Samstag, 13. September 2014

Alptraum

Zum Glück schon lange nicht mehr gehabt (zumindest nicht so intensiv).
Von M. geträumt. Der mir real, damals vor nun fast 20 Jahre (ich war 16) das Leben zur Hölle machte.
Wir wohnten zusammen und er konnte sein ganzes Repertoire an psychischen Gewaltspielchen ausleben. Das was er als Hooligan im Fußballstadion nicht schaffte , schaffte er zuhause. Bis mir die äußerst anstrengende Flucht gelang.

Heute nacht im Traum lauerte er mir in einem Shoppingcenter auf. Mit geladener Waffe, dann passierte einiges was ich nicht mehr weiß und dann lag er so ziemlich schachmatt am Boden, die Pistole schräg hinter seinem Kopf. Die nahm ich, redete ihm gut zu und verschanzte mich mit 4 anderen in einem kleinen Raum. Und da begann der eigentliche Horror: Dass er doch noch auftauchen würde, die Tür einschlagen usw...
Real passierte das damals und ich hatte 4 Wochen einen privaten Personenbegleitschutz der dafür ausgebildet war. Und monatelang danach immer noch Angst, dass er wieder irgendwo auftaucht.

Ich weiß auch wie das alles zusammenkam:
- ein Interview mit Willy Astor gesehen, der von enttäuschenden Freundschaften sprach und Verletzungen in Beziehungen. Dass er schon ein recht scheuer Mensch dadurch geworden ist.
*meld* ... hier auch.

- eine Reportage gesehen, in der es um Schwerstverbrecher ging, die nach einem neuen Urteil nicht mehr in Sicherungsverwahrung (diese sei menschenunwürdig!!)  "gehalten" werden dürfen. So kamen am 1.Juni 2013 80 Schwerstverbrecher in D wieder frei.

Von einem Kinderschänder wurde berichtet, der nach  einem Jahr Freiheit wieder umziehen musste, weil der dortige Landrat die Bevölkerung informierte, wer da wohnte, seitdem gab es täglich Demonstrationen vor dessen Haus. Diesem Druck widerstand er nicht.
Danach wurde unverpixelt ein Mann im Gefägnis gezeigt, der seine Frau ermordete, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte.
DA wurde mir dann schlecht.
Davor hatte ich damals Angst. Ich spürte: Der nächste Schritt bei ihm wäre körperliche Gewalt gewesen. Wie oft er austickte und mit Messer auf irgendwas (und sei es nur der Fanschal) losging, hab ich ja erlebt.
Dass ich damals  beim aufräumen ein Urteil wegen schwerer Körperverletzung fand, war wohl der erste vage Anlass dort so schnell als möglich die Biege zu machen.

Auch übel: Ein (ebenso freigelassener) Vergewaltiger (Wiederholungstäter) wurde gezeigt, der die Haltung hatte, dass das alles ja nicht so schlimm sei und warum sich eigentlich alle aufregten. Er erzählte wie er mal eine Anhalterin mitnahm und mit ihr dann "schlief".
Seine Worte. In Wahrheit war es eine brutale, sadistische Vergewaltigung.
Jetzt mache er Therapie. Aber nur weil es eine Auflage sei und aööes was unter Zwang passiere, ja eh nichts tauge (auch seine Worte).

Meiner Meinung nach, geht psychische Gewalt immer der körperliche voraus. In Beziehungen und damit sind alle Beziehungen gemeint, freundschaftliche, familiäre, eheliche und in der Arbeit.
 Du musst dein Gegenüber erst völlig eingeschüchtert (und ganz wichtig) isoliert haben, damit es bei der ersten Watschn noch sagt: "Naja kann ja mal vorkommen, sonst ist er ja ganz lieb, macht den Haushalt."
Und insgeheim hängt man noch ein:" wo soll ich denn auch hin, so ohne Familie, Freunde und Geld", dran.
Ein Scheißspiel.

Ich muss jetzt erstmal die alten widerlichen Bilder im Kopf loswerden.
Und das klebrige Gefühl im Inneren auch.
Nicht aus der Bahn werfen lassen.
Selbstfürsorgeprogramm starten:
Ausgiebig duschen, mit gut riechendem Öl langsam einmassieren.
Radio laufen lassen...wir haben das Jahr 2014.
Draußen die kühle frische Luft genießen und wenn es nur aufm Balkon ist.
Körperübungen, damit ich wieder in selbigen komme,
gute-Laune-Musik auflegen und einen frischen Kaffe genießen
und dann mal schauen wie es mir geht und was ich mit diesem Tag mache.

In diesem Sinne:
Schönes Wochenende!

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