Samstag, 6. Juni 2015

Versorgerrolle

Gestern eine üble Einsamkeitsattacke gehabt.
Das hat weniger damit zu tun, dass ich physisch alleine bin, sondern tritt sehr heftig dann auf, wenn ich mich selbst verlassen habe.
Um also wieder mehr in Kontakt zu meinen Gefühlen zu kommen, rief ich T. an. Mit ihr kann ich das tun.
Und während ich so erzählte wurde ich immer wütender. Wütend auf D.
Boah. Da kam Leben und Energie hoch! Ich hab das alles weggedrückt, dass ich mich depressiv/niedergedrückt fühlte, war also kein Wunder.

Mir wurde so richtig bewußt, nein ich habe es endlich gefühlt, dass ich bei D. verhungere. Der gibt mir nichts. Und wenn ich nichts bekomme, intensiviere ich meine Anstrengungen, um vielleicht doch noch ein Krümelchen zu bekommen. Aber da kommt nix.
Sondern erst dann, wenn ich mich zurück ziehe. Alle Energie bei mir lasse und ihn komplett aussperre (innerlich). Dann klopft er wieder an.
Ein Scheißspiel. Komm her, geh weg.

Alles schon bei meiner Familie gehabt. Jahrelang hab ich mich gekümmert, organisiert, gemacht und getan...für? Nix.
Es geht mir bei D. nicht um wertvolle Geschenke oder so...sondern einfach um  Zeichen: "Ich nehme dich wahr, ich hab an dich gedacht, ich weiß, dass du das magst deswegen hab ich es dir mitgebracht..." Sowas einfach.
Auch um emotionale Nähe die er nicht zulassen kann/will.

Auch hier steh ich in einem Eisenwarenladen. Da gibt es nur kalte harte Sachen. Nix warmes und schon gar nichts nährendes.
Ich muss rüber zum Bäcker (na für mich eher die Metzgerei) oder in den Park mit Sonne. DAS tut mir gut. DAS brauche ich.

Als ich das gestern so T. erzählte meinte sie:"Ah du fällst in die Mutterrolle und ich in die Therapeutenrolle.!
Auch wenn es unangenehm war das zu hören (wer is schon gern Mutti) so stimmt es doch.
Ich tue viel zu viele Dinge, die er selber tun kann (natürlich macht man das aus Zuneigung mal, aber nicht dauernd und nicht wenn ich ständig gebe und nichts zurück kommt).
Und sobald ich in diesem Muster wieder hänge, wende ich das auch bei anderen Personen an (z.B. in der Arbeit) und ich habe so eine Art Sehnsucht nach meinen Eltern. Is klar.

Das Wochenende gehört mir.
ICH gehöre mir.
Ist das Motto der kommenden Tage.

T. meinte noch: "ich tue fast nichts mehr (bei ihr therapeutisch interagieren) wenn ich nicht einen klaren Auftrag dazu bekommen habe."
Das tönt gut.
Erstmal Finger still halten, atmen und nix tun.

Tschüß Coabhängigkeit!

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