Samstag, 30. Mai 2015

Kennt ihr das?

Oft wurde ich von vielen Leute kritisiert.
Ich müsste doch mal bei einem Job bleiben und nicht ständig umziehen und überhaupt. Irgendwann habe ich mir das selber vorgeworfen, warum ich kein "normales" Leben hinbekomme. Habe versucht mich in Korsetts zu zwängen, in die ich einfach nicht paßte.
Diese Anpassung machte mich krank.

Heute sage ich: Alles hatte seinen Sinn.
Auch wenn man ihn erst im nachhinein erkennt.
Nun steht da ein Projekt vor mir,in dem ich all meine (Lebens-)Erfahrung zu Geld machen kann.
Nein um das Geld geht es mir noch nicht einmal so sehr (außerdem ist es  nicht sonderlich gut bezahlt) sondern darum, dass ich etwas tun darf, was ich gut kann UND sehr gerne mache: organisieren, den Überblick behalten, einteilen, einen Arbeitsplan erstellen und dann praktisch alles umsetzen.
Das ganze mit Einfühlungsvermögen, Herz und Humor.
Um was es genau geht, berichte ich später, wenn alles unter Fach ist.

Kennt ihr dieses prickelnde Gefühl, diese Gänsehaut vor Begeisterung?
Wenn man verliebt ist oder die Zusage für die Traumwohnung bekommt oder einfach eine tolle Überraschung geschenkt bekommt?
So geht es mir heute. Ich würde am liebsten sofort starten.
Ich mache mir Gedanken, was ich beachten muss und an was zu denken ist.
Und das gerne...wie nebenbei.

Auch wenn es nur ein Projekt auf Zeit ist und die Umstände nicht sonderlich prickelnd (z.B. sehr langer Arbeitsweg) und vom fehlenden Prestige mal ganz abzusehen, freu ich mich so sehr, bald etwas zu tun wo ich sehr schnell in den Flow gerate und es nicht als Arbeit empfinde.
Das liebe ich so sehr!
Außerdem zeigt mir das Ganze wieder einmal mehr, wo es beruflich langgehen könnte/wird.

Freitag, 29. Mai 2015

Ein wenig Glamour

Doch...ich kann ein wenig Luxus schon genießen...
wie der Besuch im Kosmetikstudio an meinem Geburtstag
oder letztens im SPA-Bereich eines 5-Sterne-Hotels.
Ja sich auch mal als etwas besseres fühlen (oder zumindest so tun als ob).

Im SPA war es insofern angenehm, weil
- wir nie mehr als 4 Personen waren (Zutritt auch erst ab 16 Jahren)
- es Einzelduschen MIT Tür gab
- einem der bestellte Tee direkt an den Pool gebracht wurde
- man nicht warten musste, bis der Whirlpool irgendwann wieder angeht, sondern man ihn selbst anschalten kann (zur Not natürlich auch wieder aus, ansonsten schaltet er sich selbst nach gut 10 Minuten wieder ab),
- die Bank in der Umkleide gepolstert war (gut man will da ja keine Stunden hocken, aber trotzdem)
- man auf den Liegen Kissen vorfand

Natürlich nahmen wir die High Socity auch auf die Schippe, als wir die Zeitschriften durchblätterten in denen es Uhren nur im 4-stelligen Bereich gab und die Autowerbung natürlich auch nur Nobelkarossen zeigte.
Aber so ein wenig Naserümpfen gehört da schon dazu :)

Manchmal darf man eben auch ein klein wenig Prinzessin sein!

Donnerstag, 28. Mai 2015

Wo bin ich?

Ich merke, dass mir die Lust am bloggen schwindet..
am öffentlichen erzählen.
Ich fühle mich ungeschützt und mag nicht mehr soviel von mir erzählen.
Vielleicht auch weil ich weiter viel verdränge, im Automodus vor mich hinlebe und mich zu oft meiner Selbstverantwortung entziehe.

