Mittwoch, 16. November 2016

Gegenmaßnahmen

Wenn sich die dunklen Wolken der Depression anschicken sich um meinen Kopf zu ballen, heißt es: Vorsicht! Aufmerksam bleiben und Gegenmaßnahmen ergreifen.
Früher dachte ich immer, ich müsse mein Leben komplett ändern, damit mir diese Zustände vom Leib bleiben, aber das ist ein Trugschluß.

So hieß es also gestern: aktiv werden, sanft und bei mir bleibend.
So besuchte ich einen Frauenkreis.
Das erste Mal ist bei mir natürlich immer  sehr oft mit extrem hoher Anspannung verbunden, aber auch hier gibt es eine Änderung: ich nehme es an, dass ich ein Mensch mit viel Nervosität bis Panik bin. Es lässt oft schnell nach, wenn ich es zulasse, annehme und weiterziehen lasse.
So sagte ich das auch ganz einfach bei der Anfangsrunde, das ich nervös bin. Was solls. Ist jeder mal und das meine innere Ampel (rot werden) auch dabei war...nunja...

Ich fand es angenehm dort. Ich bin ja Gruppenerfahren, aber es waren immer nur Selbsthilfegruppen. Es drehte sich viel um Krankheit, der Umgang damit, Schwere, Probleme....
Dort ist es so, dass die einzigste Gemeinsamkeit ist, dass wir Frauen sind. Daher sind alle Themen offen.
Ich war natürlich wie sooft die jüngste. Stört mich aber nicht.

Die meisten dort sind über 50, haben Kindererziehung, Eltern versorgen und Haus bauen hinter sich, der Mann ist oft weg gegangen oder verstorben. Jetzt macht sich Leere breit. Viele sehen gut situiert aus, nach dem Motto: aus lauter Langeweile geh ich 1x die Woche zur Kosmetik und zum Friseur. Aber es blieb nicht an der Oberfläche, sondern wurde schon tiefer. Und auch lustig.

Früher hätte ich mir gesagt, dass ich da ja gar nicht reinpasse. Aber warum nicht? Ich lebe anders, das kann doch auch Ermunterung, Inspiritation und Ermutigung für die anderen sein. Es zeigten sich sehr wohl auch andere Unterschiede, in Meinungen, Werten und Gefühlen. Das ist doch bereichernd.
Ich werde wieder hingehen, weil es auch für mich wieder ein Schritt mehr zurück ins Leben und zur Normalität ist.

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