Dienstag, 30. September 2014

Tagesgeschehen

Gestern beim Zahnarzt:
Normale Kontrolle und Besprechung nach der OP.
Verheilt gut, aber ein wenig langsam. Seh ich auch, denn ganz hinten schaut immer noch ein Stück Kieferknochen raus (iiihhh).
Soll noch 1 Monat warten, bevor da was weiter gemacht wird.

Heute das letzte Mal bei Family. Hab denen nun 4 Jahre im Haushalt geholfen. Gefühle sind gemischt, teils ist es schon schade, teils bin ich froh und erleichtert.
Aber es hat sich rauskristallisiert, dass ich einfach nicht mehr mag. Und kann. Rein körperlich.
Sie war sehr traurig. Die hauen Abschiede immer enorm um. Wollte schon mitleiden, aber nix da. Die Kraft hab ich echt nicht.
Und ich glaube ich blieb aus Mitleid eh schon länger dort als mir gut tat.

Hoffe dass ich mit Kuschelmann das lange Wochenende weg fahren kann.
Er will sich was überlegen.
Ich muss hier dringend mal raus.
Er auch.
Hab ihn dezent drauf hingewiesen, dass ich ein Einzelzimmer brauch.
No problem.
Hachja :-)


Und dann gibts Sachen, wo man denkt: warum kam da nicht schon einer früher drauf,
Zum Beispiel die Pizzatorte:
http://www.pillsbury.com/everyday-eats/pizza/oh-yes-we-did-pepperoni-pizza-cake

Sonntag, 28. September 2014

Entspannung

Heute wundert mich meine Erschöpfung überhaupt nicht.
Ich werde mir immer bewußter, wie oft und stark ich mich anspanne.
Kein Wunder, dass es mir regelrecht weh tut wenn ich über Arme und Überschenkel streife. Alles total verkrampft.
Das kostet viel Kraft.
Also habe ich mir angwöhnt ganz oft dran zu denken. Loslassen. Entspannen.
Oder so wie heute nachmittag aufm Balkon: Mein liebes Hirn du musst grad nix kontrollieren, nix durchdenken oder planen. JETZT gibt es nix zu tun, außer zu atmen, lächeln und genießen.

Und dann hörte ich noch einen Satz, der mir sehr gefällt:

Es wird das für mich beste geschehen!

JA!

Danach eine mp3 gehört. Eine 20-minütige Anleitung zur progressiven Muskelentspannung. Sprecherin sehr sympathisch, Tempo perfekt, kurz vor Ende fang ich das kichern und grinsen an...so gluckste ich mich noch bis zum Ende durch und war danach sehr entspannt und glücklich!
Werde ich jetzt öfters machen...

Irgendwann wird es das Fach Entspannnung auch in der Schule geben müssen. Zumindest wenn wir weiter so leben.
Ich lerne es jetzt. Auch ohne Schule.

Was entspannt Dich (wirklich)?

Samstag, 27. September 2014

Rente

Heute kam der aktuelle Bescheid.
Das meine volle Erwerbsminderungsrente weiter bis Dez. 2016 gezahlt wird.
Das erste Mal bekam ich sie für 8 Monate, dann für 9 und dann für 15 Monate bewilligt. Nun also für 2 Jahre.

Es ist immer seltsam, wenn ich den Umschlag öffne:
Erleichertung, dass ich nicht zur amtsärztlichen Untersuchung muss.
Erleichertung über die Klarheit, was die nächsten 2 Jahre ist.
Das ist ganz grundlegend, weil es bei mir zuhause so wenig Klarheit und ganz viel Unsicherheit und Brüchigkeit gab.
Und auch später habe ich dieses unstete Lebensgefühl weitergelebt.
Aber auch Trauer...so verletzt bin ich...so beschädigt.
Und natürlich Dankbarkeit, dass ich sie bekomme, dass es so etwas in unserem Land gibt.

Ich brauch dafür immer ein paar Tage bis ich das verarbeitet habe...

