Dienstag, 25. August 2015

Entspannung - Perfektionismus

Uah mir wurde letztens so klar, WIE sehr mein Denken und Wollen im Perfektionismus verstrickt war/ist.
Klar ist das anstrengend. Ich hatte/habe innerlich ein ganzes Soldatenheer am marschieren. Und so ging ich auch. Immer stramm. Immer schnell.
Verkrampft.
Oft beobachte ich nun so mein Denken. Und erwische mich bei fast jedem 2.Mal dass ich mir SORGEN um Dinge mache, die mich überhaupt nichts angehen oder schlichtweg um völlig abstruse ungelegte Eier.
Wenn ich mir dessen bewußt werde, kann ich loslassen und lächeln. Und mich dem Hier und Jetzt zuwenden. Aber vor allem: Entspannen. Körperlich richtig loslassen.
Überhaupt klappt das auch zwischendurch immer besser: Körperlich entspannnen. Nicht erst, wenn ich endlich daheim bin, keine Termine mehr habe oder es endlich Sonntag ist.
Nein auch beim warten auf die Bahn. Beim gehen (!) nach Hause oder zum Supermarkt ect.

Ich glaube diese ganzen Selbsthilfegruppen haben auch eine große Schattenseite. So sehr sie mir halfen mich mit meinem Problemen zu verstehen, so sehr sind sie auch immer darauf ausgerichtet, dass man selbst etwas tut damit es einem besser geht (keine Frage, wenn es einem beschissen geht, dass man nach Lösungen sucht) aber irgendwie ist es auch unterschwellig dieses: wenn es dir weiter schlecht geht, hast du nicht das richtige gemacht, oder nicht genug, oder überhaupt.

Bei mir hat sich das so gesteigert, dass ich jegliches Panikgefühl oder Erschöpfung weg haben wollte, mit der Gewissheit dass das falsch an mir ist. Und endlich leben.
Aber hej. DAS IST DAS LEBEN. Man ist mal müde. Mal ängstlich. Mal schlaflos (ja klar manches hat bei mir zu gewissen Zeiten überhand genommen).
Ich wollte perfekt sein. Immer mit gewaschenen Haaren, nie mit Straßenschuhen die Wohnung betreten, zu jeder Mahlzeit was gescheites essen...usw.
Das innere Band mit "DU MUSST, DU SOLLST, MAN DARF NICHT" lief IMMER!
Auch anstrengend.

Wenn ich feststelle, dass auch ich nur ein kleiner gewöhnlicher Mensch bin (was mit meiner eigenen narzisstischen Wunde zu tun hat, dazu ein ander mal mehr) und das akzeptiere, lebt es sich leichter. Und lockerer.

Zu erkennen, dass ich nicht wegen meiner Fehler und Unvollkommenheiten jahrelang, auch von der eigenen Familie, gemobbt wurde, sondern weil diese Leute ein massives Problem mit sich selbst haben und sich nur gut und wertig fühlen, wenn sie jemand anderen abwerten...dann...dann bricht ein befreites Lachen aus mir heraus. Eine riesen Last fällt von meinen Schultern. Und ein tiefes fühlen in mir: ich darf so sein, wie ich bin. Mit Ecken und Kanten.
Ich habe mich jahrelang so verbogen, wollte so perfekt sein, aus Angst dass mich wieder jemand so verurteilt und demütigt und im Stich lässt.
Ich verstehe mich und meine Reaktionen immer mehr, das Selbstgefühl wächst und die Akzeptanz ebenso.

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