Dienstag, 31. Mai 2016

Mein freier Tag

Wenn von außen keine Struktur gegeben wird, im Rahmen einer Vollzeitarbeit oder Kinder oder Haustiere oder sonstiges, kann man sich diese ja selbst machen, wenn einem danach ist.

Ich hatte es schon öfter mal angedeutet: mir tut das langsam gut, dass ich mir selber Tages- und/oder Wochenpläne mache. Ohne festen Druck, dass diese eingehalten werden müssen. Eher wie so ein Geländer, an dem ich mich orientieren kann.
Lange brauchte ich soviel Freiraum als möglich. Da waren 2 Termine pro Woche das maximum.
So ändert sich halt Jede und das Leben an und für sich...

Gestern war ganz bewußt Werkeltag, aufräumen, bei e*bay was einstellen, Müll weg, Wäsche, Balkon so Zeugs halt ...dafür war heute freier Tag und mir war nach Ewigkeiten mal wieder nach einem Ausflug.

Es ging an den Ammersee inkl. kleiner Schiffahrt. Herrlich entspannend.
Viel Wasser (natürlich nur an den richtigen Stellen) erfreut mein Herz und meine Seele immer wieder....

Ein toller alter schiefer Baum...
da erkennt man die wilden, sich gebährenden, in allen Graustufen erscheinenden Wolkengebilde kaum ...


Hier sieht man das grau etwas besser, allersings sooo düster und deunkel war es auch wieder nicht...
Die Wetterfee ließ es erst regnen als ich wieder in der Bahn saß ;)

Und jetzt freu ich mich auf einen Blick ins neue Buch!

Montag, 30. Mai 2016

Neue Kleider

- letztens ist mir aufgefallen, dass zu unserer Familie das Märchen: *Des Kaisers neue Kleider* sehr gut paßt. Alle tun so, als ob alles super wäre und keiner sagt was wirklich abgeht. Bis ich kam. Ich zeigte mit dem Finger auf den Kaiser und sagte: "aber der ist ja nackt, der trägt doch gar keine Kleider!"
Übersetzt heißt das: Ich zeigte mit dem Finger auf meine Mutter und sagte: "aber sie ist doch gar keine warmherzige, liebevolle Mutter, sondern eine Alkoholikerin mit Helfersyndrom und extremen Männerverbrauch, es geht ihr doch nur um ihre eigenen Bedürfnisse!"
Ja kam halt nicht so gut an. Schon gar nicht als ich nicht aufhörte und auch auf andere Menschen zeigte und die Wahrheit aussprach.
Nunja.

- das andere ist: ich habe tatsächlich neue Kleider. Also fast. Mein T-Shirtstapel ist für diesen Sommer ein wenig arg klein. Und gleichzeitig habe ich einige Kleidungsstücke in meinem Schrank hängen, die ich nicht anziehe. Und dann kam die Verwandlung:
Ich habe viele Achselshirts, die ich alleine nicht mehr anziehe, weil ich mich da unwohl fühle.
Kombiniert mit den veränderten Zieh-ich-nicht-an-Sachen, wird daraus volle Lieblingsmode!
Beispiel:

Ich habe so eine ganz dünne Shirtjacke ohne Verschlußmöglichkeiten vorne, wird also offen getragen. Die Ärmel sind sehr weit, aber nur 3/4 lang, das sieht an mir bescheuert aus. Also schnitt ich einen Teil der Ärmel ab und krempelte (wegen fehlender Nähmaschine) den Rest einfach sauber um, kurz drüber bügeln und voila, nun sind auch die Ärmel normal enganliegend wie bei einem T-Shirt, paßt super über über ein Achselshirt (egal ob mit Spaghettiträger oder breiteren).

Dann fand ich noch eine sehr rustikale weiße Bluse, mit Trachtenknöpfen und einer sehr feinen Zeichnung (mit Hirsch und so) auf dem Rücken. Auch irgendwie zu schlapperig an mir...hier habe ich die Ärmel genauso behandelt und trage sie nun, wieder zu einem Ohne-Arme-Shirt, einfach offen als kurzärmelige dünne Jacke drüber. Da sie schön lang ist, paßt sie ideal zu meiner großen Größe.

Ja hätte ich dran gedacht, hätte ich Vorher/Nachherfotos gemacht! :)

Das alles fühlt sich total richtig und stimmig an. Ich freue mich, endlich all die ungenutzten Sachen auch anziehen zu können!
Frau muss halt ihre ganz eigene Mode finden und zur Not eben selber machen.

Sonntag, 29. Mai 2016

Zu sich stehen

Wie ich mit meinen Bedürfnissen und Eigenheiten zu mir stehe, wird gerade auf die Probe gestellt.
Die Frau die mich als Katzensitterin will, rief mich letztens an, ob wir demnächst mal so was gemeinsam unternehmen wollen.
Das freute mich natürlich riesig, das sie so auf mich zu kommt.

Es ist nur so, sie ist eine quirlige, extrovertierte Frau die mich um kurz vor 21h anrief. Mein Handy war da, wie immer, schon aus.
Das war das erste was ich ihr sagte:" Ab 20 ist die Außenwelt für mich passe."
Außer in ganz seltenen Fällen.
Sie war erstaunt, nahm es aber hin und akzeptierte es. Ich ließ ein ander Mal schon anklingen, dass ich nicht die fitteste sei und sehr viel Schlaf brauche. Hätte sie es auch ohne Krankheit so akzeptiert oder wäre der übliche Spruch gekommen: ach was du junge Frau ab hinaus ins Leben..usw?
Wahrscheinlich.

Das nächste war: wie wärs am Sonntag?
Nein da habe ich schon was vor.
Ich wollte nicht gleich sagen, dass der Sonntag, meist auch Samstag meine freien Tage sind, da will ich keine Termine, egal wie toll sie sind, haben.
Ich wollte nicht als kompliziert oder sie abweisend erscheinen.

Weiter: nächste Woche ist doch so ein Spektakel in München, wollen wir da hin?
Erfreut sagte ich JA.
Und eigentlich weiß ich jetzt schon: es wird der pure Streß: ich wollte eh dort hin, aber alleine, weil mich so ein Markt mit Musik und Fressbuden völlig reizüberflutet, aber ich will mir den schon lange mal ansehen.
Ist noch jemand dabei, muss ich auf denjenigen auch noch achten.
Ist derjenige auch noch quirlig und redefreudig (wie ich am Telefonat angestrengt merkte) wird das....unglaublich anstrengend.

Ich finde die Frau sehr sympathisch, sie ist Anfang 60, sehr kultiviert, arbeitete in einigen Ländern, ist offen und neugierig, aber auch sehr gelasssen und flappsig eine rheinische Frohnatur.
Aber ihr Wesen und meins passen da nicht so recht zusammen. Länger als eine halbe Stunde kann ich deren Tempo nicht mithalten...
Uff, mal sehn wie das so wird....

Samstag, 28. Mai 2016

Verschiedene Müdigkeiten

Meine intensiven Recherchen und Selbstbeobachtungen haben bewirkt, dass es mir stellenweise wieder besser geht.
Manch einer mochte mich schon als hypochondrisch oder verschroben oder nur um mich selber kreisend genannt haben. Das ist mir wurscht. Wenn es einem so elendig geht, gibt es nur drei Möglichkeiten: 1. sich umbringen, 2. alles klagend irgendwie ertragen und 3. sich selber aufn Weg machend.
Da von den Ärtzen keine Unterstützung kam und ich gerne ein lebenswertes Leben haben will gab es nur Nr.3 als Möglichkeit :-)

Inzwischen merke ich welche Müdigkeit ich habe. Das ist eine roße Hilfe.

1. Die vom Histamin und/oder von zuvielen Giften ("dank" der HPU) wenn ich also zuviel falsches gegessen und zuwenig zur Entgiftung gemacht habe. Das ist eher eine Benommenheit im Kopf, Schläfrigkeit, die besser wird durch: Natronfußbad, hi-arme Diät, Leberwickel, Einlauf, Einnahme von Toxaprevent oder Kohle, viel Wasser trinken

2. Und die Müdigkeit/Erschöpfung vom Cortisolmangel/Nebennierenschwäche. Das merke ich am ständigen Hunger, ohne je satt zu werden (ätzend) einzig Eiweiss und Fett hilft etwas, Kohlenhydrate machen alles nur schlimmer. Die Muskelschwäche ist sehr ausgeprägt. Und dann diese unbeschreibliche Müdigkeit...die ist jetzt extrem, nach dieser Stressphase. Somit habe ich den Cordyceps zur falschen Zeit genommen, den brauche ich JETZT, aber nicht IN der Stressphase wo mein Körper eh zuviel Cortisol ausschüttet, da war der Heilpilz wie Benzin ins Feuer...Naja ich lerne dazu...

Wenn ich bedenke, dass ich, als ich von beiden noch nichts wußte, ständig beide Müdigkeiten hatte, wundert mich mein damailger Zustand überhaupt nicht mehr.
Zum Glück kann ich da jetzt ein wenig entgegensteuern....

Freitag, 27. Mai 2016

Hoffnungssterben

Ich muss mir wohl langsam eingestehen, dass das Leben das ich gerne hätte, nicht möglich ist.
Ich dachte wirklich, wenn ich nur hart genug an mir arbeite, dass irgendwann das Leben da ist, das ich gerne hätte.
Es ist aber wohl so, dass die Arbeit die ich mit Therapie/Selbsthilfe mache, nur verhindert, dass es schlimmer wird.
Wie ein Sandsack, der verhindert auch nicht die Regefälle oder den Deichbruch, aber hält vielleicht den Keller trocken.

Leider wird dieses *wenn du dich anstrengst schaffst du alles* in unserer heutigen Zeit enorm angefeuert.
Krankheit, niedere Jobs usw. werden als persönliches Versagen angesehen.

Heute also statt Hochzeit dann doch Arbeit. Besser als daheim zu versinken, dacht ich, obwohl ich kaum stehen geschweige denn die Augen offen halten konnte. Egal. Die Trauer schwimmt weiter um mich rum und vereint sich mit der Müdigkeit. Beides werde ich gleich nach dem Essen zu Bette tragen.

Donnerstag, 26. Mai 2016

Menschengruppen

Ich habe jetzt alle möglichen Varianten und Hilfsmöglichkeiten sowie Strategien zur Beruhigung durch und muss mir eingestehen:
Die Panik ist so groß, es geht nicht.
Es geht nicht, dass ich zur Hochzeit meiner Cousine morgen fahre.
Das macht mich sehr traurig und Schuld und Scham schwappen über mich drüber.
Ich weiß, dass sie es versteht, mir nicht böse dafür ist, es ihr aber auch viel bedeutet hätte, wenn ich gekommen wäre.
Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Auch zu ihren Eltern und ihrem Bruder. Die einzigen die nun von der Familie dabei sein werden. Zu unseren Großeltern ist sie hingefahren und sagte: "Ich heirate und ihr seid NICHT eingeladen."
Stark. Und natürlich aus denselben Gründen warum ich keinen Kontakt zu meinen Eltern haben kann/will.
Sowas zieht sich ja leider gern mal durch die ganze Familie.

Seit 2 Wochen dreh ich am Rad. Habe mir ein Auto gemietet, damit ich unabhängig bin. Mir die Örtlichkeiten angesehen, um das alles einzuschätzen usw. Stück für Stück bin ich so weiter gegangen.
Es hat nichts gebracht.
Es gibt die Aufregung vorm Zahnarzt, Anstrengung in großen Menschenmassen, Ängstlichkeit vor einem Vorstellungstermin und eben Panik vor Menschengruppen mit denen man interagieren soll. Wie bei Geburtstagsfeiern, Kommunion, Betriebsfest, Hochzeit usw.

Schon als 9jährige saß ich heulend am Rande unseres selbstorganisierten Abschiedfestes der Grundschule. Nur unsere Klasse mit Eltern und Lehrerin grillten, tanzten und hatten einfach ihren Spaß an einem lauen Sommerabend.
Nur ich nicht. Ich hatte puren Streß.
"Zum Glück" hatte ich mir wenige Tage zuvor den Fuß derart verstaucht, dass ich einfach sagte, dass ich deswegen, vor Schmerzen heulte und wir so eher heimfuhren.
Auch bei der Hochzeit unserer Untermieter, ich war 11, schlug ich mir beim morgendlichen turnen (aus Übermut) dermaßen das Schienbein auf, dass es genäht werden musste und ich immer wieder daheim im Bett lag und mich nur kurz dem gesellschaftlichen Treiben aussetzte.
Ich hatte ja als Kind sehr viele Unfälle und Verletzungen, vielleicht arrangierte das mein Schutzengel so. Wer weiß.

Ich bin völlig erschöpft, gestern war ich das erste Mal in der neuen Arbeitsstelle arbeiten. 2 Stunden. Es war gut, ich fühle mich da wohl, die Frau ist nett, die Kinder (die sonst nicht da sind) sehr süß.
Aber zu den ganzen inneren Turbulenzen sehr anstrengend. Dazu noch das Thema mit meinem Vater...
Zum Glück ist hier heute Feiertag. Alles ruhig. Auch ich leg mich noch einmal hin.

Mittwoch, 25. Mai 2016

Vertrauen und Liebe

Ich arbeite weiter an meinem Selbstwertgefühl. Achte drauf wann ich mich draußen wieder so minderwertig fühle. Steuere dagegen.
Begegnungen mit Menschen werden leichter, lusiger, unkomplizierter. Nicht so angespannt.

Selbstwertgefühl und Selbstliebe liegen nah beieinander...wenn ich mich wirklich selber lieben würde, würde ich weniger Zucker und für mich unverträgliches essen.
Hier fand ich ein paar schöne Zeilen zur Selbstliebe:
https://flowngrow.wordpress.com/2015/02/05/selbstliebe-warum-sie-so-wichtig-ist-fur-ein-ausgewogenes-leben/

Und was ist mit dem Vertrauen? Mir selbst vertrauen?
Auch sehr wackelig, oft traue ich mir zuviel zu und überfordere mich sehenden Auges. Oder aber ich meine, dass ich gar nichts kann. Beides wechselt sich ab.
Ich bin immer wieder erstaunt und auch erfreut, wie schnell mir andere Vertrauen...erst heute wieder...eine fast mir fremde Frau (wir hatten ein paar Mal geplaudert und wir haben eine gemeinsame Bekannte) fragte mich ob ich ihre Katze in ihrer Wohnung für ein paar Tage hüten wolle.
Das finde ich sehr schön, dass ich meine Verlässlichkeit und "Ordenlichkeit" anscheinend auch ausstrahle.

Ich bin sehr dankbar für diese heutige Begegnung.

Dienstag, 24. Mai 2016

Muskelschwäche

Da ist sie wieder. Meine alte Bekannte die Muskelschwäche. Karotte reiben, großen Rollo hochziehen, viele Treppen steigen lässt mich wieder an den Rand des körperlichen Zusammenbruchs kommen.
Dazu immer wieder Hitzewallungen, Zittrigkeit, Weinerlichkeit, großer fast ständiger Hunger und große Müdigkeit.

Der innere Streß ist zuviel.
Ich muss lernen, das vieles nicht geht was ich gerne möchte. Das dieses *geht nicht* nicht an Faulheit oder Disziplinlosigkeit liegt, wie ich oft denke. Zum Beispiel letztens als ich den großen Packen an Ausflugstips und *da möchte ich mal wandern* mal wieder in der Hand hielt und mir schmerzlich bewußt wurde, dass ich dieses Jahr noch nichts davon geschafft habe.

In meinem Gehirn ist Chaos, mein Körper macht schlapp.
Da werde ich den Regentag nutzen und mich erholen....

Montag, 23. Mai 2016

Eine Putzfrau

Ich finde das immer wieder schade, dass Reinigungskräfte in unserem Land so ein schlechtes soziales Prestige haben. Gerade hier, wo es überall so sehr sauber ist. Das machen alles Menschen (und ja Maschinen, aber diese müssen ja auch bedient werden). Das passiert nicht einfach so von Zauberei...

Ich habe selber angefangen mit meiner Schwester im Jahre 1999 Treppenhäuser und Baustellen zu reinigen.
Das war angenehm, die meisten Leute sind froh, wenn sie sich darum nicht kümmern müssen.
Bei der Baustellenreinigung mussten wir fertig gebaute Wohnungen bezugsfertig säubern. Das war toll, leere Wohnungen beruhigen mich schon einmal sehr, wir waren alleine, konnten das Radio aufdrehen und dann die Farbspritzer an den Fenstern und  den vielen Staub von den Fließen und Böden wischen. Große Flächen sind auch einfacher zu reinigen, als der viele Kleinkram in bewohnten Wohnungen.
Trotzdem fing ich auch da an zu arbeiten. Neben meinem sozialen Hauptberuf.
Auch hier merkte ich die Dankbarkeit der Leute, dass "ihre Perle" jede Woche vorbei schaute und die Grunddinge erledigte.

Den Haushalt für andere Menschen zu machen, empfand ich nie als sonderlich schlimm. Die meisten Menschen bei denen ich war, waren eh recht ordentliche Leute, wahrscheinlich auch aus Scham haben sie mir nie einen sonderlichen Saustall überlassen.
Es ist kein extremer Dreck, hauptsächlich Staub und Kalk.
Eine Krankenschwester hat da bestimmt mit ekligeren Situationen zu tun.

