Donnerstag, 18. Februar 2016

Zart wie ein Schmetterling

So zerbrechlich fühl ich mich derzeit.
Und so ungeschützt. Da bin ich doch froh, dass das Wetter Stiefel und dicke Pullis verlangt und den langen Wintermantel.

Heute also der langersehnte Thera-Termin. Tat sehr gut.
Und jetzt weiß ich auch warum ich so lange gezögert habe, sie nochmal um Hilfe zu bitten.
Einmal oder zweimal nochmal hinzugehen nachdem man sich verabschiedet hat aus den regelmäßigen Stunden über 3 Jahre, ist ok. Aber mehrmals? Gar immer mal wieder? (ich war das letzte mal vor über 6 Monaten) Unmöglich! Ruft mein innerer Familienchor. Sowas geht nicht.

Überhaupt: Schwäche zeigen! Mir wurde nochmal klar, wie sehr alle in meiner Familie damit beschäftigt waren irgendwelche vermeintlichen Fehler/Unzulänglichkeiten zu vertuschen. Oder sich gar mal menschlich zu zeigen!
Kein Wunder, dass ich stahlhart zu mir selbst bin.
Naja wie wir heute ergründet haben, bin ich schon etwas weicher geworden.

Mein innerer Chor schreit auch: "Was? Soviel zuhause bleiben und viel schlafen und nicht funktionieren, was wäre denn wenn du jetzt einen Job hättest! Dann ginge das auch nicht!!!!" Pomp! Schlechtes Gewissen, dass ich mich grad ein wenig hängen lasse und das genieße.
Mama sagte doch immer, wenn ich maaaaaal daheim bleiben wollte, weil es mir nicht gut ging: "Später im Beruf kannst du auch nicht gleich daheim bleiben." Und so hatte ich dann immer öfter handfeste Krankheiten, Unfälle, verpfuschte OP's....soso...seltsam oder?
Übrigends nannte ich im letzten Brief )an meinen Vater)  meine Mutter mit ihrem Vornamen. Fühlte sich etwas saltsam an, aber stimmig für mich.

Man könnte es ja auch anders sehen: Mensch gut dass ich grad nicht arbeiten muss, so kann ich mich ganz auf meine Genesung konzentrieren, mich um mich kümmern, trauern wenn mir nach trauern ist und schlafen soviel ich will und es eben grade braucht!
Fühlt sich noch etwas steif an, so wie neue Schuhe, aber ich üb mich mal in der neuen Haltung.

Dann sah ich an der Haltestelle noch ein Plakat: Älterer Mann hat seine Hand auf der Schulter einer jüngeren Frau, der Slogan: Meine Tochter verdient jetzt ihr eigenes Geld und meinen Respekt.
Boah dacht ich, wie schön! Auf mich war nie jemand stolz. Respekt, Bewunderung für das was ich tat von meinen Eltern? UNMÖGLICH! Das Gegenteil war der Fall: Immer schön runter machen, demotovieren, Ideen/Wünsche ausreden, alles schlecht machen. Echt zum kotzen.
Der springende Punkt ist: Ich habe das übernommen und gehe oft nun selbst so mit mir um.

Nach der Stunde fühlte ich mich nach langem mal wieder so stabil, dass ich noch einen kleinen Ausflug dran hängte.
Ich fuhr zum botanischen Garten, der zwar im Moment genauso braun/matschig ist wie überall, ABER er hat viele Gewächshäuser und da schlenderte ich durch. Als Introvertierte ist sowas herrlich. Andere mögen sich langweilen, aber ich kann mich da voll und ganz einlassen und im Flow alles bestaunen. Am besten alleine, ohne Begleitung und andere Besucher. Und tatsächlich manche Häuser hatte ich zumindest für einige Minuten nur für mich. Wie erholsam! So gern hätt ich mich irgendwo hingehockt und nur genossen. War leider wegen zuvieler anderer Besucher und fehlender Bänke  nicht möglich, aber in der Phantasie schon und deswegen habe ich viel fotografiert.

In manchen Häusern duftete es so lecker nach all den Orangen und Zitronenbäumchen.



In anderen nach all den wundervollen Blüten! Was für Nasen-und Augenschmaus!



Und immer wieder tolle Farben! Endlich mal was anderes zu dem braun/grau da draußen!

 Wie aus in einer anderen Welt fühlte ich mich...


 Grüüüün soweit das Auge reicht...Dschungel pur...holt mich hier bloß nicht raus!!!

Diese Bläter waren über 3m hoch!

Hier ist immer Frühling...

Hier auch!

Und dann das Schmetterlingshaus! (Ausstellung nur noch bis März! Wer also in München ist und das sehen will, schnell hin, es lohnt sich!)
Überall flatterten oder saßen große, kleine, farbige oder braune Falter. Ein tolles Gefühl so umschwirrt zu werden!





 Leider geht ja der Zoom an meinem Handy nicht...


Scheu waren die jedenfalls nicht.
 Und hier hängen all die Puppen. Estaunlich. Manche sahen wie Edelsteine aus, glitzerten und man meinte sie hätten kleine Glitzersteinchen aufgeklebt. Ein Mitarbeiter kam und zeigte mir eine Raupe die sich gerade mühselig aus ihrer alten Haut schälte. Ich sag's ja...nicht Krise sondern Metamorphose! ;-)

Morgen gibts noch ein paar Bilder!

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