Donnerstag, 25. September 2014

Armer schwarzer Hund

Ich glaub es war ein Amerikaner, der die Depression mit einem schwarzen Hund verglich.
Das find ich doof.
a) ich mag Hunde (die Depri* eher nicht)
b) schwarze Hunde haben eh schon so ein schlechtes Image
c) die Depri ist nicht immer da (anders als der Hund, wenn es meiner wäre)
d) ein schwarzer Hund sieht immer gleich aus.

Daher nehm ich lieber die schwarze Wolken.
Wolken kommen und gehen (ich hab ja auch mal ein sonniges Gemüt).
Heute zum Beispiel ist eine dicke Wolkenschicht draußen und in mir.
Wolken verändern sich, mal sind sie plustrig, mal ganz glatt.
Auch meine Depressionsymptome ändern sich. Am Anfang der Diagnose (so vor gut 15 Jahren) habe ich sehr viel geweint und war schrecklich verzweifelt.
Dann kam eine Phase der Hoffnungslosigkeit, Miesepetrigkeit und starker Lustlosigkeit, in der ich in der Früh am besten gelaunt und am fittesten war (man sagt ja eher das Gegenteil bei der Depri) und ab 14h war mein Tag vorbei.
Dann kamen noch manische Phasen dazu und ich hatte den Stempel bipolare Störung in meinem Pass .
Derzeit ist die körperliche Komponente sehr stark (absolute Müdigkeit) dafür die Stimmung recht gut (naja heute auch eher beschissen) und ich habe die klassischen Symptome: Morgengrauen und abends wirds besser. Da plan ich auch schon gern mal Sachen, wofür ich mich fit fühle und weiß am nächsten Tag beim besten Willen nicht, wie ich das schaffen soll.
Es ist nun 11.35h mittags und ich hock im Schlafanzug da, was mir aber auch herzlich wurscht ist.
Im übrigen ist das eine schöne Bluse von der ich dachte: Sieht aus wie ein Schlafanzug und seitdem trag ich sie als Schlafanzug ;) SEHR bequem übrigens.

Die Sache ist auch die, dass ich die Depri gern verdränge. Da meine ich, dass es an fehlender/zuviel Arbeit liegt, an der falschen Wohnung (viele Umzüge), an fehlender/zuviel Kontakte, oder ich bei was anderem mal wieder alles falsch gemacht habe usw...
und racker mir einen, änder mich, tu und mach, um dann wieder einmal feststellen zu müssen: Scheiße ich bin depri und all die Änderungen im Außen haben herzlich wenig (und wenn nur sehr kurzfristig) dazu geführt, dass es mir besser geht.

Und dann kann es schon sein, dass die ganz schwarzen Wolken daher kommen, weil ja eh alles nichts nützt und so.
Dann hol ich mir einen Kaffe und schau den Wolken zu,
wie sie sich hoffentlich bald....
wieder verziehen...

*= eigentlich mag ich die Verniedlichung von Depri auch nicht, war aber zu schreibfaul)

Dienstag, 23. September 2014

Schiff und Seele

 Auch Sonntag war komatös, gestern Montag nur noch halb und heut dacht ich mir so....hmmm da war doch was mit aktiver Entspannung.
Ich brauchte den Schlaf, aber zuviel Schlaf und zuviel daheim, da gehts dann los mit dem kreiseln der Gedanken und so weiter...

Also raus an die Luft dacht ich so...Wetter soll auch besser werden...und so machte ich was, was ich vor 2 Jahren schon machen wollt: Eine Schiffahrt auf dem Starnberger See. Damals wollt ich mir das als Belohung, fürs erste rauchfreie halbe Jahr selber schenken. Wurd irgendwie nix draus.

Vorher noch zum Kiosk Fahrkarte und ein wenig Proviant kaufen. Komm ich mit dem Verkäufer ins plaudern, meint der, dass er seit 2,5 Jahren nicht mehr raucht (so lang wie ich und das war gar nicht Thema) aber soviel an Kilos zu nimmt.
Schon witzig...

Dann rein in die Bahn, raus aufs Land (erstmal durch ganz München), noch ein wenig zu Fuß (juhuuu Bewegung) und dann hieß es:



Ein Schiff wird kooommen...


