Sonntag, 29. Mai 2016

Zu sich stehen

Wie ich mit meinen Bedürfnissen und Eigenheiten zu mir stehe, wird gerade auf die Probe gestellt.
Die Frau die mich als Katzensitterin will, rief mich letztens an, ob wir demnächst mal so was gemeinsam unternehmen wollen.
Das freute mich natürlich riesig, das sie so auf mich zu kommt.

Es ist nur so, sie ist eine quirlige, extrovertierte Frau die mich um kurz vor 21h anrief. Mein Handy war da, wie immer, schon aus.
Das war das erste was ich ihr sagte:" Ab 20 ist die Außenwelt für mich passe."
Außer in ganz seltenen Fällen.
Sie war erstaunt, nahm es aber hin und akzeptierte es. Ich ließ ein ander Mal schon anklingen, dass ich nicht die fitteste sei und sehr viel Schlaf brauche. Hätte sie es auch ohne Krankheit so akzeptiert oder wäre der übliche Spruch gekommen: ach was du junge Frau ab hinaus ins Leben..usw?
Wahrscheinlich.

Das nächste war: wie wärs am Sonntag?
Nein da habe ich schon was vor.
Ich wollte nicht gleich sagen, dass der Sonntag, meist auch Samstag meine freien Tage sind, da will ich keine Termine, egal wie toll sie sind, haben.
Ich wollte nicht als kompliziert oder sie abweisend erscheinen.

Weiter: nächste Woche ist doch so ein Spektakel in München, wollen wir da hin?
Erfreut sagte ich JA.
Und eigentlich weiß ich jetzt schon: es wird der pure Streß: ich wollte eh dort hin, aber alleine, weil mich so ein Markt mit Musik und Fressbuden völlig reizüberflutet, aber ich will mir den schon lange mal ansehen.
Ist noch jemand dabei, muss ich auf denjenigen auch noch achten.
Ist derjenige auch noch quirlig und redefreudig (wie ich am Telefonat angestrengt merkte) wird das....unglaublich anstrengend.

Ich finde die Frau sehr sympathisch, sie ist Anfang 60, sehr kultiviert, arbeitete in einigen Ländern, ist offen und neugierig, aber auch sehr gelasssen und flappsig eine rheinische Frohnatur.
Aber ihr Wesen und meins passen da nicht so recht zusammen. Länger als eine halbe Stunde kann ich deren Tempo nicht mithalten...
Uff, mal sehn wie das so wird....

Kommentare:

  1. Solche Situationen gab es bei mir auch zur Genüge: "Ich hätte gerne wollen, wußte gleichzeitig, dass ich damit überfordert bin. Ich habe unterschiedliche Reaktionen ausprobiert: 1. abgesagt 2.hingegangen, ohne viel über die Schwierigkeiten nachzudenken 3.noch jemanden mitgenommen, der das permanente Angesprochensein etwas abgefedert hat. Alles hat seine Vor- aber auch Nachteile, nicht immer ist jede Variante möglich.
    Letztlich blieb noch lange Zeit die Angst, mißverstanden zu werden oder "überfahren". Und ich stimme überein mit dem Gedanken, dass die eigene Entwicklung immer den Vorrang hat, vor den Bedürfnissen der anderen Menschen. Schließlich war ich mir darüber bewußt, dass auch Andere lernen müssen und begreifen, dass nicht jeder so ist, wie man selbst. Jeder hat das Recht zusein, wie er ist.

    Ich wünsch Dir in dieser Sache das Beste
    Beate

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  2. Das ist eine gute Idee mit dem noch jemand mitnehmen :)
    Früher hab ich das schon öfter gemacht, dass ich sagte: treffen sehr gern, aber was ruhiges..Eis essen, spazieren sowas...eben wieso muss ich mich immer nach den anderen richten und auch so unterhaltsam und ständig redend sein? Ich genieße und schweige lieber ;))
    Wahrscheinlich werd ich es so machen: ich fahr schonmal alleine hin, wir treffen uns vor Ort (dann hab ich 30mins Bahnfahren schonmal alleine) und dann bleib ich solange es mir gutgeht und gehe rechtzeitig wieder und nicht erst wenn ich schon völlig im Eimer bin...mal sehn ;)
    Es geht mir gar nicht um entwicklung, sondern um Bedürfnisse und nicht verfügbare Kräfte...
    aber es auszuhalten dass der andere evtl. sagt: Die is komisch, so still....das ist die Übung ;)
    LG

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