Donnerstag, 30. April 2015

Gefühle

Altes Zeug kommt hoch.
Angst vor Autonomieverlust, vor Vereinnahmung durch D.m vor Selbstverlust.
Davor das ich irgendwelche Manipulationen nicht merke.
Davor, dass der andere mir ganz subtil wieder schadet.
Mich erniedrigt, demütigt, beleidigt.
Davor, dass ich dem anderen wieder hörig werde.
Angst, dass ich mich wieder selbst verlasse, nur um dem anderen seine Erwartungen und Bedürfnisse zu erfüllen.

Ich bin angespannt, hatte einen Freßanfall, Hibbeligkei die ich versuchte durch kaufen zu beruhigen (kenn ich schon dieses Muster und konnte es gut umlenken) und noch so andere Süchte kamen daher, nur um diese innere Spannung nicht mehr aushalten zu müssen.
Teils fühlt sie sich auch an wie Leere (Hunger).

Und natürlich war ich müde. Das schlaucht.
Aber noch schlimmer war die Zerrissenheit. Die innere.
Ich mag D. sehr, ich mag auch weiter in seiner Nähe bleiben,
aber die Vorstellung mich von ihm zu trennen, erleichterte mich auch sehr.
Wie war das: mit ihm geht nicht, ohne auch nicht.

Um mich in diesen Gedanken nicht zu sehr zu verfahren, fing ich an mich um einiges zu kümmern:
erst mal duschen, etwas essen, dann ganz in Ruhe paar Lebensmittel einkaufen und den Müll wegbringen.
Wenn Panik aufkam, ließ ich sie da, ich WEIß heute warum sie da ist.
Wenn mir das früher beim Einkaufen passierte bekam ich noch Panik oben drauf, weil ich nicht wußte warum mir das jetzt passiert. Das ist blöd. Und schlimm.
Also ließ ich die Panik da, behielt sie leicht im Auge und kümmerte mich weiter um das was ich tun sollte.

Was soll ich sagen...auf dem Heimweg war es klasklar vor meinem Auge:
ICH HABE ANGST.
Der Körper zeigte mir das schon die ganze Zeit. Aber jetzt rutschte es mehr ins Bewußtsein.
Das geniale: Ich musste nix "machen" es reichte diesen Satz einfach dazulassen.
Weiter zu atmen.
Und wieder zu sagen: ich habe Angst.

Diese Gefühlsarbeit die ich von Safi Nidiaye kennengelernt habe ist für mich Gold wert.
Herz öffnen statt Kopf zerbrechen.
Die Angst durfte sich zeigen. Ich habe sie gesehen UND angenommen.
Und jetzt? Fühle ich mich leicht. Besserer Laune und vor allem: wacher, fitter und frischer. Und wieder voller Zuneigung zu D.

Ach wie schön das ist...

PS: auf dem Heimweg hab ich nicht nur meine Angst entdeckt.
Sondern auch mein persönliches Glückssymbol für den heutigen Tag: eine serbische 20-Dinar-Münze.

Jetzt kann ich auch einen Kaffe genießen. Mit schöner Musik.

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