Ganz oben war meistens allles frei. Da saß ich dann, ließ mir ordentlich Wind um die Ohren wehen, hing meinen Gedanken nach und ließ mich vom brummen, gluckern und dahin treiben tief entspannen...


Schon ein herrliches Fleckchen:


1,5 Stunden dauerte die Fahrt

Danach saß ich noch ne halbe Stunde am See und genoß einfach das Sein, bevor ich wieder heimfuhr...

Schön wars!
Meine Laune ist gut, neue Gedanken sind im Kopf, mein Gesicht ist leicht rot (morgen braun), ich fühl mich gut....so solls sein!

Samstag, 20. September 2014

Körper

Heute völlig erschlagen. Nur komaähnlich gedöst oder Tiefschlaf. Aufstehen fast unmöglich. Ein tiefer Sog. Absolute Schwere in den Beinen und im Brustkorb. Nur unter größter Anstrengung kann ich mich konzentrieren.
Nachmittags wird es leichter. Rufe T. an.
Erzähle entrüstet, dass ich wegen 1 Stunde Sport heute völlig hinüber bin.
Sie kennt solche extremen Erschöpfungszustände.
Mir fallen Tage ein, die vor vielen Jahren waren, an denen es mir ähnlich ging. Nur damals war das höchstens 1x im Jahr (heute bis zu 1x im Monat, wenn nicht öfter). Deswegen kann ich mich so gut an diese Tage erinnern. Und immer wurde ich da extrem getriggert.
Einmal Streitgespräch mit Freund (er wollte mehr Sex), einmal Beichte eines anderen Freundes, dass er fremdging.

Dieses Sport in Gruppen/Institutionen/unter Anleitung streßt mich extrem.
Merkte ich erst heute.
Ich fand im Gespräch mit T. einige Dinge heraus. Aber den Knackpunkt fand ich noch nicht.
Bis jetzt ging Therapie hauptsächlich übern Kopf/Verstand.
Ich hatte in 2 Kliniken die Möglichkeit zur Körpertherapie-Einzelstunden.
Beide Male hatte ich so einen großen Druck, so eine Panik, dass ich absagte.
Körpertherapie in der Gruppe war auch nicht einfacher, aber irgendwie "musste" ich da mitmachen.
Der Körper merkt sich alles, heißt es ja.
Ich werde mich auf den Weg machen, um herauszufinden was da los ist.

Freitag, 19. September 2014

Piiiiilates

So meine 1. Stunde Pilates liegt hinter mir.
Schön wars! Beim aufwärmmen hab ich schon gemerkt, wie das innere Lächeln erwachte.
Das macht Spaß!

Große Ängste ware natürlich auch da. Alles was mit meinem Körper und anderen Menschen zu tun hat, ist schwierig. Obwohl ich mit meinem Körper durchaus zufrieden bin. Aber die Gefahr für Peinlichkeiten ist groß.
Zu oft erlebt.
Gerade in der Fitnessszene ( dreimal s ?) ist das lästern über andere üblich.
Perfektion wird stilisiert. Der eigene Körper muss passen. Die Klamotten/der Lifestyle ect. natürlich ebenso.
Da wird sich gequält und abgewertet ohne Ende.

Und leider auch zu oft erlebt: Ausgrenzung in Gruppen.
Auch hier ist der Machtkampf groß: Der Neid darüber, dass eine andere schlanker/muskulöser/jünger ist muss weggeschoben und niedergemäht werden.
Fast alle kennnen sich schon, entweder aus dem vorherigen Kurs (ich mal wieder der einzigste Neuling) oder von ihren Kindern (hab ich nicht).

Nicht mehr mit mir.
Ich schau mir die Leute an. Mit wem mag ich mal ein wenig reden.
Oder eben nicht. Muss ich das überhaupt? Ich geh nur wegen der Bewegung dort hin. Unter Anleitung mit schöner Musik in einem angenehmen Raum wieder etwas Schwung in die morschen Knochen bringen, tut mir gut.
Und ich freue mich sehr, dass ich den Schritt gewagt habe!

