Montag, 19. September 2016

Zitterpartie

Heute angerufen und bescheid gesagt, dass die Unterlagen/Vertrag noch nicht per Post ankamen, wie vom Chef geschrieben wurde.
Antwort: "ah ne stimmt, die liegen hier noch."
ARGH. Ich warte seit Freitag mit glühendem Hintern auf das Scheißpapier.
Eigentlich wollte ich dann morgen starten. Aber ich will mir das alles vorher in Ruhe durchlesen. Kein Problem. Dann Mittwoch?
Ja Mittwoch. Zwar auch scheiße, weil bis dahin komm ich aufm Zahnfleisch daher.

Womit ich auch nicht umgehen konnte: DIE fragen mich wann ich arbeiten will "Wann haben Sie denn die Woche Zeit?" "Paßt Ihnen 10 Uhr?"
Ich glaub das is langsam versteckte Kamera oder so. Da hat jemand meinen Pc gecheckt, die Firma unter Jobs in meinen Lesezeichen gefunden und alles ging seinen Weg....so ähnlich wieder Film "Truman Show"...sehr gruselich.

Zuviel Verständnis und Wärme von anderen ist grad schwer auszuhalten. Selbst wenn der Psychiater den ich seit gut 15 Jahren aufsuche meint, dass er dann die Woche Daumen drückt und an mich denkt (Arbeitsbeginn) würd ich am liebsten sagen: "das is wirklich nett, aber lassen Sie das bitte, hab ich echt nicht verdient." Und als er noch so meint, "aber is doch gut, wenn die auf etwas schwierigere Klientel eingestellt sind" (er meinte die Langzeitarbeitslosen die sie unterstützen und reintegrieren, Spenen die Münchner Tafel usw.) muste ich abwinken...bloß kein liebevoller Umgang da werd ich von Scham überflutet, das sich ein Tsunamie ein Beispiel nehmen könnte.
Gerade weil es so ideal zu sein scheint, wäre es NOCH schlimmer, wenn ich es nicht schaffe, TROTZ der tollen Bedingungen des Arbeitsplatzes und der Umgebung! Der Druck wird dadurch noch größer!!!
 
Ich könnte das auch nicht in dieser Behindertenwerkstätte, ich möchte so normal wie möglich behandelt werden. Ich hatte in der Trauma-Tagesklinik lange Diskussionen über das Extra das ich bekam, das ich nämlich nicht mit den anderen essen musste, sondern es ok war, das ich da alleine in den Park ging.

Gut, weiter im Telefonat, ich frage wie lange ich denn dann Mittwoch arbeiten soll. Sie überlegt...so von 10 bis 16/17 Uhr.
In mir klappt alles zusammen. Ich kann gleich zu anfangs keine 6 Stunden arbeiten. Aber da ich mir ja jetzt schon Arbeitszeit ausgesucht habe, traue ich mich nicht, ihr das zu sagen.
Horroszenario überrollt mich: irgendwann soll ich ja mal was essen. Mit denen zusammen? Gehn die in ein Lokal? Ich möchte nicht mit. Ich nehme mein Butterbrot gern in der hintersten Ecke unter der Heizung ein. Ehrlich.
Das ist too much.

Zuviel war auch die Fahrt nach München. Montagmorgen um 8 kann man sich vorstellen wie S- und U-Bahn aussehen? Propper gefüllt. Wenn es mir einigermaßen gut geht, ist das soweit ok, ich machs nicht gern, nervt etwas, aber machbar.
Heute nur Chaos innen und Panik und fast verfahren (wär nich so schlimm), schwitzig, ich hab mein Gesicht kurz in der Spiegelung des Fenster gesehen und war total erschrocken: Wie eine Grimasse. Total verzerrt.

Danach wollt ich noch kurz ins Schwimmbad, nur ein wenig im warmen Wasser treiben lassen und vor allen diese scheiß innere Kälte mithilfe des Dampfbades herausbekommen.
Vor lauter Panik aber vergessen, dass das Bad ja noch bis 30.Sept zu hat. Scheiße.

Nach morgendlicher starker Baldriantablette, mittags eine Tavor (und endlich heißer Dusche und Bett) jetzt schon wieder ständig Tränen, Muskelkater im Bauch vor Anspannung, fetten unverträglichen Kuchen mit viel Sahne und Kaffee verschlungen, überlegt noch Alkohol zu kaufen...gedanklich immer wieder versuchen mich aufzumuntern (ich geh da nur hin für mich, weil ich gern bügel, ich mach das nur den Winter über, ich schaff das einfach...)...dazwischen immer wieder emotionale Abstürze, das ich jetzt keinen Bock mehr hab wieder in diese Niedergeschlagenheit zurück zu versinken, extremen Streß, weinen usw...

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