Montag, 12. Januar 2015

So ein Montag

Ein Montag der mich nerven müsste, es aber irgendwie gar nicht tut.
Morgens mit dem schönen Spruch begrüßt worden:

Was du brauchst, bist du selbst. Was dir fehlt, bist du selbst.
Gewähre dir selber Raum und Aufmerksamkeit.
Safi Nidiaye, Meditationen für den Morgen, für den Abend
 
Mehr als passend (dazu weiter unten mehr).
Fahre in die Arbeit. Warte mal wieder 15mins bis ich eingelassen werde. Überlege schon nochmal den Arbeitsplatz zu wechseln, weil mich die Unzuverlässigkeit nervt. Bis ich merke, dass mir die Chefin ja letztens gezeigt hat, wo der Schlüssel ist. Ah guten Morgen auch. Ich starte.
 
Um 14.20h Feierabend und die Bahn fährt vor meiner Nase weg. 
Die nächste kommt um 14.47h.
Wenigstens pünktlich.
Ich steige nach 10mins wieder um und da kommen so komische Durchsagen: Störung der Oberleitung ect....aber nicht in meine Richtung. Also warte ich 20 mins. Nix tut sich.
Ich gehe wieder zum anderen Bahnsteig wo ich  ausgesteigen bin, denn hier hält nix. Ich seh meine Bahn aber 3 Gleise weiter, sie fährt durch, ohne Halt, ich muss weiter zum Ostbahnhof.
Es ist 15.25, eine Bahn kommt, mit der fahr ich zum Ostbahnhof, steige wieder um, wenige Minuten später kommt meine Bahn und fährt los...und hält an JEDEM Bahnhof, auch an dem ich gerade noch stand und schon 20mins gewartet habe..gegen 16h bin ich daheim. 1,5 Std. Fahrtzeit wo ich sonst nur 35mins brauch. Hachja.

Tja und dann war da gestern noch D.
Der anfing ganz schräg zu sein. Völlig aus dem Freien meinte er, ob ich ihm nichts zu sagen hätte?
Ne.
"Na dann is ja gut."
Hää? Wasn das für ein Film?
"Na da müsse ich schon selber drauf kommen."
Jawoll... wie ich solche Anspielungen liebe.
Ich bleibe sachlich. Das hatten wir ja schon öfter und bis jetzt immer gut klären können.
Es ging mal wieder um das alte Thema: Freundschaft plus. Ich mag keine feste Beziehung und dachte mir, wir sind Freunde und wenn uns nach Körperlichkeiten ist, genießen wir das. Sozusagen offene Beziehung? Ich hätte mir das nie vorstellen können, aber jetzt paßt das für mich. 
Für ihn nicht. Er kommt damit nicht klar. 
Will wenn dann eine feste Beziehung.
Es geht ein wenig hin und her. Ich sehe ein, dass das keinen Sinn hat (früher hab ich ihn noch überredet ect.) und stimme ihm zu, dass wir nur Freundschaft haben und jeder seine Finger ect. bei sich lässt.
Doch nun wendet sich das Blatt:
 
"Ja ich hätte mich schon gern auf dich 
eingelassen,aber so geht das nicht....
dein Verhalten diesbezüglich ist schon
arg grenzwertig,ganz ehrlich andere würden
sich regelrecht verarscht vorkommen."
 
Ich frage nach, um was es genau geht.
 
Antwort:
"Du musstest es eigentlich selbst merken
das du hier und da zu weit gehst.
Mensch Regenfrau,du weist doch auch 
das man so nicht unbedingt mit Leuten ausm
näheren Umfeld umgeht.
Wenn du wenigstens Klartext reden würdest."
 
Mir fällt die Kinnlade runter. Überlege ernsthaft, was ich wohl für ein Kameradenschwein bin. Mir fällt beim besten willen nix ein, ich finde das war immer alles sehr höflich und ausgeglichen, außerdem kümmere ich mich um unseren Kurzurlaub. Habe ihn nie beschissen oder ausgenutzt.
Bleibe zum Glück bei meinem Gefühl, lasse mir nix einreden. Außerdem hat ER anfangs überhaupt nicht Klartext geredet....

Als ich wieder nachhake, weiter sachlich und ernsthaft interessiert, kommt mal wieder:

"Wenn du jetzt schlecht drauf bist,
lassen wir das für heut."
Rückzug. Is klar. Erst verwirren, schön destabilisieren und dann hängen lassen.
 
