Freitag, 13. Mai 2016

Wie ich...


Eine weitere Erzählung aus der Reihe: wie ich mein Selbstwertgefühl steigerte.
Um dies zu ermöglichen, muss man sich erstmal BEWUSST werden, wo man all die unnützen Schuldgefühle überhaupt hat!
Bei mir schon fast erstaunlich und immer wieder erschreckend, wie oft ich mich bei den banalsten und menschlichsten Dingen wie ein Schwerverbrecher fühle. Täglich mehrmals fällt mir das jetzt auf.
Kein Wunder das meine soziale Phobie blüht!

Heute also: Ich muss nüchtern zum Doktore, Blut abnehmen lassen.
Danach gehe ich zum Bäcker nehme was Süßes mit und begebe mich zu meiner Arbeitsstelle. Dort mache ich mir einen Kaffe (ausdrücklich erlaubt) setze mich hin und hole mein Frühstück nach. Weil ohne dies kann ich nicht 4 Std. Haushaltsarbeiten machen.
Ich sitze also in einem fremden Wohnzimmer, esse, schreibe dies natürlich nicht als Arbeitszeit auf, mache alles wieder sauber und fühle mich währenddessen ganz ganz ganz schlecht.

Als ob ich was verbotenes tun würde. Was abgrundtief schlimmes! Krass.
Zu essen ist lebenswichtig. Es ist nichts abnormales oder perverses.
Ich bete und hoffe, dass die gute Frau der die Wohnung nicht gehört nicht vorbei kommt, weil sie was vergessen hat oder so.
Das wäre so richtig übel.

Sie kam nicht und ich habe versucht das sehr leckere Essen doch noch zu genießen. Es gelang mir auch etwas.

Ich arbeite dran...ich bleib dran...denn nur so geht der Weg aus diesem Schlamassel heraus.

Kommentare:

  1. hallo Luzia,
    es ist natürlich unerträglich, wenn du dich so häufig schuldig und wie eine Verbrecherin fühlst.
    Was für eine Last!
    Bei der geschilderten Szene muss ich aber sagen: finde ich normal! Ich neige kaum zu Schuldgefühlen, aber da hätte ich wohl auch eine Attacke gehabt. Weil: wenn die Hausfrau kommt und mch beim Mampfen sieht statt beim Wischen, hätte ich auch das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen. Wäre ich die Hausfrau, würde ich eine frühstückende Angestellte auch etwas misstrauisch beäugen. Kann man ja nicht wissen, dass du vorher nüchtern beim Doc warst;-)
    Un-schuldige und ganz herzliche Grüsse von Ursula

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  2. Hallo Ursula,
    ja das fiel mir später auch noch ein, dass es so ganz nicht an den Haaren herbei gezogen ist, wobei ich zeitlich fast keine Vorgaben habe, also irgendwann zwischen 8.30-17h und auch bei der Dauer hab ich freie Hand.
    Aber ich habe gemerkt, dass ich dieses Schuldgefühl dort ja auch bei Pausen habe..naja bleibt ein Thema bei mir ;)
    Und ja was für eine Last...völlig unnötiger Ballast
    schönes Wochenende Dir ;)

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