Mittwoch, 10. Februar 2016

Eine Traumgeschichte

Ich habe heut nacht folgenden Traum geträumt und irgendwie gefiel er mir und beruhigte mich.
ich hatte abends, schon im Bett, eine Runde EFT geklopft, mit dem Satz: Ich finde meinen Weg. Normalerweise klopfe ich nur, wenn ich vor Unruhe nicht schlafen kann. Dann hilft das klopfen sehr, schon nach wenigen Punkten atme ich viel tiefer und gleichmäßiger.

Heute nacht also:
Ich sah ein Kind (Alter ungewiss) das seinen "Parabello" (keine Ahnung wie ich auf das Wort kam, aber die Suchmaschine findet tatsächlich einiges) nicht fertig basteln wollte. Es war so eine Art Hampelmann in Kindgröße und vieles daran gestrickt. Er war zu 90% fertig.
Die Handarbeitslehrerin (hat heut bestimmt auch eine coolere Bezeichnung) wollte es auf die übliche Art machen: Mit Druck. Überreden. Überrumpeln. Ich sage, dass du das machst, dann machst du aus - fertig.

Ich setzte mich neben das Kind, um uns herum auch ein paar Erwachsene, u.a. meine Schwester und Mutter.

"Hör mal", sagte ich, "ich sag Dir jetzt mal was, worüber meine Schwester und Mutter wahrscheinlich lachen: Aber manchmal, da muss man im Leben Dinge tun, die man nicht gerne tut. Manchmal muss man auch angefangenes fertig machen, obwohl man keine Lust mehr hat" (der Grund das Schwester/Mama lachen würden, was sie dann gar nicht taten, ist dass sie der Meinung sind, dass ich NIE was fertig mache, immer aufgebe und immer den leichtesten Weg gehe).

"Schau", sprach ich weiter, "er ist zu 90% fertig, wenn du jetzt aufhörst, bekommst du eine schlechte Note über die du dich später vielleicht ärgerst.
Und vielleicht ist ja auch was gutes dabei, was du jetzt nicht siehst."
Später schon so im halb aufwachen, dachte ich noch: und vielleicht kannst du das fertige Spielzeug einem Kinderheim schenken, die freuen sich und dann hatte das Ganze doch noch einen Sinn.
Ich sprach dabei freundlich, sanft, ihm zugewandt. Einfach erklärend, ihm seine Situation und Alternativen aufzeigend.

Das hätte ich mir früher auch gern gewünscht.
Und heute lerne ich es Schritt für Schritt für mein inneres Kind selbst der fürsorgliche, liebevolle Erwachsene zu sein, den ich viel zu selten an meiner Seite hatte.
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Nachtrag:

Lese wieder das Buch: Erwachsen von Ashley davis Prend (die Ama*zon-Beschreibung dort ist falsch! Dafür gibt es dort das Buch für knapp 5,-). Wer also öfter mal mit inneren Kindern Probleme hat, ich sag nur Süchte jeder Art, Jugendwahn oder andere Probleme die sich nicht lösen wollen, kann ich das Buch sehr empfehlen.
Gerade las ich eine Übung, ich sollte mir eine Szene vorstellen bei der es mir als Kind schlecht ging, weil ich verlassen wurde oder bloßgestellt oder geschimpft. Man kann ja mit eher harmloseren Übungen anfangen. Und dann lässt man diese Szene so ablaufen, wie man es gebraucht hätte (wie mein Traum heut nacht).

Bei mir war es eine Szene beim Sommerfest im Kindergarten. Es war heiß, laut, turbulent und die Aufregung vor der Aufführung (ein Tanz mit Gruppe) gab mir den Rest. Ich saß heulend am Rande des Geschehens, leicht erhöht, hinter mir eine Hecke.

Jetzt in der Vorstellung gehe ich zu diesem Kind, rubbel ein wenig den Rücken, sage dass das hier ganz schön laut und wild ist und mir das wohl zu schaffen machte. Das ist ok, wir können jetzt auch erst mal nur dem Treiben zusehen...einfach Dasein, Körperkontakt halten und schweigen, später fragte ich, ob ich uns ne Limo holen soll....nach einer Zeit hat sich alles beruhigt, ich habe mir wieder einen Überblick verschafft (als Kind) und mich entschieden was ich jetzt machen will (Dreirad fahren).

Ich finde solche Visualisierungen sehr heilsam, absoluter Balsam für die Seele, so einfach und wirklungsvoll.
Mit Sicherheit werde ich noch ein paar solcher Szenen bearbeiten.

Kommentare:

  1. Besser als so kann es doch gar nicht sein: Für sich selbst sorgen, im Innen wie im Außen. Liebevolle Geduld und Verständnis, Mut machen, wo es nötig ist. Ein bemerkenswerten Satz las ich kürzlich: "Mut ist die leiseste Art von Vertrauen", Selbstvertrauen!
    PS ich habe gerade auch sehr aufschlussreiche Träume ;-)

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  2. Das ist ein toller Satz. Und wahr :-)
    Na dann: weiter erhellende und hoffentlich schöne Träume!
    Viele Grüße

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  3. Hallo Luzia

    Das ist mal ein liebe- und seelenvoller Traum! Könnte es einen direkten Zusammenhang mit dem EFT geben? ...

    Die Verbindung von innerem Kind und Süchten hab ich so noch gar nicht hergestellt. Ist für mich sehr aufschlussreich .. und könnte mir helfen, gewisse Verhalten zu ändern (zB Frustkaufen) oder anders anzusehen. Mit mehr Fürsorge.

    Lieber Gruss, Anne

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    1. Hallo Anne, ja ich vermute da schon einen Zusammenhang zum EFT ;)
      In dem Buch stehen soviele Beispiele wo unser reaktiviertes verletztes inneres Kind das Lenkrad übernimmt (bei mir ist es ja gern mal bei der Partnersuche, dass ich mir wieder Papas hole) das ich oft lachen und staunen musste. Klar Frustkäufe *haben will* zählen dazu.
      Wenn man sich Drogenabhängige anschaut sieht man ganz deutlich Kinder: sofortige Lustbefriedigung/keine Frusttoleranz, nicht warten können, vom Äußeren auch oft noch kindlich (Kapuzenpulli, weinerlich, trotzig) oder jugendlich (Piercings), sehr egozentrisch nur sie und ihr Stoff zählen usw...

      Danke im übrigen für Deine Antwort bezgl. dem Reh ;)

      Liebe Grüße!

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