Montag, 25. Juli 2016

Verhaltensregeln

Verhaltensregeln in schwer depressiven Zeiten.
(können natürlich bei jedem anders aussehen, für mich hat sich folgendes bewährt):

- zu aller wichtigst: KEINE 1000% Prozent Funktionsfähigkeit erwarten.
Es ist ok, Dinge liegen zu lassen, die nicht so dringend sind.
Heißt auch mal 1-2 Tage Geschirr stehen lassen, nur das nötigste einkaufen (oder einfach mal den Vorratsschrank leer futtern oder sich auch mal was vom Lieferservice gönnen).
 Oder halt mal weniger zu essen, wenn der Körper es eben nicht verlangt. Auch hier wichtig: Nicht aus den Augen verlieren. Der Körper braucht trotzdem Brennstoff. Wichtig ist eher genug Wasser zu trinken!

Es ist auch ok, wenn ich es erst gegen 14 Uhr unter die Dusche schaffe, wichtig ist, dass ich mich nicht komplett aus den Augen verliere.
Also, Streß und Druck rausnehmen. 

Es ist auch ok, immer nur 2 Seiten von einem Buch zu lesen und dann wieder Pause machen und aus dem Fenster starren. Oder eine Runde dösen.
Oder sich von leichten Filmen etwas berieseln zu lassen.

Auch alles langsamer zu tun ist gut. Wer hetzt einen denn? Man selbst.
Aufpassen, dass man sich nicht zu sehr in den Gedanken verstrickt. Ein bewußtes STOP kann helfen, oder auch erdende Tätigkeiten wie putzen (ganz langsam...), leichte Gymnastik (auf den Körper konzentrieren), ein Interview hören, eine Kabarettsendung sehen, aufräumen.
Werde auch mal wieder mit Salzteig rumpanschen...
Auch geeignet, um auf andere Gedanken zu kommen: Raus gehen. Andere Umgebung = andere Gedanken.

Die Kunst der kleinen Schritte.
Lieber weniger vornehmen und dann weiterschauen.
Heute also:
Schon geschafft:
- gefrühstückt, geduscht UND Antrag zur Verlängerung der Erwerbsunfähigkeitsrente ausgefüllt.

- Möchte ich noch gerne: raus in die Natur (dabei Müll wegbringen) und wenn es gut geht in der Bücherei noch Schwerbehindertenausweis kopieren und dann alles mit Antrag zur Post,
später was warmes essen (Schnitzel ist am auftauen).

Kommentare:

  1. Finde ich super! Bin ja eh ein Listen-Fan. Und ist bestimmt hilfreich, in schlechten Zeiten immer wieder darauf zurückgreifen zu können. Wünsche Dir ein paar angenehmere Tage :-).

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    1. Wobei die natürlich für jeden anders aussehen kann..
      UND meine Liste ist oben auch nicht vollständig...
      Danke, ist ja im Moment täglich im Wechsel, mal gut mal ganz mies....

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  2. Wünsche dir gute Besserung! Trotz allem bewundere ich wieviel Kraft dir noch bleibt. Aber wie du schon bemerkt hast, bei jedem verläuft alles anders.
    Liebe Grüsse

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    1. Danke Nada! Naja manchmal ist das auch nur ein verzweifeltes um sich schlagen, damit ich nicht vollends untergehe....das kann nach außen hin natürlich ganz anders erscheinen. :) Und, ja klar, is bei jedem anders ;) Dir auch liebe Grüße

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  3. Du shreibst mir nie zurueck zu meinem blog, Luzia ... schade, aber was soll's, hmmm? ... so hoere ich nun auf bei Dir zu kommentieren ... Wuensche Dir alles Gute weiterhin ... Love, cat.

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    1. Hallo Cat, ich hab immer hier auf Deine Kommentare geantwortet und mich immer gefreut wenn Du geschrieben hast.
      Wenn Du hier aber nur geschrieben hast, damit ich auch bei Dir schreibe, dann hast Du da andere Vorstellungen als ich. Ich kommentiere da wo ich auch was sagen möchte und nicht nur, weil der andere mir ja auch schreibt...
      Dir alles Gute ins ferne Kanada ;)

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  4. Hallo Luzia, gut, wenn eine es noch merkt, wo sie sich selber hetzt, einschränkt, unterdrückt. Das ist ja die Krux. Nur das Nötigste zu machen ist auch meine persönliche Notfallstrategie. Manchmal müssen mich andere erinnern, weil ich schnell wieder meine, dies und das müsse jetzt auch noch sein ... Wenn es eine mentale Blockade ist bei mir (also mehr eine akute Überforderung/depressive Verstimmung als eine Erschöpfungssituation) mache ich auch mal die 5-Minuten-Regel (in der Therapie gelernt): Einer Sache 5 Minuten widmen (ZB Wäscheaufräumen, Abwaschen). Und danach schauen, ob ich noch weitermachen kann. So teile ich mir mein Leben wieder in überschaubare und leistbare Häppchen ein. Wenns gar nicht anders geht, bleibt selbst der Abwasch in der Küche bei mir ein paar Tage liegen. Meist gibt es dann nach der schlimmsten Tiefe auch wieder Tage mit mehr Energie.

    Lieber Gruss
    Anne

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  5. Echt? Du hast so liebe Leute um Dich, die Dich daran erinnern, mal langsamer zu machen? Das is ja mal toll ;) Mir hat letztens die Tafel-Leitung noch nen Job aufgeschwatzt (und ich hab nich schnell genug geschalten) die meint ja immer, dass ich ja nur faul sei. Bis ich das wieder hingebogen hab...ohmann...
    ja das is ja das schöne: dass meine Angst, wenn ich jetzt länger schlafe ich total versumpfe, unbegründet ist, weil irgendwann hab ich schon wieder mehr Kraft und das oft schneller als ich dachte...
    Tja ;)
    Liebe Grüße

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    1. Hallo Luzia, das war nicht immer so, dass ich das habe, leider. Im Gegenteil, früher wurde ich gedrängt, mir mehr aufzuladen, als gut für mich war. "Du schonst dich zu sehr". "Du bist zu empfindlich".

      Erst durch die Therapie hat sich das verändert. Mein Gefühl trügt mich eben nicht. Ich WEISS, wann für mich genug ist. Doch viele Menschen haben für sich da kein Gedpür, geschweige denn für andere! Tätig sein und Arbeiten ist ja imner noch das Höchste der Gefühl.

      Im Bewusstsein wenigstens hat sich da bei mir was geändert. Umsetzten ist ja eine andere Baustelle .. Und der Gute an meiner Seite, der ist vor 12 Jahren gekommen.

      Zum Glück bist du dem Job nochmal entronnen ... Das nagt an einem, finde ich, wenn man als faul gilt.

      Wünsche dir immer wieder gute Regeneration! :)

      Lieber Gruss
      Anne

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