Mich wieder zu sehr leben lasse. Von anderen.
Wieder zu sehr re-agiere auf Äußeres, auf vermeintlichen Erwartungen.
Ich spüre den anderen wieder viel mehr, als mich selbst.
Erfühle seine Laune, seine Wünsche, seine Sorgen und richte mich danach aus.
Wieder zu sehr in Coabhängigkeit verfallen.

Auf mich besinnen fällt so schwer...
Meine Prioritäten erfühlen ebenso...
dem alten Muster zu folgen ist so leicht...so einfach, so mühelos,
anstatt sich einen neuen Weg zu trampeln, durch unwegsames Gebüsch.
Ein kleiner Weg ist schon sichtbar, ein paar mal ging ich ihn schon, aber ich verliere ihn noch zu leicht.
Den Weg zu mir...

Letztens musste ich zur Bahn. Auf dem Weg zum Bahnhof bekam mich ein Drang ins Literaturhaus zu gehen, um zu sehen, ob ich ein Buch mitnehmen kann das mir gefällt.
Ich nahm das Buch von Ursula Nuber mit: Nur Katzen haben sieben Leben
Du lebst nur einmal. Mach was draus!
Es hilft mir ein wenig mich wieder zu finden.
Bei mir anzukommen.
Mich nach meinem inneren Leuchtturm auszurichten

Sonntag, 24. Mai 2015

Weiter geht's

Weiter geht's ohne Getreide.

Es ist unfassbar befreiend, wenn ich mittags um kurz nach 12h zu Mittag esse und dann erst wieder um 18h. Und selbst da, weil es eher der Appetit hinein treibt und nicht mehr der *ich sterbe gleich Hunger*.
Frühstück erst wieder um 7h, also lockere 13Std. ohne Nahrung und ohne, dass ich nach dem aufwachen in die Küche sprinte.
Nein ich gehe, ohne weiche Knie, ohne zittrigem Gefühl, ohne schwitzen (alles was halt Unterzucker so anstellt.)
Sehr lesenswert:
http://www.biomedizin-voelker.de/uzucker.swf

Apropo Apppetit. Der ist wieder da! Ich habe wieder richtig Lust auf bestimmte Sachen. Das hatte ich schon ewig nicht mehr. Und macht gleich doppelt soviel Spaß am Essen!


Ich schlafe auch wieder durch. Logisch, der Körper hat einen stabilen Blutzucker und muss nicht mehr nachts um 2h Alarm schlagen, dass er Nachschub braucht. Kein Adrenalin. Kein Herzrasen. Nur seliges durchschlummern...
Herrlich!

Dienstag, 19. Mai 2015

was so los ist

- ich genieße das älter werden derzeit (wie das in paar Jahren aussieht, weiß ich auch nicht), fühl mich irgendwie sicherer, souveräner...

- die ganze Woche soll es regnen, mal wieder...menno...ja selbst als Regenfrau hätt ich im wunderschönen, grünen Mai gern  mehr Sonnenschein.

- seit Wochen tut ein Hals/Schultermuskel sauweh. Wärme und Massage helfen nicht. Nervt extrem. Hab keine Lust zum Arzt zu gehen...

- heute mit D. getroffen, war sehr schön...hätte sehr gern mehr Zeit mit ihm verbracht, war aber sehr müde vom gestrigen Tag (viel los gewesen) und auch ziemlich reizüberflutet. Zuhause dann 2 Stunden tief und fest geschlafen. Trotzdem diese innere Zerrissenheit: ich will das/mein Körper braucht aber was anderes nervt auch manchmal...