Dann die Angst ich mach was falsch. Ich merkte, wenn die Kursleitung zu jemand hingeht und korrigiert, das streßt mich. Mich ließ sie heute in Ruhe, aber wie gehe ich in Zukunft damit um? Ich merke da Druck in mir, Tränen steigen hoch.Korrektur ist ja nicht schlimm. Wenn ich Hilfestellung dazu sage, merke ich, es wird leichter.

Ich habe in den letzten Jahren mehr Bewußtheit entwickelt: Wie geht es mir gerade, was will ich, das Außen mehr ausgeblendet und das kam mir heute zugute. Nicht auf die anderen schauen, sondern auf meinen Körper, meine Atmung, auf mich konzentrieren.
So war ich immer sehr klar und konnte gut mitmachen, obwohl es sehr schnell ablief, da die anderen das ja schon kennen.

Und jetzt warte ich auf den Weihnachtsmann Muskelkater.
Außerdem muss ich noch den gestrigen Abend verdauen und dem was da vorgefallen ist (was schönes!)...

Donnerstag, 18. September 2014

Gute und schlechte Laune

Gute Laune macht mir:

- Neue alte Jeans. Hatte eine Jeans in komischer hellblauer Farbe (ich hab die nicht gekauft *g*), Schnitt super. Ich bin ja eh ein Fan vom Einfärben (also freiwilliger!). Schwarze Textilfarbe im Drogeriemarkt besorgt, alles in die Waschmaschine und:
Saugeil! Tiefes dunkelblau mit winzigen weißen Punkten in fast durchgehender Linie, also ein wenig Nadelstreifen.
Wird heut abend gleich ausgeführt, denn da fahr ich zu D.  aufs Land und laß es mir hoffentlich gut gehen.

- Und das neue Literaturhaus. Klar haben wir schon lange eine Bücherei, aber das ist ein Häuschen in dem sich jeder einfach so Bücher mitnehmen darf und natürlich welche reinlegen kann. Täglich geöffnet. Über Nacht nicht. Wenn ich solche Bücherboxen fand, fand ich das schon immer toll, hat was anarchistisches. Ich werd am Sonntag mal reinschauen :-)

Schlechte Laune macht mir:

- zum 2.Mal ist mein PAP-Wert (Krebsvorsorge/Abstich beim Gyn.) schlecht.
Es heißt zwar, dass es kontrollbedürftig, aber unbedenklich ist. Ich find das trotzdem sehr doof. Beim ersten Mal dacht ich noch: naja kann ja mal vorkommen.
Wenn es beim 3.Mal wieder vorkommt, sollte man eine Gewebeprobe entnehmen.
Das mag jetzt seltsam klingen, ABER: In der Family in der ich hin und wieder arbeite, wurde der Frau vor kurzem die Gebärmutter wegen Krebs entfernt. Kurz darauf erkrankte ihr Hamster (!!!) ebenfalls daran.
Äh ist das jetzt Zufall oder wie....?
Davon abgesehen, überlege ich mir eh, ob ich da aufhöre. Irgendwie macht das gar keinen Spaß mehr. Mich da hinzuzwingen sind die paar Kröten auch nicht wert...
Allein die Vorstellung, mal wirklich gar nix zu arbeiten, auch nicht ehrenamtlich, macht mir a) ein leichtes Schmettterlingsgefühl im Bauch (mal nur um mich kümmmern und Dinge tun, die mir gut tun) und b) mäßigen Schweißausbruch: das geht doch nicht, selbst der Doc hat schon mit strenger Miene gefragt, was ich denn so den Tag tue...dann versinkst du noch mehr, irgendeine Aufgabe muss man haben, grad Depressive sollten....

Ja? Is das so? Das ist die gängige Meinung, dass Depressive Struktur brauchen und ein Programm (geh mal in ne psychosomatische Kur, da kannste Dich vor Programm gar nicht mehr retten).
Ich war immer so vernünftig, immer alles brav gemacht, was so gesagt wurde usw...

was, wenn ich jetzt mal wirklich nach meinem Gefühl gehe???

Mittwoch, 17. September 2014

Der depressive Wald

Nein, im Wald kann man gar nicht depressiv sein.
Ist meine Meinung. Nachdem ich gestern sehr friedlich, entspannt und irgendwie glücklich in einem stand.
Eigentlich wollte ich mir ein nettes Plätzchen suchen und lesen (Stressdepression von Otto Benkert) aber ich stellte dann fest, ich muss mich noch mehr bewegen, schauen, spüren und einfach gehen.
Ich las später unter einem Birnbaum der als einzigster Baum weit und breit inmitten von Feldern steht. Auch schön.

Derzeit nehm ich wieder meine "Drogen":
Einmal La-sea, konzentrierter Lavendel.  Ich merke die Wirkung immer so nach einer Woche Einnahme. Der ganze Körper ist entspannter, der Bauch weicher, die Schultern sinken wieder von allein herab, ich kann freier atmen. Und wenn der Körper entspannt ist, ist es der Geist auch. Ich bin fokussierter und strukturierter, verzettel mich nicht mehr so sehr in den vielen Möglichkeiten und Themen, die es so gibt.
Ich kann meinem Kopfkarrussel zuschauen und unnötige Grübeleien schneller abstellen und das Hier und Jetzt genießen. Jetzt im Moment ist alles gut. Wirklich große Sorgen hab ich grad keine.


Und dann noch das 5-HTP. Auch da merke ich recht schnell eine Verbesserung meiner Laune. Summe Lieder im Radio mit, bin weniger gereizt, kann leichter mit Fremden lachen, kurzen Smalltalk halten oder rumschakern.

Aber heute nicht.
Heute hab ich PMS. Ich gucke stumpf in die Nebelwand vorm Fenster.
Bin müde...so müde. Will aber auch gleich zur Tafel.
Danach meine Ruhe und das Alleinsein genießen.
Und wenn heute alles einen Gang langsamer geht und es meine Mundwinkel eher gen Bpden zieht..ist das ok... auch das ist spürbar:
Mehr Gelassenheit und Ruhe mit und in mir.
Wie schön das ist.

Dienstag, 16. September 2014

Trauma und Doc

- Gestern 4 Stunden unterwegs gewesen, für 5 Minuten Psychiatergespräch.
Von Haustür zu Haustür. Bahn hatte Verspätung, dann mit selbiger 1Std. 20mins unterwegs gewesen, fast 1,5 Std. im Wartezimmer verbracht, kurz zur Bank, auf die nächste Bahn gewartet.
Dass es nur 5mins Gespräch sind, haben wir so ausgemacht. Denn medikanetös bin ich quasi austherapiert. Nur meine Abendmedikation hilft mir etwas. Er ist aber der Doc, der mich mit der Krankheit am längsten kennt und so brauche ich ihn für die Berichte bezgl. Rente. Also komm ich vierteljährlich mal für die 5 mins vorbei.

- Von Michaela Huber (einer der bekanntesten Traumatherapeutin derzeit) einen Vortrag gehört (leider nicht online, sonst würde ich den Link hier reinsetzen). Titel: Von Bindungs-und Gewalttrauma genesen - von guten Beziehungen, Distanz zum Schrecken und einem ausbalancierten Stoffwechsel.
Sonderlich neues war für mich nicht dabei. Aber alte Infos nochmal auffrischen tat gut. Vor allem wie und warum frühe Traumatisierungen so schädlich sind. Und warum traumatisierte sooft von der Übererregung in die Erschöpfung und zurück in die Übererregung fallen. Mein Thema.
Sie hat das alles mit ein wenig Gefühl vorgetragen. Nicht zu sachlich, nicht zu weich. Von sich selbst sagte sie, dass auch sie solche Schrecken aus ihrer Kindheit kennt (das macht sympathisch).

- Über einen Bekannten mit dessen Bekannten ins Gespräch gekommen. Gruselig wie er sich, als fast 40j. Mann von seinem Vater schikanieren lässt. Der war jahrelang in der Bundeswehr, hat den Drill und die Demütigungen quasi bis in die Haarspitzen eingesogen.
"Aber..."so meinte jener Bekannte, "wenn ich was sage, hab ich keinen mehr, der mir den Rasen mäht."
Achachach...wie sehr ich ihn schütteln möchte und schreien: Dass er nicht weiter  zu lassen darf, dass seine Seele  zu Hackfleisch verarbeitet wird.
Wie gut es täte, wenn er sich von solch destabilisierenden Menschen befreien könnte. Wieviel Energie da aus einem wächst und er mit Leichtigkeit und Freude seinen Rasen selber mähen könnte und was das für einen riesigen Zuwachs an Selbstwertgefühl wäre.
Denn das ist quasi am Boden. Er hat sich viel Gewicht zugelegt um die ständig spitzen und schneidenden Bemerkungen seines Vaters ertragen zu können.
Dabei weiß ich selbst was das alles für ein harter und vor allem langer Weg ist (noch dazu wenn es der eigene Vater ist).
Bis man soweit ist.
Es sich selbst wert sein.
Und gut für sich sorgen können.

- Ich hab mir heute "frei" genommen. Ein Tag für mich und nur für das was ich will. Einen Termin musste ich dafür absagen. Die Folge: Alte bekannte Schuldgefühle tauchen deswegen auf. Aber wie meint Giger-Bütler: Man solle die Schuldgefühle anders bewerten, als etwas das zeigt, dass man mehr für sich einsteht. Als etwas positives. Das sich etwas ändert.
Und so schau ich mir dieses Schuldgefühl an, lasse es da sein und atme tief hinein.

Samstag, 13. September 2014

Alptraum

Zum Glück schon lange nicht mehr gehabt (zumindest nicht so intensiv).
Von M. geträumt. Der mir real, damals vor nun fast 20 Jahre (ich war 16) das Leben zur Hölle machte.
Wir wohnten zusammen und er konnte sein ganzes Repertoire an psychischen Gewaltspielchen ausleben. Das was er als Hooligan im Fußballstadion nicht schaffte , schaffte er zuhause. Bis mir die äußerst anstrengende Flucht gelang.

Heute nacht im Traum lauerte er mir in einem Shoppingcenter auf. Mit geladener Waffe, dann passierte einiges was ich nicht mehr weiß und dann lag er so ziemlich schachmatt am Boden, die Pistole schräg hinter seinem Kopf. Die nahm ich, redete ihm gut zu und verschanzte mich mit 4 anderen in einem kleinen Raum. Und da begann der eigentliche Horror: Dass er doch noch auftauchen würde, die Tür einschlagen usw...
Real passierte das damals und ich hatte 4 Wochen einen privaten Personenbegleitschutz der dafür ausgebildet war. Und monatelang danach immer noch Angst, dass er wieder irgendwo auftaucht.

Ich weiß auch wie das alles zusammenkam:
- ein Interview mit Willy Astor gesehen, der von enttäuschenden Freundschaften sprach und Verletzungen in Beziehungen. Dass er schon ein recht scheuer Mensch dadurch geworden ist.
*meld* ... hier auch.

- eine Reportage gesehen, in der es um Schwerstverbrecher ging, die nach einem neuen Urteil nicht mehr in Sicherungsverwahrung (diese sei menschenunwürdig!!)  "gehalten" werden dürfen. So kamen am 1.Juni 2013 80 Schwerstverbrecher in D wieder frei.

Von einem Kinderschänder wurde berichtet, der nach  einem Jahr Freiheit wieder umziehen musste, weil der dortige Landrat die Bevölkerung informierte, wer da wohnte, seitdem gab es täglich Demonstrationen vor dessen Haus. Diesem Druck widerstand er nicht.
Danach wurde unverpixelt ein Mann im Gefägnis gezeigt, der seine Frau ermordete, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte.
DA wurde mir dann schlecht.
Davor hatte ich damals Angst. Ich spürte: Der nächste Schritt bei ihm wäre körperliche Gewalt gewesen. Wie oft er austickte und mit Messer auf irgendwas (und sei es nur der Fanschal) losging, hab ich ja erlebt.
Dass ich damals  beim aufräumen ein Urteil wegen schwerer Körperverletzung fand, war wohl der erste vage Anlass dort so schnell als möglich die Biege zu machen.

Auch übel: Ein (ebenso freigelassener) