Donnerstag, 13. Oktober 2016

Symbiose - Autonomie

Gespräch mit einer Freundin über das Thema Arbeit.
Meine Panik vor dem Autonomieverlust sobald etwas verbindlich oder näher wird. Diese Panik, dass ich mein Ich wieder völlig aufgebe und in die extreme Anpassung falle. Denn wenn ich da drin bin, ist das nicht nur zur Arbeitszeit, sondern da schalte ich mich innerlich wieder komplett ab (du darfst nicht merken) auch an Wochenende, freie Tage, Urlaub, ich komme dann nicht mehr zurück zu meinem Ich.
Es gibt nur ein entwerder - oder.
Freiheit oder Knast.
Gefühlt.
Extrem gefühlt.
Es nimmt mein komplettes fühlen UND denken in Anspruch.

Ich unterhalte mich mit dieser Freundin über eine Stelle, die ich las und die ich mir gut hätte vorstellen können. Ihre Antwort: "Ja da wäre Druck gewesen, das jetzt zu machen, weil es gemacht werden muss."
Boing. Ich war auf 180. Ich war rasend. Wütend. Wurde aggressiv. Rebellisch bis in die Haarspitzen. Das allerwenigste was ich brauche, ist Druck! Den mach ich mir doch schon selber, ebenfalls bis in die Haarspitzen.
Da ist der Ofen gleich wieder aus.

Was mich aber noch viel mehr wurmt ist ihre Einstellung dazu: "Druck und dann kommt das Mädel schon wieder in die richtige Spur, braucht halt mal ne harte Hand, damit die wieder funktioniert." (So kam es zumindest bei mir an). Motto: Paar Watschn haben noch keinem geschadet.

Gib mir Freiheit und ich bin die verlässlichste, gewissenhafteste, ordentlichste, eifrigste Mitarbeiterin! Mir muss keiner sagen, dass man pünktlich sein soll. Ich bin eh 20mins. früher da. Der innere Drill funktioniert hervorragend.
Ich hatte selten solch vertrauensvolle-auf Augenhöhe Chefs. Genau diese, wollten mich nie gehen lassen und gaben mir schon früh verantwortungsvolle Aufgaben/Zusatzbereiche. Da laufe ich zur Höchtsform auf. Und brenne dann gerne mal aus. Das alte: ich tu alles für dich, wenn du mich nur ein klitzekleines bisschen lieb hast, sitzt tief.
Es ist mir bewußt.
Ich kann es verändern.
Mein Denken.
Mein Verhalten.

Kommentare:

  1. Da finde ich mich voll wieder, in dieser Angst vor der Knechtschaft. Ich fürchte nur, ein Angestelltenverhältnis, das Freiheit bietet, ist so selten wie der 6er im Lotto. Ich möchte auch einfach nur meine Arbeit machen und ansonsten "in Ruhe gelassen werden". Aber bisher habe ich immer diese "Drumherum"-Gängeleien erlebt. Irgendwelche blöden Sonderaufgaben, nervige Urlaubsabsprachen, überflüssige Team-Meetings, das Thema Überstunden, sich beim Chef wegen jedem Pipifax höchstpersönlich abmelden müssen und-und-und. Woah, ich kann das nicht mehr :-(.

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  2. Doch das gibt es ;) wie oben geschrieben, hatte ich das, wenn die Chefs einem vertrauen und lange Leine lassen...
    aber ja, manchmal kommt man sich trotzdem vor wie im Kindergarten...
    und je länger ich zuhause bin, desto mehr will ich natürlich diese Freiheit nicht mehr aufgeben.
    LG

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