- seit 4 Tagen so gut wie getreidefrei. Glutenhaltiges Getreide verursacht bei mir (und vielen anderen) ziemliche Blutzuckerschwankungen. Sind vielleicht medizinisch noch nicht pathologisch, aber mir geht es damit nicht gut. Vor allem Unterzucker ist sehr unangenehm: unkonzentriert, zittrig, Hitzegfühl, niedriger Blutdruck, schwindlig, muskelschwach.
Mir geht es viel besser nun.
Das Blutzuckerschwankungen auch das Nervenkostüm stören, ist hier gut erklärt:
http://www.epochtimes.de/Ungleichgewicht-von-Blutzucker-macht-muede-a739987.html
und ich muss sagen: es stimmt, ich bin viel ruhiger, entspannter im Bauch.
Diese Umstellung dauerte bei mir lange, erst Weizen weg und das mit vielen Stolpersteinen, und jetzt komplett getreidefrei und generell weniger Zucker.
Chrommangel kann Heißhunger auf Süßes auslösen. Also nehme ich nun Chrom-picolinat. Wenn ich keine Süßigkeiten ess, fehlt mir nun nix mehr. Erstaunlich und eine neue Art von Freiheit!
Auch Milchprodukte habe ich reduziert. Bis auf den Milchkaffe (auch nicht täglich) gibts nix mehr. Wobei es mich derzeit nach Käse gelüstet. Mal sehen ob das nur die alten Suchmechanismen sind.

- ich verdränge derzeit viele Gefühle/Bedürfnisse.
Mache halt irgendwas ohne zu schauen, ob ich das wirklich will.
Ich bleib dran, wieder mehr mit mir in Kontakt zu kommen.

Samstag, 16. Mai 2015

Älter werden

Sehr passend für heute, Spruch des Tages:

Je älter man wird, desto ähnlicher wird man sich selbst.

Maurice Chevalier

Na denn, auf die nächsten 35 Jahre :-)

Mittwoch, 13. Mai 2015

Kraft

Gestern einen erstaunlichen Kraftschub gehabt.

Nach einer sehr kurzen Nacht morgens um 6h spazieren gewesen,
dann im Haushalt gewerkelt, mittags nach einem Salat wollte ich mal wieder länger radeln, leider machte mir ein Platten den Garaus.
Also heim, ein kleines Nickerchen, dann Reifen geflickt, weiter 2x zum einkaufen und zur Poststelle, ein wenig am PC gesessen, Wäsche gewaschen alles ohne der schweren sonstigen Erschöpfung, um dann endlich mal um kurz vor halb 10h ( nicht wie sonst um kurz nach 8) zufrieden ins Bett zu gehen, durchzuschlafen und wieder realtiv fit um halb 5 aufzuwachen.
Gut, nicht grad die beste Uhrzeit, aber egal, die Vögel zwitschern so schön und bestimmt werd ich noch eine Runde gehen und die wüürzige Luft draußen genießen ;)

Dienstag, 12. Mai 2015

Es ist vorbei.

Das war's dann mit D.

Das i-tüpfelchen war: Er ist vor paar Tagen in der Arbeit zusammengebrochen, der Notarzt kam und der nahm ihn ins Krankenhaus mit. Zu mir sagte er kein Wort, sondern erst auf Nachfrage (er hat eine große Schürfwunde im Gesicht) erfuhr ich was passierte.
Auf weitere Nachfrage warum er nix erzählte kam: "na er wolle ja nicht ständig (!) rumjammern!"
Meine Aufregung und Verwunderung darüber, dass er schwieg verstand er überhaupt nicht!
Tja was soll man da noch sagen. Als Freundin. Als Partnerin???
Übers Wetter kann ich mich auch mit der Nachbarin unterhalten.

Bei dieser Diskussion kamen wir noch auf andere Dinge die nicht so passen oder was man nicht versteht und irgendwann meinte er wiederum: "na du kannst als Single ja tun was du willst."
Nein das war kein Mißverständnis, sondern Ernst. Klar wußte er, dass wir zusammen sind.....aber...? Ich verstehs nicht. Auf Nachfrage hieß es: er meinte wenn....was definitiv nicht stimmt.
Auch diese Manipulationsversuche, einem die Wahrnehmung ausreden und andere Spielchen habe ich nach jahrelangem Mobbing in der eigenen Familie einfach nur satt.

