Dienstag, 14. Juli 2015

Lebensaufgabe: bei mir sein

Ärger zeigen ist eines der vielen Gefühle die absolut verboten waren. Früher.
Sofort kamen immer Beschwichtigungen: das hat der nicht so gemeint, das lässt sich reparieren, ist nicht so schlimm ect...
Heute habe ich für alles und jeden Verständnis. Gelernt ist halt gelernt.
Auch mal meinen Unmut kund zu tun und mich genervt zeigen: gibts nicht.
Gestern war ich aber so richtig stinkig. D. übertrat innerhalb kürzester Zeit 3 meiner klar gesagten Grenzen! Da ist selbst meine Geduld am Ende. Außerdem ging es mir richtig scheiße.
Also ließ ich den Ärger einfach mal da. Und zeigte ihn. Tat sehr gut!
Ist lebendig und authentisch. Auch wenn es für den anderen unangenehm sein mag, es ist doch ehrlicher und ein süßliches grinsen ala *nicht so schlimm*. ARGH!!

Nach über 10 Jahren wünsche ich mir langsam doch wieder ein eigenes Auto. Ein eigener klar abgegrenzter Raum.
Nur ich.
Bahnfahren stresst mich immer mehr. Nur woher nehmen...das liebe Geld.

Denn das innerlich bei mir bleiben, ist weiterhin sehr schwierig für mich. Bei anderen Menschen sehe und fühle ich soviel, Gedanken rattern gleich los...bin sogleich in deren Leben, Fragen tauchen auf, nehme alles mögliche wahr.
Energie folgt der Aufmerksamkeit. Sprich MEINE Energie strömt zu den anderen (wildfremden!)Leuten.
Und ICH bin völlig müde und erschöpft.
Heutige Übung: Draußen bei mir bleiben. Meine Gedanken bei mir zu behalten, bei meinen Gefühlen, Empfindungen, bei meinen Sinnen (was rieche, höre, sehe spüre ich?), wenn die Gedanken wieder abschweiften zu anderen (ala: eine alte Frau, sehr chic gekleidet, wo die wohl gerade hin geht? Was sie macht? Ah sie trägt eine lange Kette, könnte ich auch mal anziehen, sie geht sehr entspannt..ect...) registrierte ich dies und kehrte wieder zu mir um.
Oft passiert soviel im spüren, dass ich es schlecht in Worte fassen kann.

Ich muss da mehr auf mich aufpassen, denn ich merke ja: wieviel Spaß es macht sich mit mir zu beschäftigen UND wieviel Kraft für mich auf einmal da ist!!! Unglaublich.
Ich werde in Zukunft bewußter damit umgehen: mir durchaus Zeiten erlauben in denen ich "bei den anderen" bin, aber dann auch ein STOP einlegen und bei mir bleiben.

Ich habe das von kleinauf gelernt NUR auf die anderen zu schauen. Es sicherte mein Überleben. Es war einmal sinnvoll diese Eigenschaft (große Beobachtungsgabe) zu erlernen. Ich bin mir sicher, dass ich sie auch wieder verlernen kann...
(ich weiß, dass ich mich bei dieser Thematik wiederhole. Muss sein. Das Ausmaß dieser inneren Verlassenheit wird mir so nach und nach erst bewußt. Und erschreckt mich).

Und sonst so:
Manchmal entdeckt man was Neues und denkt sich: verdammte Axt, warum kam ich da nicht drauf.
Zum Beispiel die Zeitschrift Walden. Genau. Nach dem Buch von Thoreau! werde sie gleich mal durchblättern :)

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