Samstag, 7. Februar 2015

Die kleine Depression....

...schaut schon seit längerer Zeit wieder öfter vorbei.
Ich muss jetzt nur drauf achten, dass es keine größere wird. So wie früher, da hab ich es immer erst dann gemerkt das es mir schlecht geht, wenn wirklich gar nichts mehr ging.
 Ich war von mir selbst so weit entfernt, wie die Erde vom Mond.
Auch deswegen ist es erklärbar, dass ich  5 Jahre in meinem persönlichen Gruseljob gearbeitet habe. Im Kindergarten. Das hat zu mir gepaßt wie Stöckelschuhe zum Pferd.

Der Vergleich ist mir eingefallen, weil ich heute von einem Pferd geträumt habe, das immer wieder auf ihr Fohlen losging, es biss, schüttelte und herumschleifte. Zwischendrin konnte ich das Kleine mal anfassen...an der Stirn...das getrocknete Blut auf meinen Handschuhen... ich konnte es auch kurz von der Mutter in Sicherheit bringen, aber später lag das Fohlen (tot?) im selben Stall wie auch die Mutter.
Is klar, dass bei hoher Anspannung meine alte Geschichte wieder hochklappt.
Zumal mir eine weitere Geschichte einfiel...dass mein Vater, als er noch in einer Zweizimmerbude lebte meine Schwester selbstverständlich aufnahm, als diese ihren Mann in flagranti zuhause (!) mit einer anderen erwischte.
So lebten sie einige Wochen. Bis meine Schwester doch wieder zu ihm ging.

Als ich mal keine Bleibe mehr hatte, nahm mich mein Vater nicht zuhause auf. Da hatte er aber ein großes 4 Zimmerhaus und genügend Platz. Die Tage fiel mir ein warum: Alle waren damals empört, dass sich klein Regenfrau was traut, was sich sonst niemand traute: Einfach mal was verrücktes tun, was lebendiges, ausgefallenes, etwas was MIR Freude machte und nicht den anderen diente: ohne Familie  mal ein paar Monate durch Europa tingeln. War durch blöde Umstände und Unglück leider nach 6 Wochen schon wieder vorbei.
Ich brauchte nur kurzzeitig Unterschlupf, doch mein Vater verweigerte ihn mir. Ich stand ihm ja die 6 Wochen nicht zur Verfügung, ich war selbstständig, eigensinnig und hörte nicht auf ihn.
Er war beleidigt.
Dafür sollte ich bestraft werden und selber schauen, wie ich klar kam.
In der Zeit holte er mich auch nicht ab, als ich mal den Bus verpasste, es hatte über minus 10 und es war kurz vor 22h. So schnell würde da auch kein Bus mehr fahren.
Tja auch da war ich eben selber schuld. Hätt ich nicht die Flausen mit der Tour gehabt...und wäre schön brav zuhause geblieben und getan was man von mir erwartete, wär mir das nicht passiert.

Jaja bedingungslose Liebe...wenn das Kind in Schwierigkeiten ist...und wie oft säuselte mein Vater...Kind sag was wenn du was brauchst...red mit mir!
Ohmann...dass ich mit der falschen Socke überhaupt noch Kontakt habe...

Und weiter gings heut nacht mit den Alpträumen: Natürlich vom Kindergarten...Dieser Widerwillen gegenüber dem Lärm und der Langeweile, blöden Kollegen...gleichzeitig Überforderung und Unterforderung...und ganz viele kindliche Teile die auch noch mitsprachen.

Oh ne.... ich geh wieder ns Bett mit Kaffee und schnapp mir ein Buch vom Stapel:
Ufer der Verlorenen. 
Scheint genau das richtige zu sein.

PS:
Letztens entdeckt:
Kindheitstraumata beeinflussen Gesundheit ein Leben lang,
hier zu lesen:
 http://www.msn.com/de-de/gesundheit/healthconditions/kindheitstraumata-beeinflussen-gesundheit-ein-leben-lang/ar-AA8VT2l?ocid=mailsignoutmd

Zitat:
Dazu gehören etwa vernachlässigte Kinder und solche, bei denen ein Elternteil Alkoholiker oder inhaftiert ist, aber auch Mädchen und Jungen, deren Eltern sich trennten oder bei denen ein Elternteil an einer seelischen Erkrankung litt.

Ich darf mal höhnisch lachen und erzählen wie das so bei uns war?
Beide Elternteile würde ich als seelisch krank beurteilen, weswegen meine Mutter das trinken anfing und mein Vater gut 15 Jahre so gut wie nie das Haus verließ (von Arbeit brauchen wir ja gar nicht reden).
Aufgrund dessen wurde ich natürlich stark vernachlässigt, die zwei kamen ja nicht mal mit sich selber klar. Wir Kinder wurden für ihre Bedürfnisse benutzt. Nach 14 Ehejahren trennten sie sich, ich war zwölf.
So dann fehlt ja nur noch die Haft....
Naaaaaa nicht ganz, ich hatte von meinem 15,-18. Lebensjahr Briefkontakt zu einem Bankräuber, der noch inhaftiert war.
Dann is ja alles gut.

Kommentare:

  1. Liebe Regenfrau
    Deine Schilderung hat mich sehr berührt. In diesem Traum steckt so viel Kraft.
    Träume können überdeutlich sein. Was ich gemein finde ist, dass die Adressaten für hochsteigende Wut über eine belastete und immer noch belastende Kindheit,nämlich die Eltern, sich selber als Opfer (der eigenen Eltern, der Umstände etc) sehen und erleben. Selten gibt es die Möglichkeit, sich wirklich 1:1 auseinander zu setzen. Ich kann mich nur selber aus dieser Geiselhaft entlassen. Und manchmal wird es mir erst nach einiger Zeit klar, was genau geschieht, und welchen alten Mustern ich wieder auf den Leim gegangen bin. Auch wenn ich heute nicht mehr live drinstecke, wirkt manches immer noch nach. Und das macht mich manchmal einfach noch wütend. Ich kenne das auch von früher, das anstrengende Kind zu sein, das man nicht gerne um sich hat und die anderen werden bevorzugt. Das tut weh. Und es lässt sich nicht einfach wegwischen.

    Lieber Gruss, Anne

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  2. Hallo liebe Anne, danke für Deinen Kommentar.
    Ja? Wo siehst Du da Kraft????
    Und ja klar, die Eltern waren ja meist ebenso Opfer...die Kindheit meiner Eltern war geprägt von körperlicher Gewalt, von Eltern und Lehrer und noch von einigen anderen....Du meinst, dass sie sich dahinter verstecken, als Entschuldigung, als Rechtfertigung?
    Manchmal denke ich mir, ich komme aus diesem Sumpf eh nicht raus, so sehr ich mir Mühe gebe, das Opfer hinter mir zu lassen und meine Eltern nicht mehr zu beschuldigen, mein Leben jetzt zu leben und die Verantwortung dafür zu übernehmen...aber irgendwie funktioniert es nicht so ganz. Klar gab und gibt es einige Besserungen...
    Die Auseinandersetzungen lass ich eh schon, jahrelang hab ich mich da abgerackert...nein der Kontakt zu meinem Vater handelt vom radfahren, dem Wetter, dass ihm jemand den Außenspiegel abgefahren hat und dass seine Exkollegen ihn mal anriefen.
    Ich üb mal loslassen....im Beisein einer Nudelsuppe (für die Seele)...
    Liebe Grüße

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  3. Liebe Regenfrau, ich werd mich nochmal hinsetzen und mich klarer ausdrücken was ich mit der Kraft in diesem Traum meine. Auf keinen Fall war es als Angriff gemeint. Guten Appetit bei der Nudelsuppe!

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  4. freu mich schon ;)
    und ich fasste es auch nicht als Angriff auf!
    Liebe Grüße

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  5. Liebe Regenfrau, nun komme ich endlich dazu, dir zu schreiben. Also: Das Kraftvolle des Traums liegt für mich erstens in der Deutlichkeit der Bilder, sie sind 1:1 klar, da ist nichts diffuses oder schwammiges in diesem Traum. Es sind drastische Bilder, aber sie klar und gestochen scharf. Deine Seele bemüht keine Metaphern die schwer zu interpretieren sind, sondern ein starkes, kraftvolles Tier (sogar ein ausgesprochenes Bewegungstier!) Weiter ist das Pferd eindeutig auch sonst ein kraftvolles Tier, auch ein uraltes Krafttier, teilweise mit sexueller Interpretation. Dazu findest du sicher einiges beim Googeln.

    Das Pferd interpretiere ich in diesem Traum und aufgrund deiner starken Auseinandersetzungen mit deinem Körper - in deinem gegenwärtigen Leben - als deine Körperlichkeit. Das Herumhetzen des Fohlens könnte auch etwas sein, dass du dir von früher gewohnt bist, und dir selber heute antust (Anspruchs- und Leistungsdenken an dich selbst?), das fällt mir dazu ein, also du scheuchst dich/deinen Körper herum; der Körper als Stellvertreter für anderes was dich quält (evtl). Ein Teil deiner Selbst scheucht einen anderen Teil deiner selbst bis zur absoluten Erschöpfung. Das Fohlen ist noch nicht soweit, wie es das erwachsene Pferd gerne hätte: Der erwachsene Teil fordert zu viel vom kindlichen, noch zu gesundenden, sich noch im Wachstum befindenden Teil.

    Ich hoffe du kannst für dich etwas herauslesen und ich will dir damit (mit meiner Interpretation) nicht in deinen Garten treten.. es ist wie gesagt, eine Interpretation, und vielleicht hilft sie dir. Einen Teil meiner Selbst befindet sich gerade eben auch noch im Wachstum, da kann ich das kleine Fohlen sehr gut verstehen :) und manchmal bin ich auch die hetzende Mutterstute, die nicht verstehen kann, warum das Fohlen nicht vorwärtsmacht ..

    Lieber Gruss

    Anne

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  6. Hallo liebe Anne,
    vielen Dank, dass Du Dir die Mühe gemacht hast. Sehr interessant und einen Teil davon habe ich davor auch so für mich "entschlüsselt". Und mir is noch eingefallen, dass ein Pferd ja auch ein Fluchttier ist und ich mir viellleicht in letzter Zeit keine "Flucht" erlaubt habe, sondern mal wieder durchgehalten habe, bei etwas wasmir nicht gut tat.
    Danke nochmal und viel Spaß auf Deiner Koppel :-)))

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