Donnerstag, 4. August 2016

Materielles

Die meiste Zeit meines Lebens hatte ich sehr wenig Geld zur Verfügung.
Ich wuchs schon ärmlich auf, was mich aber als Kind nie störte, vor allem weil die anderen Kinder auch nicht mehr hatten. Nur manchmal störte mich der Besuch im Second-hand-Laden. Wahrscheinlich weil es so dunkel und muffig da war und meine Mutter endlos mit der Verkäuferin quatschte und ich mich langweilte.

In der wenigen Zeit als ich mal gut verdiente, machte ich die meisten Schulden. Tja bei mir ist eben alles ein wenig anders....aber vor lauter *ich habs ja* hab ich den Überlick verloren. Und vor lauter *das gute Einkommen bleibt so* gab ich die Scheinchen freudig aus. Nein. Nicht freudig. Es war eher einkaufen, dass den Streß loswerden sollte, oder den Frust oder einfach die Erschöpfung.
Geld hatte ich, doch meine Seele wurde immer leerer.

Ich kann mit wenig Geld tatsächlich besser umgehen.
Ich schätze dann die Kleinigkeiten viel mehr...die Rückzahlung von den Nebenkosten, einen billigeren Telefontarif, mal ein außerhalb essen gehen, Sonderangebote von Dingen die ich eh brauche, ein ungeplanter Geldzuschuß, die geschenkten Gartenliegen auf meinem Balkon, das Büchertausch-haus...

Nachdem mir vor vielen Jahren mal die Bank meine Karte eingezogen hatte (blöderweise am Berliner Flughafen, ich wollte nur noch nach Hause und einen blöden Kerl loswerden), mir die Wohnung zwangsgeräumt wurde und ich einige Male den Einkauf im Supermarkt nicht zahlen konnte (sehr peinlich weil es ein ganzer Wagen voll war) habe ich mein Finanzsystem geändert. Und überhaupt erstmal ein Bewußtsein für Einnahmen/Ausgaben entwickelt.
Seitdem klappt es. Keine Mahnungen mehr, dafür langsam aber sicher Schuldenabbau (es ist ein Ende in Sicht !!!!!!!)

Auch achte ich mehr drauf, warum ich Dinge kaufen will: ist es wieder um irgendein Gefühl loszuwerden? Oder will ich es wirklich.
Nachdem ich nun also meine Reise absagte, hatte ich ein wenig Geld übrig und das gab ich gerne aus. Für Herzensdinge:

In einer App gewann ich einen Rabatt für ein edles Schmuckset, statt 119,- für 9,95 Euro. Mit Swarowskisteinen. Ich habs nachgeprüft auf der eigentlichen Schmuckseite. Schließe Betrug daher eher aus. Und selbst wenn, es sieht wirklich sehr edel aus (das war mir wichtig, weil ich sowas zu einem bezahlbaren Preis schon lange suche) und ist gut verarbeitet.


Da ich ab sofort komplett glutenfrei lebe und das glutenfreie Brot eher mau schmeckt, aber getoastet ganz gut, sah ich mich nach einem Toaster um. Da die meisten eher steril aussehen, hat mich der hier gleich gepackt:
 Mit dieser Lady und den Blumen startet doch der Tag super! Gebraucht (wenig genutzt) günstig ergattert.
 Da ich es irgendwie nicht schaffe ins Nachbardorf zu fahren, um dort an der Trampolingruppe teilzunehmen (und die jetzt auch erstmal wegen Babypause schließt) hab ich mir kurzerhand selber eins gegönnt: Fast die Hälfte reduziert. Super!
Vor allem da es bei meiner Entgiftungsstörung ideal ist, da dass schwingen, wippen auch den Lymphfluss (der viel zuoft vergessen wird!) anregt. Und gerade an meinen schlechten Tagen, wenn ich nicht zum spazieren, radeln, schwimmen kann, kann ich so wenigstens 2x am Tag für wenige Minuten ein wenig hüpfen.
 Und neue Schuhe gabs auch (ohne Foto), da  meine heißgeliebten Sommersandalen nun wirklich fast auseinander fallen. Fürs nächste Jahr braucht es da also neue und ich mag nur welche mit Klettverschluß (aber nicht die sportliche Variante) damit die Sandale wirklich am Fuß liegt, ich kann da kein Gebaumel haben. So nun gabs welche mit Ethnomuster, ebenfalls die Hälfte reduziert, also weniger als 10,-. Meine!

Und wie schon geschrieben, der Rest floß in die Schuldenabzahlung und wenn das endlich alles getilgt ist, wird eine Champagnerflasche geköpft. Die steht hier schon und wartet (war ein Geschenk).
Auch das Gefühl auf etwas zu warten und hinzusparen gefällt mir nun viel besser, als dieses *sofort kaufen wollen*.
Gut, dass hat vielleicht auch etwas mit dem älter werden zu tun ;)

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