Ich lass mich nicht mehr zum Honk machen und ich steh auch nicht mehr ewig vor verschlossenen Türen und bitte um Einlass (seine extremen Mauern spürte ich ja von Anfang an und da sank keine, zu keinster Zeit). Das hab ich über 25 Jahre bei meinen Eltern gemacht, um ein Fünkchen Zuneigung und Respekt gebettelt. Und ich will auch niemandem mehr erklären müssen wie respekt - und gewaltfreier Umgang aussieht. Auch das habe ich jahrelang versucht meinen Eltern zu erklären. Hat keinen Sinn.
 

D. fragte in regelmäßigen, sehr kurzen Abständen was ich eigentlich von ihm wolle. Die Beotung lag nicht auf *was wollen* sondern *von ihm* nach dem Motto von mir kleinem Wicht, ewigen Looser (weitere Abwertungen können ergänzt werden). Dass er ein Selbstwertgefühl hat, das unter einen Ameisenhut paßt, merkte ich schon bald, aber so krass....ne ich will auch keine Therapeutin spielen. Mein Helfersyndrom hab ich schon abgelegt.
Daher kam nach meine Absage auch recht schnell der Satz von ihm:
"Egal,kannst ruhig sagen das du froh bist das es vorbei ist."
BOAH...kotz....ist das ätzend...

Mir ist schon klar, dass dazu immer 2 gehören und dass ich auch meinen Teil dazu beitrage, nur sind mir meine Macken, Schwierigkeiten und sonstiges bewußt und ich ging offen damit um, wenn man da nicht aufpaßt kann einem da schnell ein Strick draus gemacht werden:
Denn jetzt bin ich die Böse, immerhin hab ich Schluß gemacht und ich hab ja die PTBS...ich ließ es fast zu, dass ich den schwarzen Peter bekam. Als ich immer mehr in altes Opferdenken fiel (ich kann nicht...und müsste doch...alles meine Schuld) wachte ich auf...war nicht mehr niedergeschlagen sondern wach und klar und konnte mich so auch besser positionieren.

Dazu kam, dass ich mir tatsächlich mal wieder einen Vater suchte. *seufz* ich dachte dieses Muster hätte ich aufgelöst (kann man das jemals?).
Ich kam erst so spät drauf, weil es dieses mal andere Charaktereigenschaften/Muster waren als sonst. Aber trotzdem eben die von meinem Vater! Die Farbe hat also quasi gewechselt.

Ne das hat keinen Sinn mehr...
wie war das...wenn man merkt, dass man ein totes Pferd reitet, soll man absteigen.
Ich nehm den Sattel ab...sag Adieu, klopf mir den Staub von den Schuhen und marschiere weiter...

PS: Mein kindlicher Teil (der wahrscheinlich auf die Vaterähnlichkeit so ansprang) war natürlich not amused über das Ganze.
Früher hätt es mich zerrissen vor kindlicher Existenzangst (ich brauch doch einen Vater zum überleben!!!) nun flackerte das nur ganz kurz auf und ich konnte mich selbst gut beruhigen und versichern, dass ich mich darum kümmere. Als Erwachsene.
Schön wie gut und schnell das schon klappt...

