  er noch an!).
Und wehe ich habe eine Grenze gezeigt: Is nich schlimm, sieht doch hübsch aus, was du wieder hast, das kann man wieder reparieren, bis hin zu massiven Einschüchterungen das man ja die Klappe hält...ect..pp....

Später hatte ich einige übergriffige, egozentrische Partner/Freunde (kennt man ja), die teils bewußt, teils aus Grobheit, fehlendem Mitgefühl ständig auf mir und meinen Sachen herum trampelten...da merkte ich meine Wut schon schneller und konnte mich auch eher wieder in meinen sicheren Garten manövrieren. Aber meist floh ich, den anderen damit konfrontieren das fühlt(e) sich so gefährlich an wie einen erwachsenen Tiger mit der Hand zu füttern.

*PENG* mein Geduldsfaden riss viel zu selten. Ließ mir viel zu viel gefallen.
Als Ende des Schreckens gibt es dann die Frauen die sich ständig verprügeln lassen, weil sie nie ihre Grenzen spüren UND verteidigen durften. Selbstverteidigung fängt im ganz kleinen Stil an, nicht erst wenn man körperlich am Bahnhof bedroht/überfallen wird. Man muss innerlich der Überzeugung sein: Mit mir nicht!!! Und nicht zu vergessen: viele Männer fangen mit kleinsten Grenzverletzungen an, einfach um zu testen wie man reagiert, ob man sich wehrt!

Ich bin aufgewühlt. Das löst soviel in mir aus.
Ich packe also nun das ganze Zeug und schmeiß es in den Papiercontainer, danach geh ich spazieren in der sonntäglichen, adventlichen Stille und halte Zwiesprache mit dem aufgewühlten, ängstlichen Kind in mir.
Deswegen ist mir mein Zuhause so wichtig, deswegen halte ich mich da sehr oft auf, weil ich hier sicher bin. Nicht ganz, klar, weil es Nachbarn gibt.

Aber hier ist alles meins, ich bestimme und kann mich frei bewegen.

Zum Schluß noch was Schönes: Gestern kochte ich mein erstes Chutney. Mit Orangen auf asiatische Art. Es ist sooooooooooooooooooo lecker, dass ich mich zusammenreißen muss, nicht alles selbst aufzufuttern :)

Samstag, 3. Dezember 2016

Wochenrückblick

- gefreut: meine neue Küche immerhin schonmal auf einem Plan gesehen, inkl. kleiner Spülmaschine, das ist super, ich hab die Abwascherei langsam doch sehr satt. Kann sich nur noch um Monate handeln!

- kennengelernt: einen 25-jährigen, stark gepiercten Mann mit sehr langen Haaren, der eine Vornehmheit und Höflichkeit an den Tag legte, wie ich es noch nie erlebt habe. Ein ganz warmer und herzlicher Mensch! Dazu hat er 2 Hunde (i love it!) einer davon ist ein tschechoslowakischer Wolfshund und eindeutig mehr Wolf als Hund. Gänsehaut, Herzklopfen, so auf Du und Du, leider sehr scheu.


- 1.Erkenntnis: Sehr schön und interessant zu spüren was sich im Außen verändert, wenn man vorher was im Inneren verändert hat!

- 2. Erkenntnis: früher war ich zu den meisten fremden Menschen viel zu unfreundlich und mißtrauisch, während ich zu übergriffigen, aufdringlichen, lieblosen, eogoistischen Zeitgenossen viel zu lange zu nett und freundlich war. Ich ändere das gerade!

- genervt: mein Tinnitus bekommt langsam eine Höhe/Lautstärke die mich sehr beinträchtigt.

- ausgeschlafen: der Donnerstag war mein Sonntag, hab nur geschlafen und vor mich hin gedümpelt, tat sehr gut.

- Lebensweisheit: wer einfache Tätigkeiten ausübt, muss nicht dumm sein. Das Gegenteil kann ebenso sein: dass im Gehirn soviel los ist, dass die einfachen Tätigkeiten einen wieder strukturieren und "runterfahren". Bei mir ist das jedenfalls so.

- gelesen: als ich die Feuershow bestaunte war Neumond, dieser Artikel ist da ja bezüglich Feuer und Mond mehr als passend:
http://www.newslichter.de/2016/11/neumond-im-schuetzen-dein-licht-entzuendet-andere-lichter/

- noch gelesen:dem inneren Kind (nach traumatischen Erlebnissen) helfen.
Der Text ist so dicht und hat soviel (berührendes) in mir ausgelöst, dass ich ihn nur immer stückchenweise lesen konnte:
http://www.newslichter.de/2016/11/so-kannst-du-mir-helfen/

- getrunken: nach Jahren mal wieder heiße Schokolade mit viel Sahne! Gibts jetzt wieder öfters.

- gegessen: Wildschweinsemmel *legga*

- gefühlt: die Freude, dass sich mein Leben wieder Stück für Stück füllt und ich wieder soviel machen kann! Meine fast stetig gute Laune. Meine Kraft und Energie! Was eine kleine Ernährungsumstellung alles bewirken kann *staun-staun*. Da sich nun vermutlich mein Darm regeneriert (weil er sich nicht mehr mit dem unverträglichen Zeug auseinandersetzen muss) bekomm ich auch wieder mehr Nährstoffe, zum einen sind die weißen Flecken an den Fingernägeln weniger geworden und meine vielen roten Äderchen im Augenweiß werden weniger!

Vorschau: ein sehr ruhiges, gemütliches Wochenende. Nächste Woche ist wieder viel los und darauf freu ich mich sehr!

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Dezemberzeit

Da ist er nun, der letzte Monat des Jahres,
mit diesem Kalenderbild.


Buddhistische Mönche also.
In ihrer Schlichtheit, Einfachheit und Würde.
Dahinter sieht man, ganz klein, ein paar Menschen in ihren bunten Kleidung, ihrem nach-außen-gerichtet-sein, ihrer Hektik.

Ich habe gerne ein paar Bücher gelesen, die in buddhistischen Klöstern spielen. Diese Klarheit tut mir gut:
Keine Auswahl bei der Kleidung (gut ein wenig mehr darf es schon sein)
Keine Überlegung welche Frisur ich heute trage.
Keinen Eigenbesitz (wär mir auch etwas zu wenig).
Kein Schmuck, keine Kosmetik, wenig Schuhe.
Die Reduzierung auf das nötigste.
Die Konzentration auf das wesentlichste.

Ich werde das diesen Dezember nicht schaffen. Und, wie schon angedeutet, mag ich es auch gar nicht.
Ich habe lange genug nach innen geschaut, jetzt schau ich etwas mehr ins Außen. Mit Veranstaltungen, Menschen treffen, Reisen.
Allerdings werde ich meine Wohnung wieder mehr aufräumen, so dass es wieder freiere Flächen gibt.

Der Januar wird dann ruhig. Die Feiertage sind vorbei, der Rausch von Glitzer und Geschenken auch. Das erlebte will verarbeitet werden. Die Tage sind noch kurz und laden zum dösen, nachdenken, ruhig sein ein.
Alles zu seiner Zeit.
Ich halte es wie Karl Valentin:
Wenn die staade Zeit vorüber ist, dann wirds wieder ruhiger.

In diesem Sinne, wünsche ich Euch allen einen Dezember ganz nach Eurem Gusto.