Sonntag, 8. November 2015

Aufwachen und lachen

Die Bücher/Arbeit von Safi Nidiaye find ich ja toll.
Auflösen der Identifikation mit Gefühlen/Gedanken.
Ich habe das früher schon immer mal geübt, aber nun völlig vergessen.
Kein Wunder, dass ich in meiner Wut/Beschimpfungen (im stillen nicht an die Person gerichtet) und Rachephantasien hängen blieb.
Ich kam und kam da nicht raus. So sehr ich mich aus der Identifikation lösen wollte, die Verkrampfung im Körper und Unruhe und das Leid blieb.

Bis ich mich hinsetzte und einfach aufschrieb was da grad so in mir los ist.
OHNE Be/Verurteilung. Und da kam es nochmal, dass sooooviel alte Wut dabei ist....und DANN fiel es mir endlich auf:
Ich war völlig im (hilflosen/ohnmächtigen) Kindanteil.
Ich war gefühlt wieder das Kind, das man so mies behandelt hat.
Als ich dann bewußt in den Erwachsenenteil ging und auf das verletzte, wütende Kind sah...ging alles ganz von allein.
So leicht war es...so einfach...
und ja jetzt weiß ich warum die Autorin  den Buchtitel *Aufwachen und lachen* nannte.
Ich lachte auch. Ob der Befreiung. Der Freiheit. Der Einfachheit.

Allein das Erkennen und auch das da-sein-dürfen der Gefühle war wie Schmetterlinge im Bauch.
Ach ich könnt ewig darüber schreiben, aber ich muss mir noch mehr anschauen was sich so in letzter Zeit angesammelt hat und was ich verdrängt und nicht haben wollte.

Das beste ist sowieso: Lesen, ausprobieren, erleben!
(wobei ich das Buch *Herz öffnen statt Kopf zerbrechen* fast besser finde)

Kommentare:

  1. Knuf schreibt in diesem Zusammenhang von Primär- und Sekundärgefühlen. Ich fand das sehr interessant. Als "Belohung" für das Dranbleiben am "Untersuchen des Gefühls" bekommt man letztlich persönliche Freiheit geschenkt. Allerdings als einfach empfinde ich das nicht, sondern als jede Menge Arbeit mit und an sich selbst.

    Lieben Gruß
    Beate

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  2. Wer ist dieser Knuf?
    Hab mal kurz nachgelesen, weil ich die Begriffe Primäär/Sekundärgefühlen nicht kannte. Aber ja, ist wohl dasselbe.
    Bei mir ist diese Freiheit als Erleichertung zu spüren, wenn ich mir erlaube diese Gefühle zur Kenntnis zu nehmen. Ohne gleich in die Konsequenz zu gehen. Das Gefühlsverbot wurde einfach von klein auf gut eingetrichtert, war ja auch schwierig und unangenehm, "wo kämen wir denn da hin, wenn jeder in der Familie da mit seinen Gefühlen daherkäme!"
    Wünsche Dir Geduld und Kraft! :-)

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