Mittwoch, 13. April 2016

Homo nervis

Solch Erlebnisse wie heute, lassen mich wieder wissen, warum ich so gerne alleine bin. Mir ist die Spezies Mensch einfach fremd.

Tatort: Tafel. Jeder (egal ob ein-oder Verkäufer) lästert über andere (mir ist schon klar, dass ich das auch gerade tue, aber ich mache das nicht als Gesprächsgrundstoff!) vorzugsweise natürlich Flüchtlinge. Ganz übel wird über die hergezogen!
Dann natürlich über die anderen: die nehmen immer so viel oder die eine die sucht ja immer ewig aus und dann nimmt sie doch was anderen und die da mit ihren 4 Kindern, kann die auch was anderes außer poppen?
Im großen und ganzen steh ich dann immer da und zuck die Schultern. Tja was soll man da sagen?
Ich sehe einfach den Sinn dahinter nicht. Es ändert nichts, wenn ich mit anderen lästere. Entweder ich geh zu dem hin und sag was oder ich lass es.
Ich ertrage diese schwere negative Energie nicht, wenn so extrem gelästert wird. Und wahrscheinlich triggert es mich, weil es mich an das viele Mobbing in Familie, Schule und Partnerschaften erinnert.

Wenn ich mich mit jemand unterhalte will ich wissen was er macht, wie es ihm geht, was lustiges hören...ja mehr persönliches. Ich läster schon auch mal, aber eher heiter, mache mich eher über andere mal lustig, als dieses Kanonenfeuer voller Wut und Hass und Neid. Das zerfrisst mich schon, wenn ich es nur höre!

Ich glaube, die Menschen sind das schon so gewöhnt, die merken gar nicht mehr was sie sagen und denken. Das merkte ich in der psychosomatischen Klinik in der ich 2007 für 6 Wochen verweilte. Man konnte sich seinen Essensplatz jedes Mal neu suchen (außer in den ersten 10 Tagen, sozusagen zum ankommen, wenn eh soviel neues ist, sollte es einige Haltepunkte geben, was ich gut fand) und eines Abends eroberte ich einen freien 6-er Tisch und als so nach und nach Leute kam und fragten: "Darf ich mich zu dir setzen?" Antwortete ich jedesmal: "Gerne, unter einer Bedingung: Problemgespräche sind nicht erlaubt!" Sehr erfreut wurde das aufgenommen und kürzester Zeit saßen wir zu zehnt lachend und laut redend an diesem kleinen Tisch.
Wir hatten vergessen, dass man trotz Probleme auch ausgelassen mal sein darf. Der Abend tat sehr gut!

Das sind Ausnahmen und mir ist schon klar, dass ich ein beliebtes Mobbingopfer bin, weil ich bei den hohlen Stammtischgesprächen/Witzen und oberflächlichen Tagesgesprächen auf Dauer einfach nicht mitmache.

Ich brauch irgend nen Misanthropenberuf...Leuchtturmwärter is fast ausgestorben, außerdem hab ich Höhenangst, Schäfer ist mir zu langweilig, Pc-Programmierer fehlt mir glaub ich die Begeisterung...irgendwelche Vorschläge? ;)


Für mein Seelenheil halte ich es weiter so:
So wenig Menschen wie möglich, so viel als nötig.

Jetzt ist aber erstmal mein Mittagessen fertig, danach erfreue ich mich an Kaffe und Nussecken, um mir danach mit dem Radl mir eine ruhige Ecke in der Natur zu suchen.

Herzliche introvertierte Grüße!

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