Donnerstag, 25. September 2014

Armer schwarzer Hund

Ich glaub es war ein Amerikaner, der die Depression mit einem schwarzen Hund verglich.
Das find ich doof.
a) ich mag Hunde (die Depri* eher nicht)
b) schwarze Hunde haben eh schon so ein schlechtes Image
c) die Depri ist nicht immer da (anders als der Hund, wenn es meiner wäre)
d) ein schwarzer Hund sieht immer gleich aus.

Daher nehm ich lieber die schwarze Wolken.
Wolken kommen und gehen (ich hab ja auch mal ein sonniges Gemüt).
Heute zum Beispiel ist eine dicke Wolkenschicht draußen und in mir.
Wolken verändern sich, mal sind sie plustrig, mal ganz glatt.
Auch meine Depressionsymptome ändern sich. Am Anfang der Diagnose (so vor gut 15 Jahren) habe ich sehr viel geweint und war schrecklich verzweifelt.
Dann kam eine Phase der Hoffnungslosigkeit, Miesepetrigkeit und starker Lustlosigkeit, in der ich in der Früh am besten gelaunt und am fittesten war (man sagt ja eher das Gegenteil bei der Depri) und ab 14h war mein Tag vorbei.
Dann kamen noch manische Phasen dazu und ich hatte den Stempel bipolare Störung in meinem Pass .
Derzeit ist die körperliche Komponente sehr stark (absolute Müdigkeit) dafür die Stimmung recht gut (naja heute auch eher beschissen) und ich habe die klassischen Symptome: Morgengrauen und abends wirds besser. Da plan ich auch schon gern mal Sachen, wofür ich mich fit fühle und weiß am nächsten Tag beim besten Willen nicht, wie ich das schaffen soll.
Es ist nun 11.35h mittags und ich hock im Schlafanzug da, was mir aber auch herzlich wurscht ist.
Im übrigen ist das eine schöne Bluse von der ich dachte: Sieht aus wie ein Schlafanzug und seitdem trag ich sie als Schlafanzug ;) SEHR bequem übrigens.

Die Sache ist auch die, dass ich die Depri gern verdränge. Da meine ich, dass es an fehlender/zuviel Arbeit liegt, an der falschen Wohnung (viele Umzüge), an fehlender/zuviel Kontakte, oder ich bei was anderem mal wieder alles falsch gemacht habe usw...
und racker mir einen, änder mich, tu und mach, um dann wieder einmal feststellen zu müssen: Scheiße ich bin depri und all die Änderungen im Außen haben herzlich wenig (und wenn nur sehr kurzfristig) dazu geführt, dass es mir besser geht.

Und dann kann es schon sein, dass die ganz schwarzen Wolken daher kommen, weil ja eh alles nichts nützt und so.
Dann hol ich mir einen Kaffe und schau den Wolken zu,
wie sie sich hoffentlich bald....
wieder verziehen...

*= eigentlich mag ich die Verniedlichung von Depri auch nicht, war aber zu schreibfaul)

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