Donnerstag, 8. Oktober 2015

Wie ein Käfer aufm Rücken

Gestern mit Freundin T. aus Hamburg telefoniert.
Sie rief mich vormittags an, was mich schon wunderte, da sie zu dieser Zeit normalerweise arbeitet.
Sie ist krankgeschrieben.
Nun denn, natürlich wollte ich wissen, warum sie nun daheim hockt.
Da kam ein klägliches: "Ich hab mir 4 Rippen geprellt und das halbe Schienbein noch dazu!"
Ein "ohje, wie haste denn das angestellt?" war natürlich meine nächste Frage, darauf erhielt ich die Info: Ich bin vom Klettergerüst gefallen,
und da entfuhr es mir ein: "Oh wie schön!"
Und meinte damit eigentlich, dass ich es toll finde, dass sie da rumgekrabbelt ist.
Ich wär nämlich genau wegen der Angst da runter zu fallen, auch unten geblieben.
Sie kicherte. "Naja bisschen dämlich komm ich mir schon vor."
Ich fand es toll, dass sie mit Mitte 40sich einen Spaß gönnen wollte und mal ein wenig kindisch sein.

Ich hab es mir angewöhnt Leute genau dann zu loben, wenn die Leute sich wegen irgendwas selbst fertig machen.
Wenn jemand jammernd meint: oh ich hab seit 3 Tagen die Wohnung nicht verlassen, kommt von mir ein enthusiastisches: TOLL!
Man selber meint ja immer, alle anderen gehen jeden Tag an die Luft, arbeiten immer perfekt, haben nie fettige Haare, sind nie einsam usw.
Deswegen schiebe ich diesem Selbstoptimierungswahn einen Riegel vor, indem ich die Leute schulterklopfend gratuliere zu den neuen 5 Kilos, der verwüsteten Wohnung, dem überzogenen Konto.
Bitte nicht falsch verstehen, ich will hier dem schamlosen sich treiben lassen nicht zum Bestseller verhelfen, sondern nur den steifen Leuten/Einstellungen/Strenge mit sich selbst,  zu etwas mehr Lockerheit.

Und vielleicht schreib ich morgen, was ich eigentlich heute schreiben wollte.
Hier schon mal die Überschrift: Bayrisch, introvertiert, minimalistisch.

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