Freitag, 8. Mai 2015

Film und andere Entdeckungen

Letztens fand ich durch einen Tip einen sehenswerten Film.
Eigentlich schau ich keine Kinderfilme und schon gar keine gezeichneten,
aber "Die wundersame Welt der Borger" ist wirklich goldig.
Wer also auch Lust auf ein wenig Phanstasie und mal für 75mins abschalten will, dem leg ich den Film ans Herzen:



Weitere Enteckung:
Mein Vater verbrachte viel Zeit als Jugendlicher und junger Erwachsener (als Kind weiß ich nicht, wahrscheinlich auch) mit F. seinem Onkel.
Ich kannte ihn auch noch. Mir war er immer etwas unsympathisch, er lachte zwar viel aber es ging immer auf Kosten der anderen. Seine Scherze/Streiche waren oft verletztend (nicht zu anwesenden Personen) oft auch schädigend.
Außerdem war er Kettenraucher und trank sehr viel Alkohol weswegen er auch ziemlich qualvoll starb.
Mir wurde jetzt erst richtig bewußt, dass mein Vater auch mit einem Alkoholiker/Süchtigen aufgewachsen ist!
Das erklärt einiges.  Und bedeutet auch viel.

Und ich kam (dank der Therme) wieder auf die Musik mit Alphawellen (das mag Humbug sein oder nicht) wenn ich die höre, langgestreckt auf der Couch, kann ich sehr gut entspannen...was mir sonst echt schwer fällt....
 Könnt es ja mal ausprobieren:

 

Mittwoch, 6. Mai 2015

Allerllei

- Immer wieder beruhigend, dass meine innere Wahrnehmung stimmt.
Gestern eine indirekte Bestätigung meiner Vermutung bekommen, dass ein Mann den ich jetzt 3 mal sah (auch eher indirekt, ist der Mann einer Bekannnten) gehörig Probleme hat.
Als ich den die ersten beiden Male  sah, hats mich sofort innerlich geschüttelt: Er erschien extrem unfreundlich, kalt, boshaft, einfach unsympathisch, wenn er sprach war er verletztend zynisch. Kurzum: eher ein Ekelpaket.
Mir tut es einfach gut, endlich meiner Wahrnehmung vertrauen zu können, nachdem mir diese systematisch abtrainiert wurde und alles was ich sah, fühlte oder dachte als falsch oder Humbug abgetan wurde.

- Zum Thema Introversion fand ich einen Blogpost, der mir gefiel:
 https://pfarrerinmueller.wordpress.com/2014/06/11/warum-sagst-du-nichts-eine-introvertierte-packt-aus/
 Vor allem dieser Absatz:
Mit anderen Worten: Extravertierte sind normal und gesund. Introvertierte müssen “lernen aus sich herauszugehen”.
Wäre ich damals schlagfertig gewesen, hätte ich einfach gesagt: “Man kann auch lernen, einfach mal die Klappe zu halten.”

- Gestern spürte ich auch, dass das Thema "helfen wollen" sich verändert hat.
Ich war immer ein wenig beleidigt, weil mich nie jemand um Hilfe bat.
Ist doch auch ein Vertrauensbeweis und ein Zeichen, dass man mich für kompetent genug hält.
Naja ganz ehrlich: ich frage auch niemanden um Hilfe der ganz offensichtlich selber nicht so ganz zurecht kommt.
Aber das hat sich ja nun geändert, mein Leben wird stabiler und ruhiger und so konnte ich gestern ganz ehrlich und offen (ohne Coabhängigkeits-oder Helfersyndrom) meine Hilfe anbieten. Und das nicht nur als Floskel.
Interessanterweise wurde es auch viel ernster auf-und angenommen als früher. Auch das tut gut, logischerweise für beide Seiten.

- Außerdem meinen immer noch vorhandenen Selbstschädigungstrieb mal wieder entdeckt: Dass ich sehr lange zu Ärzten gehe, die mir nicht gut tun. Die grob sind oder arrogant und mich wie ein kleines Kind behandeln oder sonstigem Blödsinn.
So also nun: endlich neue Frauenärztin suchen!

Heute Regentag nach gestriger wohliger Wärme die ich so genoß.
Aber so kann ich heute gemütllich weiter lesen. Macht wieder richtig Spaß ;)

Dienstag, 5. Mai 2015

Das gute alte Buch

Ja lesen hat mich in letzter Zeit überhaupt nicht mehr gejuckt.
Ich konnte kein Buch mehr zuende lesen. Der Drang was neues, anderes anzufangen war größer.
Von einem zum anderen hoppeln und nix fertig machen.
Danke Internet. Schnell weggeklickt, da mal drübergeflogen, Suchmaschine aktiviert und stundenlang nur oberflächlich sich informieren...