Mich beruhigt die Arbeit, wenn wieder Ordung hergestellt wird und ich sehe es auch als Sportprogramm.

Es gibt auch ganz unterschiedliche Dinge: die eine Familie wollte das ich soviel als möglich mache, also auch Betten neu beziehen, den Müll wegbringen, Geschirrspüler ein/ausräumen, mal mit dem Hund eine Runde gehen usw. andere mögen nur die Flächen von Staub befreit haben und mal die Fenster wieder gereinigt, "aber das Bad müssen Sie nicht machen!"
Ist natürlich auch ok.

Ich fühle mich dabei wohl, ich sehe was gemacht werden muss, kann mich selbst stukturieren und einplanen, arbeite meist allein (sehr wichtig!) und arbeite sehr sauber, ja fast schon pingelig. Ich mag praktische Arbeit und wenn ich ein sichtbares Ergebnis habe, das freut mich.
Und doch muss ich mich immer wieder verteidigen (auch vor mir selbst), dass es eine genauso normale Arbeit ist, wie jede andere handwerkliche Arbeit auch.

Aber man hat kein hohes Ansehen...damit muss ich noch klar kommen.
Denn nur weil man putzen geht, heißt das noch lange nicht, dass man dumm ist.
Eine Lanze für die Reinigungskräfte bricht immer wieder Susanne Naumann, die vor kurzem bekannt wurde, als sie  S. Gabriel ein wenig auflaufen ließ.
Aber schon 2010 gab es einen interessanten Artikel über sie:
http://www.taz.de/!5139707/

Sonntag, 22. Mai 2016

Machst du mich glücklich?

Letztens mit einer Freundin telefoniert, die erzählte, dass sie gerade ihren Kleiderschrank ausgemistet hat und bei jedem Teil das sie in der Hand hielt, fragte sie: Machst du mich glücklich?
Das fand ich sehr interessant und hat mich auch sehr berührt.

Ich häng ja zuoft in der Schleife: Was muss ich (vermeintlich) tun, im Sinne von dass die anderen gut von mir denken oder die anderen es erwarten, dass ich es tue (habe, denke).
Frei entscheiden, was ich wirklich will, fällt mir nach wie vor schwer.
Aber mit der Frage komme ich sehr schnell zu mir und meinen wahren Bedürfnissen zurück.

Es ist mir schon klar, dass es vieles gibt was trotzdem getan werden muss und einen nicht glücklich macht. Das meine ich nicht.
Sondern mein strenger Umgang mit mir selbst.

Heute habe ich nach 2 Std. am See wieder zusammen gepackt, weil es mir zuviel wurde. Zu heiß, zu viele Menschen, zu ungeschützt, zu....
Ich merkte, dass ich heute sehr wenig Kraft habe, also fuhr ich mit der Bahn samt Radl wieder heim. Das tat gut. So bin ich jetzt nicht völlig ko.

Hatte noch Kontakt mit einem Mann, ob wir uns heut (abends) noch treffen und was wir machen wollen. Und ich fragte mich: Macht es mich glücklich?
Nein heute ist der einzigste ruhige Tag, ohne Termin an dem ich etwas runterfahren kann und alleine bin und früh schlafen kann, was mir sehr gut tut.
Die Woche wird anstrengend. Ich muss auf mich aufpassen.

Samstag, 21. Mai 2016

Neuanfang

In der "ZEIT" gibt es in dieser Woche einen interessanten Artikel, in dem es um 2 Flüchtlinge geht, die sagen:
Der Krieg ist das Beste, was uns passieren konnte!
Für einen Mann (aus Syrien) und eine Frau (aus Jemen) war es die Gelegenheit aus ihrem alten Leben zu fliehen und ohne einengende Traditionen und autoritären Eltern das Leben so zu führen, wie sie es selbst wollen.
Die Frau floh vor ihrem Vater und bei ihren Aussagen bekomm ich Gänsehaut:

"Ein Mensch hat keine Wurzeln. Der Mensch ist keine Pflanze, die dort wächst und vergeht, wo die Saat in die Erde gebracht wurde. Gewalt und Verzweiflung kann man hinter sich lassen. Ein Mensch IST nicht, er WIRD, bis zum Schluss."

Ddurch das sie eine Frau war, war sie für ihren Vater eine Last (O-Ton).
"Seine Ehre, wie er es nannte, hing von ihrem Verhalten ab. Deshalb war er wütend auf sie: Als sei sie es, die Macht über ihn habe und deshalb bekämpft, ja vernichtet werden müsse."

Sie wollte sich aus den Fängen ihres Vaters befreien, studieren, arbeiten, um nicht früh heiraten zu müssen und dafür selbstbestimmt leben können. Stück für Stück versuchte sie die Grenzen die ihr Vater ihr auferlegte zu verschieben, millileterweise. Sie wollte die Macht ihres Vaters einschränken, ohne dass dieser es merkte.
Anders gesagt: Sie wollte frei leben bei gleichzeitigem Erhalt der Vaterliebe.
Erst später verstand sie, dass sie keine Chance hatte.

BINGO!

Einen Kontakt zu meinem Vater zu haben, bedeutet bei mir, dass ich mich weiter verleugnen, mich selbst verlassen und ihm unterwerfen muss.
Und zwar bei JEDEM Kontakt. Ich hatte ja immer die Hoffnung, dass wenn der Kontakt selten ist und nur über Brief, dass es doch noch geht.
Also eben: frei leben UND die Vaterliebe erhalten.
Es geht nicht. Das muss ich mir eingestehen und danach handeln.
Das bin ich mir wert. Entweder ER oder ICH.
Lange, viel zu lange war es ER, jetzt bin ICH dran.

Ich habe mir das Bild, dieser mutigen Frau ausgeschnitten und in den Flur gehängt, wo ich oft vorbei gehe.
Mit ihren wilden, langen schwarzen Haaren, ihrem entschlossenen, schalkhaften, leicht angriffslustigen Blick und den farbenfrohen pinken Lippen darf sie mich an meine Kraft erinnern! Und die Freude an meiner Freiheit aufrecht erhalten!


Freitag, 20. Mai 2016

Weiter anstrengend

Ich bin weiterhin am Rande der Belastbarkeit.
Ich weiß auch woran es liegt: An einem großen Termin nächsten Freitag. Erst wenn der vorbei ist, weiß ich dass ich wieder richtig innerlich loslassen und entspannen kann.

Davor ist gerade alles mögliche sehr belastend: Angst dass das Wartezimmer beim Arzt voll ist (war es zum Glück nicht), ein spontanes Gespräch mit den Hausmeister (Gedanken rasen, was sag ich, und wie, wie lange ihn anschauen, mag ich überhaupt mit dem reden usw...), später kommt noch ein Handwerker in meine Wohnung und montiert Rauchmelder (in meiner heiligen Höhle, so ein Störenfried! Ich mag nicht...), Besuch bei einer Bekannten (war dann doch ganz schön, außerdem bekam ich das supertolle Angebot das mir ihr Mann kostenfrei für mich verträgliches Brot aus seiner Arbeit mitbringen kann, weil das ja sonst eh weggeworfen wird),
unruhige Nächte, immer wieder im Kopf alles mögliche durchplanen...sehr anstrengend...

Deswegen gibts jetzt Ruhe auf der Couch, mit tollem Buch und koffeinfreien Kaffe.
Davor noch Wohnung etwas aufräumen, weil mich das vollgestellte erst recht unruhig macht.
Am Wochenende ruhiges radeln und mich dehnen...hoffentlich gut im JETZT bleibend, viel Wasser trinken und weiter lesen. Was gerade wieder mal richtig Spaß macht.

Nachtrag:
- 2 neue Rauchmelder zieren nun meine Decke. Mein paranoider innerer Kerl meint ja: "Tzz jaja Pflicht, dass das jede Wohnung haben muss, da is ne Minikamera eingebaut, damit man uns schön weiter beobachten kann!! Hat sich doch irgend nen Ex-Stasi-Typ ausgedacht."
Diesen Gedanken wegzudrücken ist grad nicht so leicht...

- Laborwerte abgeholt, siehe da: Ferritin ist mal bei fast 40! Trägt bestimmt zu meiner besseren Befindlichkeit bei, wenn man bedenkt, dass der Wer sonst so zwischen 18 und 23 war.
Auch der TSH-Wert ist mal über 1, sonst immer drunter, auch das glaube ich ist ein wichtiger Wert, warum es mir so gut geht.

