Montag, 20. Juli 2015

Am Sonntag kann ja jeder...

...in den See hupfen.

Aber Montag früh um halb 7, wenn man den ganzen stillen See ganz für sich alleine hat und vor sich hinschwimmen kann, vollkommen nackt,
DANN ist das für mich Luxus.

Vor allem wenn ich mal wirklich fit aufwache (und das auch mal für 3 Std. so bleibt), guter Laune bin und einfach Kraft habe...
dann merke ich wieder, wie Leben sein könnte.
So muss ich halt erstmal weiterhin die wenigen guten Tage genießen und nutzen! Das es sie überhaupt gibt, dafür bin ich sehr dankbar.
Auf dem Heimweg noch ein Stück Kuchen mitgenommen, dann duschen und weiter genießen.
Jeah!

Seit Tagen les ich wieder Literatur aus der Mappe von der damaligen Gruppe: erwachsene Kinder suchtkranker Eltern. Habe dazu nicht viel im Netz gefunden, aber etwas schon:


Heilkreis Erwachsene Kinder suchtkranker Eltern (EKS-Heilkreis)

Erwachsene Kinder suchtkranker Eltern haben gemeinsam, dass sie in eine Familie hineingeboren wurden / in einer Umgebung aufgewachsen sind, in der substanzielle oder nicht an Substanzen gebundene Abhängigkeiten herrschten.
Obwohl süchtige Menschen nach meinen Erfahrungen mehr oder weniger bewusst (kognitiv) wissen, wie dramatisch es in ihrem bereits gelebten Leben sein kann, „sich“ (d. h. ihre Gefühle so oder so) „wegzumachen“, tun sie es sukzessiv, weil sie sich in ihrem tiefsten Inneren nach einem konfliktfreien „Ort“ sehnen, an dem sie dann schließlich Liebe - ohne dafür Leistungen erbringen zu müssen - erfahren können.
Wenn ich das Wort „Abhängigkeit“ benutze, meine ich etwas, von dem ich sage, ich brauchte es/kann es nicht lassen, ... um glücklich zu sein. Wenn ich es nicht habe, fühle ich mich emotional aufgebracht.
„Abhängigkeit“ bedeutet, dass in meinem Kopf Forderungen erschaffen werden, die zwingend vorschreiben, was ich sagen oder tun sollte und es geht immer um Besitz.
Einige Charaktereigenschaften, die „Erwachsene Kinder“ gemeinsam haben
(aus EKS-Lit 2, S.14, VIII/92)

1. Meistens fühlen wir uns „verschieden“ von anderen Menschen. Wir fühlen uns anders als andere, abhängig, allein oder einzigartig.

2. Wir haben ein niedriges Selbstwertgefühl und fühlen uns nicht gewachsen, nicht genug. Wir fürchten, dass man unser „wahres“ Selbst entdeckt und uns dabei ablehnt.

3. Wir werden zu Menschen, die nach Anerkennung verlangen, und verlieren unsere Identität in diesem Prozess. Wir erschaffen einen Charakter, der annehmbar, akzeptabel für andere ist.

4. Wir haben ein übermächtiges Verlangen „gebraucht“ zu werden, und wenden uns daher Menschen zu, denen wir „helfen“ können.

5. Entweder wir werden zu Alkoholikern, heiraten einen Alkoholiker – oder beides; oder aber wir finden eine zwanghafte Persönlichkeit – wie jemanden, der ständig arbeiten zu müssen glaubt, - um unser krankhaftes Bedürfnis nach Im-Stich-gelassen-werden zu befriedigen, zu erfüllen (Wiederholungszwang).

6. Wir haben die Gefühle in und aus unserer Kindheit begraben, und als Erwachsene haben wir die Fähigkeit verloren, unsere wahren Gefühle zu erkennen oder auszudrücken.

7. Wir haben Angst vor zornigen Menschen. Wir fürchten Autoritätspersonen und persönliche Kritik.

8. Wir haben in unserer Kindheit gelernt, mit Stress zu leben. Ohne es zu wissen, setzen wir von neuem in Gang, was uns von damals so gut bekannt ist.Oft befinden wir uns in einem Zustand von Spannung oder dem einer Krise.

9. Wir sehen die Dinge in den Größen Alles oder Nichts, 1 oder 10. Wir schaffen es nicht, die Möglichkeiten 2 -9 zu bedenken.

10. Wir sind abhängige Persönlichkeiten, die entsetzliche Angst davor haben, im Stich gelassen zu werden. Um den Schmerz zu vermeiden, werden wir fast alles tun.

11. Wir werden zwanghaft und besessen in unserem eigenen Verhalten.
12. Wir verbringen viel Zeit mit Planen, Systematisieren, Manipulieren und Vermeiden; Kontrolle ist Zentralthema in unserem Leben.


Typische Schwierigkeiten von
Erwachsenen Kindern:
Wir sind wieder an eine suchtkranke oder anders
abhängige Person geraten.
Wir sind selbst suchtkrank geworden.
Wir fürchten uns davor, verlassen zu werden.
Wir kümmern uns lieber um andere als um uns
selbst.
Wir möchten alles unter Kontrolle haben.
Wir sind ständig im Stress.
Es macht uns Mühe zu vertrauen oder wir
vertrauen falschen Personen.
Wir fühlen uns ängstlich unter fremden Menschen
und gegenüber Autoritätspersonen.
Wir haben Angst vor persönlicher Kritik und
möchten auf keinen Fall Fehler machen.
Wir fühlen uns minderwertig, nicht genug (perfekt),
anders als die anderen.
Wir haben zu viel Verständnis für andere und zu
wenig Verständnis für uns selbst.
Wir fragen uns, was „normal“ ist.
      Es fällt uns schwer Spaß zu haben.

Ich habe dann noch Blätter mit positiven Affirmationen:
Du kannst für Dich selbst denken.
Du kannst jetzt auf Dich selbst vertrauen.
Du brauchst für Deine Selbstachtung nicht die Abhängigkeit von anderen.
Du hast das Recht Deine eigene Persönlichkeit zu entfalten...
usw.

Kommentare:

  1. Liebe Regenfrau, danke für Posten dieser Listen. Hilfreich. Sehr sogar. Stelle gerade fest, dass zu viele davon auf mich zutreffen. Dass Süchte nicht immer substanzgebunden sein müssen, ist ein wichtiger Hinweis.

    Lieber Gruss, Anne

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    1. Mit "zuviele davon" meine ich die Punkte auf der ersten Liste.

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  2. Hallo, leider finde ich die anderen Listen nicht, ich finde die sehr schön und helfen mir immer wieder.
    Schön dass es Dir auch hilft.
    Lieben Gruß zurück ;)

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