Donnerstag, 14. April 2016

Etwas Erholung

Heute morgen nach Frühstück und Dusche bemerkt, dass ich so tief entspannt bin, dass ich sofort wieder ins Bett gehe um weiter zu schlafen. Ich muss das ausnutzen.
Endlich keine innere Hochspannung mehr.
Kein Herzstolpern mehr.
Nochmal 2 Stunden herrlich gedöst, welch Erholung.
Leider dann immer mehr den inneren Drang gehabt, aufzustehen und einkaufen zu gehen. Ganz schlecht. Völlige Reizüberflutung und Anspannung. Schnell heim, noch kurz ein Blick in den Briefkasten, oh Post von Papa.

Tja was soll ich sagen...es ist so...unfassbar....so....
Als ich so anfing zu analysieren und nachzudenken(im Sinne von: wie gehe ich damit um, was macht das mit mir, wie kam er da drauf...ect.) kam eine innere Stimme: fühl mal, ohne denken was kommt dir als erstes in den Sinn?

Antwort: "Arschloch! Du bist und bleibst ein Arschloch."
Später kam noch dazu: Ein widerliches, selbstbezogenes, beleidigtes Arschloch.

Oh man, das is alles (also der Brief, seine Denke, sein Zynismus...) so schräg.
So unfassbar abgrundtief bescheuert....würd ich mit Kopfschütteln anfangen, ich würd die nächsten 30 Jahre nicht mehr aufhören.
Deswegen lasse ich es.
Atme tief durch und versuche meine Entspannung wieder zu finden.

 “Bevor du dir selbst Depression oder einen Minderwertigkeitskomplex diagnostizierst, stelle sicher, dass du nicht einfach nur von Arsch­löchern umgeben bist.” Sigmund Freud

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Nachtrag:

Habe mich schnell wieder gefasst.
Wurde mir ja schon vor längerer Zeit so wirklich bewußt und klar, dass ich meinen Vater nicht ändern kann. Und auch nicht mehr möchte. Und dass mein Vater nicht mehr über mich zu bestimmen hat. Ich brauche ihn nicht für mein Seelenheil.
Einzig worüber ich Macht habe: Über meine eigenen Gedanken und Gefühle. Eigenmacht wieder aktivieren heißt es da also. Das tut gut. Das macht wieder frei und handlungsfähig.

Interessanterweise dachte ich gestern noch an meinen Vater und dass ich über sein Leben, bevor wir Kinder kamen, wenig weiß. Aber eines wurde mir schlagartig bewußt: Dass mein Vater bis zu seinem 30. Lebensjahr mit seiner Mutter zusammen wohnte. Sein Bruder war schon lange außer Haus (und zum Teil auch außerhalb Deutschlands) und auch der Vater haute  schon ab, als mein Vater 4 Jahre alt war. Er ist also ein astreines Muttersöhnchen (und genauso verhält er sich ja auch seit über 60 Jahre).
Mit 30 zog er mit meiner Mutter zusammen, die die Mutterrollen für ihn perfekt weiter spielte. Sie ging arbeiten, machte den Haushalt und versorgte uns Kinder (wenn auch nur das Nötigste). Mein Vater kümmerte sich um rein gar nichts.

Da wird mir auch klarer, warum mich mein Vater immer zurückhielt/holen wollte, wenn ich losstürmte und die Welt sehen sollte, oder einen neuen Job oder einen Urlaub weiter weg...er kannte das ja alles nicht und traute es sich auch nicht. Daheim bei Mutti wars ja sicher und warm.
Sind all meine Ängste gar nicht meine sondern seine?

1 Kommentar:

  1. Du sprichst so ehrlich ... ich kannn fast gar nicht glauben, dass es so einen Menschen wie Dich ueberhaupt in dieser Welt gibt, Luzia ... fuer mich bist Du wie ein Diamand ... ya ... Love, cat.

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