- der aktuelle hohe Kohlehydrat/Zuckerkonsum trägt bestimmt zu meiner Reizüberflutung bei...so ätzend hibbelig und aufgedreht wie ich weiter bin...das sehr kurzweilig gestaltete und interessante Buch *Voll verzuckert* kann ich nur empfehlen. Meinen Essverhalten diesbezüglich (zuckersüchtig) hab ich mir ja schon öfter angeschaut und viel ausprobiert...ist halt nur viel schwerer davon loszukommen, weil es überall verfügbar und versteckt ist und essen muss ich ja, anders als rauchen.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Gedankenkarussell und Nervenstrapazen

Auch wenn ich jetzt mehr Kraft habe und mehr machen kann, heißt das noch lange nicht, dass mein Gehirn auch schneller verarbeitet.
Reizüberflutung hallo.
Soviel los die letzten Tage. Soviel steht noch in der Schwebe was an meinen Nerven zerrt und alles will (nochmal typisch Stier UND intro) eben nochmal wiedergekäut werden).
Das ist so. Das werde ich nicht ändern können. Das gehört zu mir wie meine Größe und meine Augenfarbe (ok letzteres könnte man ändern, aber im Leben nie  würd ich meine strahlend hellblauen Augen verändern wollen!).

Also ab jetzt frei. Gedanken sortieren, dabei Wohnung aufräumen, paßt ja wunderbar zusammen. Eindrücke verarbeiten, Gefühle fühlen.

Mein Vater hat (mal wieder) den Bock abgeschossen und mir eine Karte am PC zusammengestellt und geschickt auf der steht:
Alles Gute zum Vatertag und zum Geburtstag wünscht der Vater.
Dazu ein Comicbild mit 5 biersaufenden Männern die so ein Leiterwägelchen ziehen.
Ich hatte ihm zum Vatertag nix geschickt. Wie seit Jahren. Das hatte ich ihm mal erklärt, warum ich ihm lieber unterm Jahr was schicke (und er bekam genug wertvolles, aufwändig selbstgemachtes, lange ausgesuchtes ect. was er eigentlich gar nicht wert war!) als an diesem Tag. Seitdem war das auch immer ok.
Nicht so jetzt. Der letzte Brief von mir liegt ihm wahrscheinlich noch quer. Dazu kommt dass auch meine Schwester samt Kinder Abstand von ihm hält. Es wird ihm also langsam klar, dass er nichts und niemanden um sich hat, weil alle vor seiner zynischen, narzisstischen Art fliehen.

Es ist nicht mein Problem. Und das wurde mir in der Therastd. nochmal klar, damit bin ich durch: mit dem braven Töchter-Syndrom und dem schlechten Gewissen, weil ich meinem Vater nicht gut genug bin und doch alles zu seiner Zufriedenheit tun muss.
Nein, diese Zeiten sind zum Glück vorbei.
Einzig bleibt der Wunsch, doch nochmal irgendwann einen liebevollen, aufgeschlossenen, herzlichen, mir zugewandten Vater zu haben.
Ich werde mich dran machen, diesen Wunsch zu begraben.

Ein Stück weit bin ich ihm sogar für seine "nette" Karte und der billigsten Knusperschokolade ausm Supermarkt dankbar, ich sehe es als Geschenkvon ihm, ein Zeichen, dass ich mich wirklich ganz und komplett von ihm verabschieden muss.

Und meine Selbstverantwortung stieg gleich um ein gutes Stück, die Opferrolle fiel dafür, denn ich hatte heute ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch für ein kleines Zusatzeinkommen. In einer Woche geht es los.
Der nächste Schritt zum nächsten Ziel, dass da heißt: Schuldenabbau.
Hurra!

Dienstag, 17. Mai 2016

Älteres Glück

- Glück entsteht auch, wenn ich es mir wert bin, von den Menschen Abschied zu nehmen, die mir nicht das geben können/wollen was ich brauche und/oder keinen respektvollen, offenen, liebevollen Umgang mit einem pflegen. Auch wenn es erstmal Schmerzen sind, was für Engerien und Kräfte frei werden, wenn ich absolut keinen Kontakt zu meiner Ursprungsfamilie habe ist mir noch SHER gut in Erinnerung!

- Wieder ein Jahr älter. Fühlt sich gut an. Entweder kommt jetzt mit dem Alter "meine Zeit" was ich sehr hoffe ;) oder der neue Umgang mit mir, mit mehr Selbstbewußtsein und Selbstvertrauen löst das kraftvolle Gefühl in mir aus, dass ich das schon schaffe und gut bin, so wie ich bin.
Es ist sehr anstrengend bis nervig mit Menschen zusammen zu sein, die 0,0 von sich halten. Nein, das ist nicht schön. Durfte ich erst selbst erfahren mit einem Mann der da ganz extrem unterwegs war. Da halt ich Abstand.

- heutiges Therapiegespräch war gut, muss aber noch einiges sortieren und sacken lassen. Aber erst später, muss gleich weiter...

Hallo Leben! Auf die nächsten 36 Jahre! *Prost*! :-)

Montag, 16. Mai 2016

Identifikation

Gestern mich meinem inneren Kind zugewand,
das geht innerhalb von Sekunden, ist sehr einfach und hat so eine positive Wirkung!
Wenn ich nämlich aus dieser Identifikation mit dem inneren Kind aussteige (ich bin ja erwachsen), aus diesen kindlichen Gefühlen geht es mir besser.
Werde wieder handlungsfähig, gelassener und freier im fühlen und denken.
Und prompt kam (wie sooft wenn ich das mache) wieder ein Nachttraum mit meinem damaligen Schulschwarm.
Voller Zärtlichkeit, voller Geborgenheit...so wunderschön!
Mein inneres Kind heilen...mein Genesungsweg.
Man kann auch sagen: Verantwortung für mich übernehmen.
Ist dasselbe.

Sonntag, 15. Mai 2016

Sonntagsgedanken

Gestern bin ich mit dem Radl durch eine neugebaute Siedlung gefahren.
Vor wenigen Wochen war da nur Acker und jetzt ist alles zugebaut.
Ich wollte sehen was sich alles in dem Ort ändert, in dem ich wohne.

Was ich sah verschlechterte meine Laune erheblich:
Ausnahmslos kleine Reihenhäuser (also nur mit 1-2Etagen). Schon oft ist mir aufgefallen, dass sich der Ort ausnahmslos an Familien richtet. Sämtliche Feiern und Angebote sind für Familien, überall gibt es Kinderflohmarkt, Zwillingsstammtisch, Familienzentrum und so weiter und so fort.
Ich komme mir da als alleinstehende Person ziemlich doof vor.
Warum wurde in diesem Neubaugebiet nicht an die so dringend benötigten 1-2 Zimmerwohnungen gedacht?
Sollte ich mal unseren Bürgermeister fragen.

Also gut, ich radelte so weiter und kam mir wie im falschen Film vor, überall die schnieken neuen Häuser, davor natürlich ein Minirasen in dem sich ganz sichtbar die Frau mit ihren Gartengelüsten und der Mann mit Grill, Handwerk oder Hollywoodschaukel austoben konnten.
Auf diesem Rasen standen junge Mütter, die sich mit ihren neuen Nachbarn über den Minizaun unterhielten. Wahrscheinlich über Biowindel, Smoothies und wo der beste Englischunterricht für Sophie-Lara sei. Dachte ich boshaft und außerdem dachte ich so weiter: Wann kommen endlich die doppelten Doppelnamen in Mode? Also Sophie-Laura Bergets-Müller klingt doch voll cool oder?
Vor dem Haus standen natürlich neue Auto, keines älter als 5 Jahre, sauber geputzt. Ist klar.
Das selbst getöpferte Namensschild an der Haustür durfte nicht fehlen.
Alles strahlte neu, sah nach viel Geld aus und die Menschen waren jung und gesund (zumindest machte es den Anschein).
Als ich endlich aus dieser Höllenzone draußen war, überlegte ich weiter, wo da jetzt die versteckte Kamera sei oder wann das Filmteam kam für den neuen Auto/Baumarkt/Ferien-Werbespot. Alternativ auch für einen Supermarkt.
Genauso sah es da überall aus.
Vielleicht sollte ich dort mal Flyer verteilen:
Eure Oberflächlichkeit kotzt mich an!

Achje...ist mir natürlich klar, dass das alles mehr mit mir als mit den Mittelständlern dort zu tun hat.
Meine ich ja selbst oft genug, dass nur so ein gelungenes Leben aussieht: Gutem Lebensstandart, Mann, Kind, Haus und Hund. Und Auto natürlich.
Ich habe nichts von diesen Dingen.
Und zum größten Teil will ich das auch gar nicht. Ich würde mich in so einem Leben ziemlich fremd fühlen.
Aber in dieser Gegend in und um München gibt es wenig bis gar keine Räume für Außenseiter. Für andere Lebensentwürfe. Für anders-seiende. DAS nervt mich so.
Hier bekommt man schon einen schiefen Blick wenn man barfuss geht!
Uns das Selbstbewußtsein dafür habe ich (noch) nicht.
Selbst Fahrradfahrer sind hier ausgestorben, weil alle ihre Neuwägen und SUV spazieren fahren.
Es gibt allerdings einen (!) Mann der sich traut anders zu sein. Der fährt immer mit Rad und Anhänger durch die Lande und sammelt alles brauchbare von den Wertstoffhören auf. Hat lange weiße Haare und ein Band drumherum.

