Mittwoch, 23. November 2016

Abgrenzung Teil 2

Wie schon geahnt, hat der Typ (bezgl. Schreibjob) ein enormes Suchtproblem. Im Moment wohl clean.
Körperlich.
Geistig nicht. Das nennt man dann Trockenrausch.
Er ist also emotional/geistig immer noch "drauf", das zeigt sich in folgendem Verhalten:

Ziemlich egozentrisch (er meint das ihm alle Welt sofort zuhört und immer und jederzeit für ihn da ist, nimmt sein Gegenüber kaum wahr, merkt nicht, dass er nervt, zuviel redet ect...), enorm größenwahnsinnig(meint wunder was wie toll er ist und was er nicht alles kann und gemacht hat und verdient hat usw.) also ganz schlicht und einfach: fern jeglicher Realität.

Ich bin mit solch "schrägen" Typen aufgewachsen. Im Grunde sind sie arm dran. Ist aber nicht mein Problem. Ich habe mich fast mein ganzes Leben lang damit beschäftigt und brauchte lange um aus diesen symbiotischen Verstrickungen rauszufinden. Mit den Folgen habe ich immer noch zu tun.
Das werde ich nicht mehr leichtfertig aufgeben.
Wenn ich schon sehe, dass wieder eine Mail von ihm kam, koche ich.
Heute nach 5 Minuten Gespräch war ich zutiefst genervt.
Diese Wut ist eine ganz bestimmte. Nicht die heiße, wenn man beschämt oder gedemütigt wird, sondern eine energiegeladene wenn Grenzen überschritten werden. Eine Wut die zwar auch anstrengend ist, einen aufwühlt, aber sich auch gut anfühlt!

Seine Nachreichungen bezgl. des Projekts waren total chaotisch und kaum leserlich. So kann ich nicht arbeiten. Keiner kann das.
"Gut gemeinte" (allein bei den Wörtern flippe ich schon aus, weil dies einfach oft grenzüberschreitend ist) Hilfe weckten Mordphantasien.

Meine doch sehr deutlichen Abgrenzungen zeigten wenig Wirkung.
Dann wird das halt nichts. Dann sage ich ganz Adieu. Die spürbare Erleichterung bei diesem Gedanken spricht Bände.

Und sonst so?
Heute ziemlich reizüberflutet..die letzten 2 Tage habe ich viel geschafft, war viel unterwegs und heute kam dann der Cut. Zuviel. Also viel geschlafen, geruht, dennoch beim einkaufen halb in Tränen ausgebrochen.
Morgen ist kein Termin, da werde ich mich weiter sammeln, ausruhen und je nach Wetter auch ein wenig draußen sein.

Heute abend erstmal: Wieder genießen, dass ich bei mir bin, dass mehr Klarheit bezgl. des Mannes/Job da ist, ich mich innerlich ganz abgegrenzt habe, dann genieße ich eine heiße Dusche, einölen mit einem duftenden Mandelöl, danach gibts eine Kürbissuppe, um dann früh ins Bett zu gehen und lesen...und die Wut lass ich verrau(s)chen...

Kommentare:

  1. Hallo Luzia, ich finde es schön und mutig, dass du dir die Option für diese Arbeit freigehalten hast, trotz den Vorzeichen. Ich weiss nicht, ob ich selber es für einen Menschen getan hätte, bei dem meine Antennen schon ganz früh reagieren. Zum Glück merkst du, wann es genug ist. In dieser Phase (schon in Kontakt getreten) traue ich mich dann meist schon nicht mehr, den Rückzieher zu machen oder klar und deutlich zu werden. Ich lese gerne von deinen Erfahrungen!

    Lieber Gruss
    Anne

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  2. Grüß Dich Anne,
    ehrlich gesagt finde ich mich manchmal schon sehr naiv und viel zu gutmütig...
    und dann glaub ich verwechsel ich oft Vorurteile und realistische Einschätzung (gerade wenn das Bauchgefühl schon Alarm schlägt liege ich ja meist richtig).
    Jetzt dachte ich, dass es vielleicht doch noch irgendwie geht, bis ich erkannt habe, dass ich die Traurigkeit (dass es doch nicht klappt) enfach nicht spüren wollte und mir daher was einredete.
    Werde ihm heute noch absagen. Puh.
    Schönes Wochenende Dir! :-)

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