Ich versichere, dass ich das gerne jetzt klären will und nicht schlecht drauf bin (obwohl es schon kocht in mir).
Er rückt raus, ich sei widersprüchlich, hätte viel geschrieben is aber nix passiert (hab ihm ja auch nie Sex versprochen) und die Wahrheit hätt ich auch nicht immer gesagt (das klärten wir schonmal).
 
Wieder gehe ich auf ihn ein, kläre auf, frage höflich nach Beispielen, und sage, dass ich ihm nix versprochen habe .
Er gibt mir 1 mickriges Beispiel aus unserer Anfangszeit.
Den Rest soll ich mir selber suchen aus den Mails (HA!).

Meine Antwort:
"Ne die Mühe werd ich mir nicht machen, DU hast damit angefangen mir was zu unterstellen, also bring mir auch die Beispiele.
Ich glaub ja immer noch dass Du grad Frust wegen allem möglichen hast und deswegen jetzt hier anfängst zu stänkern. Mach ich nicht mit.
Ich hör mir gern Kritik an, auch Fehler, aber jetzt da was rauszupicken und mir sagen wie man mit Leuten aus dem näheren Umfeld umgeht, nein danke."
Und verabschiedete mich, weil ich schlafen wolle.

Anscheind verhalte ich mich nicht so wie gewünscht. Ich zeige Gegenwind und sage meine Meinung, in einem normalen Ton, ohne Beleidigungen ect.
Er wird aggressiv:

- !Getroffene Hunde bellen am lautesten.
Hab dich auch lieb.Gute Nacht.
 - Jetzt flippst völlig aus.
Komm wieder runter.
-  Wie ein kleines Mädchen,das rumbockt."
 
Dann doch wieder einen auf Mitleid machen:
" ....und find ich jetzt auch nicht gerade schön wie du redest."
 
Dann hat er wohl gemerkt, dass ich tatsächlich schlafen gegangen bin und hörte auf.

UFF, bei mir gingen alle Alarmglocken an. Diese Kommunikation kenne ich. Pervers nennt sieHirigoyen in "Die Masken der Niedertracht".
Ich hole mir das Buch wieder raus. Genau... alle Phasen sind beschrieben. Die Verwirrung und mit Andeutungen spielen.
Früher wäre ich in die Falle getappt und hätte wirklich noch den ganzen Abend alle unsere Mails gelesen, um irgendwas zu finden, was ich "verbrochen" habe. Bin ich froh, dass ich mir das gespart habe. (und stattdessen einigermaßen gut geschlafen habe, boah was für ein Fortschritt).
Gut dass mir schnell Zweifel kamen, vor allem die Vermutung, dass er enttäuscht ist, auf Sex gehofft hatte, den er nicht bekam. Dann noch viel Streß, er hat grad wirklich viel Pech (keine Entschuldigung, nur ein Verstehen warum er sich so verhält).
 
Aus dem Buch: Jede Veränderung in der Haltung des Opfers löst für gewöhnlich erst einmal eine Steigerung der Aggression und Provokation aus. Der Perverse wird umso mehr versuchen ihm Schuldgefühle einzureden...
 
Ich antworte erstmal nicht, muss mich sortieren. Gerade heute brauche ich meine innere Stärke, stehe vor dem Kleiderschrank und suche nach was passendem, was mir gut tut, worin ich gut aussehe und was mir gefällt. Meine Kleidung fällt komplett schwarz aus. Ok, dann ist das heute so. Auch will ich mich schminken. Für mich.
Kurze Angstgefühle kommen hoch. Von alten ähnlichen Situationen. Doch innerlich bürstet sich was auf. Mit mir nicht mehr. Ich lasse mir sowas nicht gefallen. Ich lasse mich nicht mehr einschüchtern oder irgendwas einreden was nicht stimmt..
Ich glaube mir und meinem Gefühl.
Ich vertraue mir.
Ich habe mir nichts vorzuwerfen.
Sei achtsam.
 
Ich lasse die Schultern sinken, nehme einen tiefen Atemzug, schau mir im Spiegel nochmal in die Augen und gehe hinaus.
Als ich in der Bahn sitze eine SMS von D.:
Ob wir uns kurz auf einen Kaffe trinken wollen.
Mein Puls geht nach oben. Ruhig Blut. Das triggert mich, DEN will ich auf gar keinen Fall jetzt in meiner Nähe. Ich sage ab. Er akzeptiert. Kein Wort zu gestern.
 
Ich bin gewarnt...

 

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