Vielleicht wohne ich am falschen Fleck.
Vielleicht ist mir das hier einfach zu kleinkariert, zu vereinsmeierisch, zu altbacken und spiessig.
Vielleicht wäre Berlin was für mich. Allerdings zieht es mich da so gar nicht hin. Oder Köln? Och nee...

Ich weiß auch, dass das oft nur reine Kopfsache ist. Allerdings finde ich das sehr anstrengend gerade und denke lieber, dass es mir woanders besser gehen würde.
Und das ist ja auch bewiesen. Die Zufriedenheit steigt nicht mit dem Einkommen, sondern eher im "passenden" Umfeld. Wenn man in einem sozialen Brennpunkt arbeitslos wird, fühlt man sich vielleicht nicht so beschämt, als wie wenn man es in dieser schnieken neuen Reihenhaussiedlung wird.
Unter "seinesgleichen" fühlt man sich halt wohler. Ganz natürlich.

Und zum guten Schluß: Wie bitte fühlen sich dann all die Afrikaner und Araber die noch weniger als ich haben und erst recht nichts oder wenig mit dieser (unserer) Kultur und Mentalität anfangen können?

Mal sehen was mein innerer Spießer und mein inneres Hippiemädchen noch so meinen....

Samstag, 14. Mai 2016

Wow

Was für eine Woche!
Seit letztem Wochenende ging es mir richtig gut.
War viel radeln und 1x beim schwimmen, hab daheim geputzt und in der Arbeit, hab 3 Ärztebesuche hinter mich gebracht (die allein für sich genommen mich sonst schon umgehaut hätten), brauchte fast nie einen Mittagsschlaf, nur etwas Ruhe und ging abends meist zwischen 21.30h und 22h ins Bett und nicht wie sonst gegen 20.30 Uhr.
Das fühlte sich alles wie ein normales Leben an.
Es gab Arbeit, aber auch Genuß, ich war klar im Geist und fit im Körper.

Heute dann ein Schlaftag. Was schlechte Laune aufkommen lässt, weil ich angst habe, dass es das war, mit der guten Zeit.
Dabei ist es für jeden normal nach einer vollen Woche, dann am Wochenende etwas müder zu sein...
Und der viele Weizen gestern tat mir gar nicht gut...die Müdigkeit fühlt sich eher nach Histamin an.

So versuche ich mir Ruhe zu gönnen und dem windigen nasskalten Wetter da draußen zuzuschauen.
Dieses Jahr das 3.Mal das ich schon weggepackte warme Kleidung wieder auspacke, also Teile davon.

Freitag, 13. Mai 2016

Wie ich...


Eine weitere Erzählung aus der Reihe: wie ich mein Selbstwertgefühl steigerte.
Um dies zu ermöglichen, muss man sich erstmal BEWUSST werden, wo man all die unnützen Schuldgefühle überhaupt hat!
Bei mir schon fast erstaunlich und immer wieder erschreckend, wie oft ich mich bei den banalsten und menschlichsten Dingen wie ein Schwerverbrecher fühle. Täglich mehrmals fällt mir das jetzt auf.
Kein Wunder das meine soziale Phobie blüht!

Heute also: Ich muss nüchtern zum Doktore, Blut abnehmen lassen.
Danach gehe ich zum Bäcker nehme was Süßes mit und begebe mich zu meiner Arbeitsstelle. Dort mache ich mir einen Kaffe (ausdrücklich erlaubt) setze mich hin und hole mein Frühstück nach. Weil ohne dies kann ich nicht 4 Std. Haushaltsarbeiten machen.
Ich sitze also in einem fremden Wohnzimmer, esse, schreibe dies natürlich nicht als Arbeitszeit auf, mache alles wieder sauber und fühle mich währenddessen ganz ganz ganz schlecht.

Als ob ich was verbotenes tun würde. Was abgrundtief schlimmes! Krass.
Zu essen ist lebenswichtig. Es ist nichts abnormales oder perverses.
Ich bete und hoffe, dass die gute Frau der die Wohnung nicht gehört nicht vorbei kommt, weil sie was vergessen hat oder so.
Das wäre so richtig übel.

Sie kam nicht und ich habe versucht das sehr leckere Essen doch noch zu genießen. Es gelang mir auch etwas.

Ich arbeite dran...ich bleib dran...denn nur so geht der Weg aus diesem Schlamassel heraus.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Mein Magen & ich

Große magere Menschen sind gern nervös. Sagt schon das Klischee, dass der fülligere Mensch gern die Ruhe selbst ist und pure Gelassenheit ausstrahlt (siehe Buddha).
Ich bin groß, mager, fast immer irgendwie nervös und da ist es auch kein Wunder, dass ich nach Jahren der Anspannung und Sorgen Magenprobleme nun habe.
Ui das ist mir aber auf den Magen geschlagen, sagt schon der Volksmund.

Mein Parasympathikus kommt selten zum Zug, also der Strang der den Muskel sagt: alles okay, ihr könnt entspannen. Das sind die Muskeln die  man nicht bewußt/willentlich entspannen kann. Also zum Beispiel die im Magen/Darm. Noch dazu dass in diesem Bereich besonderns viele Nerven verlaufen und meine eh schon recht dünn sind.

Der neue Arzt heute ("meine" Ärztin war heut nicht da, was mir ganz recht war) war sehr ruhig, bodenständig und freundlich. Kein typisches Getue. Er konnte meine Situation verstehen und auch akzeptieren, dass ich weitere Untersuchungen (bis auf eine harmlose) ablehne, weil ich weiß, dass es nix körperliches sondern was psychisches (eben vom Streß) ist.

Und gab mir 100 St. vom gewünschten sehr wirksamen Medikament mit. Mein Hausarzt gab mir nur knickerige 10! Einnahme wie gehandhabt, nicht regelmäßig, sondern nach Bedarf.

Ich kann gar nicht das wunderbare Gefühl beschreiben wie das ist, wenn sich der Magen weider entspannt.
Auch durch die Baldriantabletten merke ich viel mehr Entspannnung im Bauchbereich, was mich gleich noch mehr entspannt, weil ich die besser in den Bauch atmen kann.
Herrlich!

So jetzt erstmal Mittagessen, dann Pause, dann weiter ;)

Mittwoch, 11. Mai 2016

Frischer Wind

Das der Heilpilz Cordyceps so eine faszinierende Wirkung hat erfreut mich jeden Tag.
Ich bin einfach gelassener, habe gute Laune und gehe auch viel lockerer mit Menschen um.
Es ist nur ein minimaler Anstups, also ich fliege hier nicht wie ein manischer Hero durch die Fußgängerzone und mach den Strahlebär, sondern einfach ein: paßt schon alles, nicht jeden Blick, jedes Wort auf die Goldwaage legen, viel lustiges im Leben finden und einfach fit und wach den Tag gestalten.

Das darf so bleiben!
Es ist nämlich auch spannend wie nun die Menschen auf mich reagieren, ich bekam heute 2 Komplimente wegen eines Kleidungsstückes. Von Frauen, also keine billigen Anmachen. Das ist schon ewig her, als ich das letzte mal welche bekam!
Ein bekannter Mann dem es schon lange nicht gut geht, musste mich heute meiden und als wir dann doch zusammen in der Schlange standen, kam ein fast schon abwertendes: "na Dir gehts ja wohl gut, schaust so erholt aus!"
Und wißt ihr was? Ich kann ihn verstehen. Es hat mich nicht verletzt oder sonstiges, ich nahm es nicht persönlich.

Morgen zum Gastrodoc, nachdem der Magen wieder eher in Streik geht. Bekam ganz überraschend heute den Termin (nachdem ich endlich mal angerufen habe) der nächste wäre erst im Juli gewesen. Na da griff ich natürlich zu.

Schön war heute, dass es mal wieder vieles und gutes bei der Tafel gab, nachdem die ja in den letzten Wochen schon stark abbaute und es eher unbrauchbares gab.

Und auf morgen abend freu ich mich auch ;)

Magischer Moment

Seht Euch das mal an:

https://youtu.be/5WWwvIgGbkg


wenn ich das live gesehen hätte, wäre ich wahrscheinlich heulend am Boden gesessen und irgendwann vor lauter Gänsehaut umgekippt.
So schön find ich das!

Dienstag, 10. Mai 2016

Wie ich... mein Selbstwertgefühl steigerte

Dies wird eine neue Reihe in diesem Blog: "Wie ich..."
kleine Schritte und Begebenheiten um aus diesem ständigen Schuldgefühl und Minderwertigkeitskomplex rauszukommen.
Inspiriert von dem sehr heiteren Buch: Anleitung zum Unschuldigsein von Florian Illies.

Tatort: Hallenbad
Tathergang: Ich schwamm mal wieder in meinem "alten" Hallenbad wo ich schon ewig nicht mehr war. Es ist sehr klein, aber in der Nähe, leider mit blöden Öffnungszeiten.

Es schwammen mit mir 10 Leute. Das klingt nach wenigen, nicht aber wenn es nur ein 25m Becken ist, wowovn 5m Nichtschwimmerbereich durch ein Band abgetrennt ist. Also 20m mit nur 4 Bahnen.
Und alle Herrschaften (alle weit über 60) standen fast, ich musste also drumrumschwimmen, was keine Regelmäßigkeit zulässt und mich schwer nervt. Zudem kannten sich alle und plauderten munter kreuz und quer was ein starkes Außenseitergefühl in mir hervorrief und mich sehr unwohl fühlen ließ.

Dann gibt es noch die Sportbahn, komplett 25m lang in der ein Krauler (um die 40) seine Bahnen zog.
Hhhmmm dacht ich so, ob ich mich da rüber trau? Ich bin ja kein Sportschwimmer (sagt wer??) ich schwimme Brust ohne untertauchen, aber mit seitlich geneigtem Kopf (wg. Halswirbelsäule) und sehr flott.

Was soll ich sagen...JA ich habe mich so nach 15 mins. einfach rüber getraut.
Soll erstmal einer was zu mir sagen. Diese "Ratschkatteln" im Becken ordnete ich so ein, dass sie zwar brav über andere lästern, diesen dann aber saufreundlich ins Gesicht grinsen.
Der Krauler hatte Platz genug, ich auch. Es war gut. Es fühlte sich toll an. Noch nie nahm ich diese ganze Bahn in Anspruch. Ich sah zwar einer der Weiber mit dem Krauler dann tuscheln und zu mir schauen, aber damit hatte ich ja gerechnet. Zu MIR soll einer was sagen. Tat natürlich keiner.
Und wenn dann müsste es schon der Bademeister selbst sein, er hat wenn dann das Sagen.
(hallelujia, so ein Selbstbewußtsein tut einfach nur saugut!)

Irgendwann kam ein 3.Mann in die Sportbahn. Ui mist dacht ich, jetzt flieg ich raus. Aber der Krauler war anscheinend fertig und ging. Der "neue" Mann war viel langsamer als ich :) auch kein klassischer Sportschwimmer.
Ich war beflügelt. Es war toll! Meinen Schatten besiegt zu haben.

Bald schon merkte ich, dass der Mann ein Glotzer war. Viellleicht hab ich mir das nur eingebildet. Als ich am oberen Ende Pause machte und mich ein wenig dehnte (unter Wasser nur Kopf/Oberarme sahen heraus), kam er auf mich zu und ich war mir sicher, dass gleich der ultimativste blödeste Anmachspruch ever kommt: "Tat das tätowieren denn weh?"
Und dann fiel mir eine sagenhafte Antwort ein: "Naja... schlimmer war das Zungenpiercing (Pause.....und ihn mit großen Augen anschauen) aber nicht ganz so schlimm wie das I.N.T.I.M.piercing (schön langsam und gedehnt ausgesprochen!)", ihn weiter anschauen, zuzwinkern und wegschwimmen.
Ich hatte ihn als sehr schüchtern eingeschätzt, bei einem angeberischen Proll würde ich das natürlich nicht machen!

Hach fühlte sich das gut an, raus aus der erstarrten Opferhaltung, bitte flehte ich inerlich, bitte frag mich!!
Er tat mir den Gefallen nicht.

Ich aber ging sehr gestärkt und mit sehr guter Laune nach 40mins wieder hinaus.
Memo an mich: muss ich öfter machen....

Und zweite Übung kam auch gleich heute: Ich geh seelenruhig zum Zahnarzt...kreuze da viel zu früh auf und als mich die Zahnarzthelferin schon mit einem "Oh Frau Luzia...Sie...!" begrüßt, kontere ich:"ja ich weiß, bin viel zu früh dran!"
Sie:" Nein, zu spät, um 9h wäre Ihr Termin gewesen!"
Sackelzement.
Neuer Termin um 11.15h.
Ich radel heim, schau in den Kalender, oh verdammt, stimmt.
Kein inneres Messer wetzen. Kein Scheiterhaufen. Kein Todesurteil.
Sondern ein lockeres: tja kann man passieren.
Hammer ist das geil!
Natürlich habe ich mich vor Ort entschuldigt. Das Team sah das sehr locker, machte sich sogar Sorgen weil die dort wissen, dass ich extrem zuverlässig
und pünktlich bin.

Alles gut. Und der Zahn auch (wieder).

Montag, 9. Mai 2016

Ich hab's versucht

Ich hab mich immer drum bemüht ein gutes Verhältnis zu meiner Familie zu haben. Trotz dass diese sich oft genug ziemlich scheiße benahm.
Ich habe sehr viel versucht, dass es doch irgendwie eine Beziehung geben könnte.
Es geht nicht.
Mein letzter Versuch noch irgendwie das Band aufrecht zu halten, nachdem ich vor 4 Jahren den Kontakt komplett abbrach, zumindest 1 Jahr später brieflich nur mit meinem Vater Kontakt zu halten.
Aber jetzt nach 3 Jahren muss ich mir eingestehen: auch das geht nicht. Zu verletztend. Zu triggernd. Zu scheiße.
Auch dieser Weg wird nun gekappt.

Und ich bin es leid, dass ich als die Böse hingestellt werde.
Kinder die ihre Eltern verlassen sind ja wohl das schlimmste, solch undankbaren Gören. Immerhin haben es ja die Eltern nur gut gemeint! Wie kann die nur!!!
Diesen Satz hörte ich von fast wildfremden Menschen, die meine Erzeuger noch nichtmal sahen geschweige denn kannten!
Man wird als Verbrecher hingestellt.
Keiner fragt, was denn die Eltern taten, dass man mit diesen nicht mehr kommunizieren kann.
Viele fühlen sich auch bedroht, als ich ob denjenigen verlassen würde und werde angegriffen.

Es ist nicht stafbar. Kein Gesetz der Welt schreibt vor, dass man seine Eltern lieben und ehren und besuchen muss. Zum Glück.

Erholung mit Dialekt

Auf der Suche nach etwas mehr Entspannung fand ich das  hier:






Vor sich hinkritzeln entspannt mich sehr, wenn ich nebenbei noch ein Hörbuch/Interview ect höre. Etwas ausmalen dagegen weniger, wie ich festgestellt habe, vielleicht bin ich auch einfach zu verspannt alles richtig zu machen. Ach...

Die Tabletten sind Baldrianpräparate. Etwas stärkere Auszüge aus der Wurzel. Schmackhafte (leider etwas scharf-Menthol geraten) Lutschtabletten. Ich nahm natürlich gleich eine ganze (wann lern ich es endlich, dass mein Körper sehr intensiv auf Medikamente/Zusatzmittel ect. reagiert und ich erst mit weniger als üblich anfangen sollte?!??!!).
Ein sehr.....Gefühl, ich find keine richtigen Wörter, ich war nicht müde, aber schon leicht weggetreten, irgendwie so "ausgeknipst" also in dem Zustand würd ich nicht Auto fahren...nicht unangenehm, aber eine halbe (evtl. je nach Situation eine Viertel) Tablette reicht.
Leider lässt es den Blutdruck sinken, der bei mir eh schon etwas niedrig ist und dann geht dafür der Puls hoch und das wiederum sresst mich. Herzrasen, PANIK! meint mein Körper...naja.

Da ich mich natürlich im Netz ein wenig über die Tabletten schlau gemacht hab, fand ich auch die günstigere Variante aus Russland (es ist erlaubt diese hier zu verkaufen, ein Teil steht sogar auf deutsch drauf).
Die deutsche Variante kostet: 10 Tabletten knapp 6,-
Die russische: 30 Tabletten unter 10 Euro.
Und es sind haargenau die gleichen.

Früher kannte man die Mittel noch gut (bevor die Pharmakraken das Geschäft mit der Nervosität für sich entdeckten). Wenn man also sagt ich nehm VALIDOL klingt das sehr nach Psychopillen, ist aber nur Baldrian ;)

Und dann hab ich gestern mit großer Freude entdeckt, dass die 2.Staffel der Vorstadtweiber startet! Die erste Folge gibts schon online:
http://www.daserste.de/unterhaltung/serie/vorstadtweiber/videos/folge-11-188.html
ich mag die österreichischen Frotzeleien und klare Ansagen ohne sich was zu scheißen. Das ist ein ganz eigener Charme....

und weil ich den Dialekt ja so mag (und mich immer wieder gräme das ich mein eigenes bayrisch unter den Tisch fallen lasse) gibts auch was auf die Ohren von Seiler und Speer:
(ja ich weiß das ist kein bayrisch, aber fast ;-))

https://www.youtube.com/watch?v=GWgisTPKCdk

Sonntag, 8. Mai 2016

So ist das

Den Weg des Herzens gehen, nannte ich diesen Blog, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass für mich der Weg der Stimmigkeit, der Intuition der richtige ist.
Vom Verstand kann ein Job noch so ideal sein, mit gutem Gehalt, Zusatzurlaub und Weihnachtsgeld..wenn das Herz nicht erfreut dabei ist, dann werd ich in dem Job nicht glücklich.
Und dieses innere Stimmig-oder Unstimmigkeitsgefühl habe ich zuoft ignoriert.
Ja vielleicht sieht das manchmal so aus, als ob ich nur den leichtesten Weg ginge, vielleicht ist das manchmal auch so. Oft aber auch nicht.
Zuoft habe ich dem materiellen die Sicherheit gegeben und begriff zu spät, dass das seelische Heil oft wertvoller ist.

Darüber, wie dieser Weg so aussieht bei mir, wollte ich mehr schreiben, merke aber, dass sich vieles nicht in Worte fassen lässt und manches ich doch lieber für mich behalte.

Der Name bleibt natürlich.
Damit ich ihn selber immer wieder lese, wenn ich diesen Weg mal wieder verlassen und vergessen habe.

Samstag, 7. Mai 2016

Weil ich es mir wert bin

Ich habe nie solche Sätze wie: ach bist du dumm. Das schafft jeder Trottel nur du wieder nicht. Bist du hässlich. usw. im Kopf.
Deswegen war ich beim Thema Selbstliebe/Selbstwertgefühl immer ein wenig irritiert wenn es hieß man solle solche Sätze, wenn sie im inneren auftauchen gegen liebevolle neue austauschen.
Ich kannte ja solche Sätze nicht, weder im außen noch im inneren.

Was ich aber habe ist das Gefühl dazu.
Wenn mir also z.B. etwas runterfällt habe sich sofort das niederdrückende Gefühl, als ob mich jemand dafür beschimpft/verurteilt hätte.
Das wurde mir die letzten Tage immer wieder bewußt.
Seitdem verändere ich also mein Gefühl.
Schwer zu beschreiben wie ich das mache, in etwa so, dass wenn mir was fehlerhaftes passiert und das drückende Gefühl kommt, hebe ich es wieder hoch, als ob ich mir sagen würde: nicht so schlimm, kann passieren und passiert auch anderen oft.

Statt mich nieder zu machen, kann ich teilweise sogar schon über mich lachen! Zum Beispiel als ich wieder und wieder das Blech, das am Ofen angelehnt war, mit dem Staubsauger umstoße, das Blech weider hinstelle, umstoße, bis ich das Blech woanders hinlegte, und das schmunzelnd!

Mir wurden früher nie solch verletztende Sätze (wie oben) gesagt, aber ich bekam immer das Gefühl, dass ich ja eh wertlos, unfähig, dumm usw. sei:
Durch Augenverdrehen, seufzen (in den richtigen Augenblicken), schweigen, keine Hilfe geben, Überforerung, Alleinlassen, beschämdende Geschenke, emotional benutzen fürs eigene Selbstwertgefühl, unpassende Kleidung (trotz genug Geld), keine Förderung usw. Gut nachzulesen in: Die Masken der Niedertracht.

Und dann hab ich gestern noch meinen Vermieter angerufen. Einfach so. Ohne große Angstschübe und Überlegungen und ihn wiederholt nach der neuen Küche gefragt. Nicht das er mir die kaufen und einbauen müßte, aber er sagte eben letztes Jahr, dass da wirklich mal eine neue reinmüsse und er sich drum kümmere.
Auch nachdem er meine private Situation (krank, nicht arbeitsfähig) etwas mitbekam und auch meinte, dass ich ja immer pünktlich die Miete zahle und auch sonst die Wohnung gut in Schuß halte (kein Schimmel, neu gemalert usw.)
Tja, ich nehm den beim Wort ;) Und nachdem mir also wirklich das Ding Stück für Stück zerbröselt, würde ich mir sehr über eine neue Küche freuen, die wirklich da reinpasst, einen neuen stromsparenden Kühlschrank hat, ordentlich verfugte Arbeitsplatten und das ganze bitte etwas höher eingestellt.
Auch das löst nämlich immer wieder dieses niederdrückende Gefühl aus, mit dieser uralten, schrammeligen Küche leben zu müssen.

Woher kommt aber jetzt dieser Wandel, diese Leichtigkeit, dieses mich mehr mögen und für mich einstehen?
Ich glaube, das ein großer Teil daran liegt, dass ich seit ca.10 Tagen Cordyceps nehme. Ein Heilpilz der gut für die Nebennieren und Entgiftung sein soll. Außerdem sehr stark die Psyche stärkt.
Ja, kann ich bestätigen!

Freitag, 6. Mai 2016

Das Kind, das Böse und ein Engel

Das Kind:

In der letzten Therastunde machte ich meine extreme Unsicherheit/Panik bezgl. einen fremden Ort finden und das erstmalige arbeiten bei der fremden Frau zum Thema.
Denn beides habe ich mit Bravour geschafft, die vielen unzähligen Treffpunkte die ich in meinem Leben schon fand (zu 90% auch noch pünktlich!) sei es wegen eines Jobs, Wohnung, Blind-date, etwas abholen usw. genauso wie meine ordentliche Arbeitsweise und das  immer zur größten Zufriedenheit der Arbeitgeber scheinen in mir keine Sicherheit/Selbstvertrauen zu festigen.

Ich dachte, dass ich da nie rauskomme. Wenn selbst soviele positiven Erfahrungen das nicht ändern, was sonst?
Meine Therapeutin half mir da (wie sooft heraus) indem sie meinen Blickwinkel änderte:
Diese uralten Ängste (ala ich finde das nicht, ich werde mich verfahren, es passiert was ganz schlimmes, der Chef ist nicht mit mir zufrieden, ich werde negativ beurteilt usw...sind KINDHEITSÄNGSTE.
Als Kind musste ich selbst viel managen, meine ganze Kindheit war geprägt von Unsicherheit/Ungeborgenheit, ich musste auf Papa und Mama schauen: schaffen die das, kann mich wer abholen (oder nicht, was unzählige Male passierte), hat er genug Geld dabei, Mama trinkt wird komisch und hat nur Augen für ihren männlichen Sitznachbarn ich bleib mal lieber in ihrer Nähe kommen wir auch wieder gut daheim an wann und wie?

Ich war jahrelang restlos überfordert.
Und diese Überforderungsgefühle kommen in ähnlichen Situationen jetzt wieder. PLOPP sind sie da. Ich BIN dann wieder Kind und sehe nicht, dass ich mir heute selbst helfen kann, dass mein überleben nicht mehr von Papa und Mama abhängt.
Also nehme ich mein Kind an die Hand und sage: "Du ich mach das schon, ich weiß wie wir fahren müssen und wenn wir falsch umsteigen ist das auch nicht schlimm, dann fahren wir einen Umweg und kommen vielleicht etwas später an, das passiert mal...Du darfst dir die Landschaft anschauen, träumen oder Musik hören, ich passe auf uns auf!"
Da entspannt sich gleich alles in einem, oder?
Es geht also, wie sooft bei mir, darum den Erwachsenenteil zu stärken :)

Das Böse:

Nachdem ich also meinen Mobil-Anbieter erfolgreich gewechselt habe, erkundigte ich mich bei meinem Festnetzanbieter, ob es denn derzeit für meinen Internetanschluß mit Flat einen besseren Tarif gäbe. Nein gibt es nicht. Nein ich kann auch nicht zu einem anderen ohne Telefonflat wechseln (??!!?). Aha. Da war für mich klar: Auch wechseln, denn das ist mir zu teuer, da ich die Telefonflat nicht mehr brauche. Nochmal angerufen: bis wann kann ich kündigen? Bis September. Ok. Warum ich dies wolle? Zu teuer. Aha. Tschüß. Tschüß.
Am nächsten Tag ging kein Internet mehr. Aha.
Ein Schelm wer hier böses denkt. Dacht ich mir. Und rief an. Dort kam vor dem Auswahlmenü die automatische Ansage, dass es eine Störung gäbe, die Techniker arbeiten dran. Aha. Doch kein schnelles Tschüß.

Ein Engel:

Ich schiebe mein Rad aus dem Keller und sehe kurz über dem Lichtschalter eine richtig fette schwarze große Spinne hocken. UAHH! Ganz schlimm!!
Ich radel zur Bank und zurück und überlege fieberhaft ob ich mein Rad dann nicht woanders unterstelle, bis der Hausmeister am Montag seinen Großputz gemacht hat.
Dann denke ich mir: ach was, das sind auch kindliche Ängste, die Erwachsene sagt: das kleine Viech, hässlich und gruselig, aber tut mir ja nix.
Das fühlt sich frei und gut an. Also fahre ich in die Tiefgarage. Mir kommt der Hausmeister entgegen und natürlich frage ich ihn, ob er das Viech wegmachen kann. Er ist ein kerniger, 1,90. großer Naturbursche, Mitte 40. Ich war mir sicher, dass jetzt ein Spruch kommt ala: ach das kleine Tier, die machen doch nichts, sind nützlich....stattdessen kommt:
UAHH sagt er mit verzerrtem Gesicht, ich hasse die Viecher...aber Job ist Job...und so gruseln wir uns beide auf dem Weg in den Keller und erzählen uns warum wir so Schiß vor den Viechern haben.
In Teamwork, ich halte die Tür auf, er zerquetscht mit dem Besen das Tierchen schaffen wir die Meisterleistung, schütteln uns, lachen und gehen wieder unserer Wege....

Donnerstag, 5. Mai 2016

Es gibt da diese Bücher...

...die könnte ich mir sofort kaufen, weil sie nicht teuer sind, aber ich tue es nicht.
Diese kribbelige Vorfreude genieße ich jedes Mal, wenn ich meine Wunschliste (für Bücher) anschaue.
Haaach, wenn ich mal ein gutes Buch brauche oder so mies drauf bin, dass ich mir endlich eines aus dieser Liste gönne und die Laune steigt (ja manchmal macht kaufen gücklich) dann ist das besser wie Weihnachten ;-)

Ich will mir diese Vorfreude so lang wie möglich aufheben.

Eines dieser Bücher stand jahrelang (!) auf dieser Liste, soviel zum Thema aufheben:

Das Buch der Unruhe von Fernando Pessoa.

Soviele Zitate las ich schon daraus, soviel Eindrücke und Meinungen hörte ich davon, das ich wußte: Das Buch gefällt mir, muss ich haben!
Und jetzt liegt es endlich bei mir.

Das freudige kribbeln ist fast noch stärker.
Selbst als es ankam, lag es noch Stunden sichtbar herum (ein wenig maso kann nicht schaden) und abends schlug ich es endlich auf.
Weich gebettet im Bett und lese:
Alles in mir neigt dazu,weiterzugehen und etwas anderes zu werden(.....).
Alles fesselt mich und nichts hält mich. Ich achte auf alles und träume beständig, ich bemerke jedes noch so kleine Mienenspiel meines Gesprächspartners...

JA! Ja! Ja...genau so...
Als ich die ersten Seiten las schrieb ich noch in mein Abendbuch:
Es gibt diese Menschen, die nie wissen wozu sie auf der Welt sind und an der Banalität des Lebens fast zerbrechen. So ein Mensch bin ich....

Diese Bücher von Außenseiter für Außenseiter geschrieben, da blühe ich auf. Das ist meine Seelennahrung!

Mittwoch, 4. Mai 2016

Selbstliebe

Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?
Und wenn ich für mich allein bin, was bin ich?
Und wenn nicht jetzt, wann?
Rabbi Hillel, Aus dem Talmund

Auch ein passender Spruch für mich derzeit, gerade heute.
Total erschöpft, müde, knatschig, PMS.

Also war ich nur kurz bei der Tafel zum Glück mit kleiner Nummer, schnell eingekauft, heim, verkriechen, Kaffe und Krapfen, mich mir zuwenden, mich so lassen und lieben.

Die letzten Tage habe ich mich mal nach mir ausgerichtet. Im Kontakt. Einmal bei einem fremden Mann, gesagt was ich wie wann haben/machen will und was nicht. Normalerweise verbiege ich mich bis zur Selbstaufgabe, damit ich ja dem anderen gefalle.
Es war spannend. Er war locker, stellte sich drauf ein und fand es ok, dass ich meine Konditionen kund tat.
Dann auch bei einem Bekannten, auch hier kam öfter ein NEIN von mir und dafür eine Anforderung/Frage ob er mich heimfährt an ihn.
Er fuhr mich heim ;)
Allerdings kam bei dem Bekannten abends dann auch das schlechte Gewissen durch: ach war ich ganz schön schroff...und der Arme!!!

Aber ich machte es MIR mal recht. Immer wieder eine Übung.

Ach freu ich mich auf einen verschlafenden rumtrödelnden Nachmittag!

Dienstag, 3. Mai 2016

Allein + Freude

Es ist sehr wichtig,
allein spazieren zu gehen,
unter einem Baum zu sitzen - 
nicht mit einem Buch,
nicht mit einem Gefährten,
sondern ganz für sich alleine.

Und das Fallen eines Blattes zu beobachten,
das Schwappen des Wassers,
das Lied des Fischers zu hören,
den Flug eines Vogels zu beobachten
und den ihrer eigenen Gedanken,
wie sie sich im Raum ihres Geistes jagen.

Falls Sie fähig sind,
allein zu sein und diese Dinge zu beobachten,
werden Sie außergewöhnliche Reichtümer entdecken,
die niemand zerstören kann.

Jiddu Krishnamurti

Einer dieser Reichtümer ist bei mir innere Ruhe, wenn ich oben genanntes praktiziere. Und das wird in unserer Zeit langsam mehr Wert als materielle Besitztümer.
Allein die heutige Nacht war wieder so gruselig, ständig wach, herzrasen, unruhig, keine Erholung.
Da ging es heute morgen gleich 1 Stunde aufs Rad. Die Anspannung sank etwas. Dennoch muss ich mich dem derzet sehr widmen. Ich bin ständig unerträglich angespannt. Was meine Körpersymptome ala Magen/Darm und Herz auch nicht besser werden lässt...

Aber es gibt auch erfreuliches, was mich sehr froh stimmt:

- Der Anbieterwechsel vom Mobiltelefon verlief völlig störungsfrei. Ich war zwar gerne bei meinem anderen Anbieter und dort seit Jahren sehr zufrieden, jedoch haben sie es verpaßt mit der Zeit zu gehen: Zu teuer für zu wenig Leistung, so überlegte ich mir den Wechsel monatelang, in der Hoffnung es könnte doch noch ein passender Tarif für mich auftauchen.

- Wieder einige Bücher verkauft und den Erlös gleich in neuen Lesestoff investiert, das lange und sonnige Wochenende kann kommen ;)

- Auch sonst einiges mal wieder im Netz zum Kauf angeboten, gleich das teuerste davon ging weg. Super!

Montag, 2. Mai 2016

Maizeit

Ja mei der Mai ist da...
Ich habe das Gefühl: je gleichförmiger meine Tage sind, desto schneller vergeht gefühlt die Zeit.
Je mehr Highlights ich habe, desto mehr habe ich das Gefühl wirklich zu leben. Was ja auch klar ist.
Wer kennst das nicht, dass sich 3 Tage Kurzurlaub anfühlen wie eine Woche, weil man soviel Neues gesehen, entdeckt, geschmeckt und gefühlt hat (letzteres vielleicht nicht viel neues, sondern eher *mal wieder*).

Hier das Maibild:
Klar zum Mai gehören Erdbeeren (und duftender Flieder).
Da ich im Mai geboren wurde, gab es natürlich immer Erdbeerkuchen (je nach Wunsch auch Schwarzwälder Kirschtorte) in allen Variationen.
So ein Blechkuchen war allerdings nie dabei.

Ich selbst gebe langsam das backen auf. Zum einen hab ich momentan keine Backform und zum anderen löst sich langsam die Innnenscheibe meines Ofens und überhaupt wird das meiste eher *fail* siehe vorherigen Post.
Aber wir haben hier gute Bäcker und so gab es gestern zum Besuch auch einen Erdbeerkuchen. Leider verpaßt ihn zu fotografieren, hätte ja gut heute hergepaßt.
Geschmeckt hat er :)

Auch wenn ich Erdbeeren histamintechnisch nicht sonderlich gut vertrage, so sind sie nun etwas noch besonderes geworden.
Ich kann mich auch noch gut als Kind daran erinnern, wie wir zum ersten Mal zum selber pflücken auf ein Erdbeerfeld gingen und ich nicht glauben konnte, dass man dabei soviel naschen darf wie man will, ohne das zu bezahlen.
Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr auch mal wieder auf ein Feld...um eine kleine Schüssel voll zu sammeln....