Also hab ich mich jetzt ein wenig gezwungen mal ein Buch wieder zuende zu lesen.
Überhaupt wieder mehr zu lesen, anstatt zuviel am Pc zu hängen.
Der Unterschied ist schnell gemerkt.
Mit einem Buch werde ich ruhiger, lese Satz für Satz, Seite für Seite.
Am Pc wird das ganze eher hektisch und je unruhiger ich werde, desto länger sitze ich vor der Kiste.

Ich kam mir selbst auf die Schliche: Ein Buch zu lesen (noch dazu einen fiktiven Roman!) ist total uneffektiv. Da kommt doch nix dabei raus. Irgendeine erfundene Geschichte zu lesen ist doch langweilig.
Kann sein und im Moment interessieren mich tatsächlich eher Geschichten, die tatsächlich passierten. Tagebücher oder Reiseberichte oder sonstige Selbsterfahrungstrips.
Da werde ich mich weiter umschauen.
Aber zwischendurch wird immer auch wieder mal ein Roman aus meinem Stapel der ungelesenen Bücher dran sein.
So ein wenig sich selbst disziplinieren tut ja auch mal ganz gut.
Auch um zu lernen, dass auch so "uneffektive" Sachen sehr wichtig sind.
Einfach um meinem Gehirn mal eine Pause zu gönnen.

Der zweite Vorteil: Wenn ich abends im Bett lese, schlafe ich sehr schnell ein :)

Montag, 4. Mai 2015

Aaaaaaabstaaaand!!

Ich wickel mich jetzt in so ein Absperrband für Baustellen.

Ne, ich hab gemerkt, diese alten Ängste vor Selbstverlust und Co ist das eine. Sogar eher kleinere Problem.
Das größere Ding (es ist für mich kein Problem im üblichen Sinne)
ist meine Introvertiertheit.
Ich brauch massenhaft Zeit.
Zeit für mich.
NICHT zerhackt durch SMS, denn da bin ich schwupps wieder von mir weg. Also auch gedanklich bei mir sein bringt mir Kraft.
Alles andere kostet mich Kraft.
Wie kriegt man das mit einem Partner unter einen Hut?

Er beklagt sich schon, dass wir uns so selten sehn (mir ist das immer noch zu viel).
Er meint ich sei so verschlossen und er wisse manchmal gar nicht was so in mir vorgeht (der kennt mich noch nicht, für meine Verhältnisse war ich quasi offen wie ein Buch!!!).
Er fands traurig, dass ich gestern nicht über Nacht geblieben bin (von meiner ersten Nacht bei ihm hab ich ja berichtet, meine Nerven sind eh schon dünne, noch eine schlechte Nacht kann ich derzeit nicht gebrauchen, außerdem war der Besuch eh schon aus reinem Pflichtgefühl heraus und ich nach 6 Stunden bei ihm einfach extrem müde.)

Ich glaub wir sollten wieder zurückschalten auf lockeres Beisammensein oder so.
Ich bin für soviel Nähe einfach nicht gemacht.
Sei es vom Charakter her oder durch Trauma erworben ist eigentlich egal.
Ich habe genug Kontakte. Ich vereinsame nicht.
Und ich merke wie sehr ich zu meinem viel-allein-sein-müssen stehe.
Weil ich inzwischen weiß, wie gut es mir geht, wenn ich diesem Bedürfnis Platz gebe...

Und zum Glück war ich heute in der Arbeit alleine. Manchmal ist ja die Chefin oder deren Kinder anwesend. Also 4 Stunden in seligem alleinsein gewerkelt :-)