Freitag, 25. Dezember 2015

Neue Türen

In meinem Advents/Weihnachtsurlaub meldete sich eine Frau per Mail. Wir hatten vor einiger Zeit mal Kontakt der aber abbrach (durch einen Technikfehler wie wir herausstellten).
Es geht (auch) um Erotik. Zwischen Frauen. Das ist für mich (fast) Neuland.
Und daher spannend.

Als ich dann mein mitgenommenes Buch nahm und anfing zu lesen (wußte nicht um was es geht, nur das es auf meiner Liste *will mal lesen* stand) wurde ich stutzig. Es geht um eine Frau die das Zusammensein und die Sexualität mit Männern hinterfragt.
Es geht um Menstruation, um Frauengruppen, um das Leben dieser Frau.
Es geht um Liebe zu Frauen.
Es sind autobiografische Aufzeichnungen, Gedichte, Träume, Analysen.
Es heißt: Häutungen von Verena Stefan. Das war wohl früher (ab Erscheinung des Buches) recht bekannt in den linken Frauenkreisen.

Ich gehe meinen eigenen Gedanken und Gefühlen dazu nach. Wir schreiben uns viel und irgendwann traue ich mich sie anzurufen. Sie ist mir sympathisch, reflektiert sich selbst, probiert gern neues aus, hat ein vielfältiges Leben hinter sich. Spannend. Interessant. Irgendwann sage ich ihr, wo ich gerade Urlaub mache. Sie schweigt. Lacht dann prustend los, ich ahne schon was und sie meint: "Da fahre ich morgen auch hin, auf meine Almhütte."
Wow.

Ich entscheide mich trotzdem sie, trotzt bester Gelegenheit, noch nicht zu treffen. Ich wollte mich im Urlaub wieder sammeln, bei mir ankommen (in dem Buch las ich den Satz: Einen Vorrat von mir anlegen. Genau, wenn das nur ginge, andererseits würde mir was fehlen: Der spannende Weg wieder zu mir, die Kreativität dazu entwickeln und dann das schöne Gefühl, wenn ich wieder ganz bei mir bin) und diese Anspannung loswerden.

Ich merke, ich brauche mehr Menschen um mich, die ihr Leben aktiv leben und sich nicht vom Leben leben lassen und sich dann als Opfer sehen.
Ich brauche Menschen, die sich selbst hinterfragen, sich selbst weiter entwickeln wollen und bewußt handeln und nicht erst dann, wenn ihnen das Leben eine knallt.
Diesen Anspruch habe ich entwickelt. Und es gibt diese Menschen auch schon im ferneren Umkreis. Einen davon hätte ich gerne in meinem näheren Umkreis und frage ihn, ob er mit mir im Januar ein Wochenende in den bayrischen Wald fahren will. Er will.

Menschen wie D. tun mir nicht gut. Das habe ich schon vor 2 Jahren gemerkt und trotzdem an ihm festgehalten. Altes Trauma, vielleicht kann ich es ja doch lösen? Ich kann es nicht. Er ist auf einem anderen Weg als ich und ich habe schon als Kind versucht diesen Menschen zu helfen. Die sich gar nicht helfen lassen wollen.
Ich lasse los. Auch wenn es sich wie eine Häutung anfühlt. Schmerzhaft. Die Vorstellung und Idee wie wir noch vieles zusammen machen und lachen loslassen.  Wir spielten wie die Kinder und das wird mir fehlen.
Und regelmäßig knallte es so heftig, dass ich darauf keine Lust mehr habe.

Da wo mir die Haut weggerissen wurde, tut es noch weh.
Ich weiß aber nun was ich tun muss, damit es besser heilt.

Und das wichtigste ist auch: Es geht vorbei. Irgendwann ist die Wunde zu.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen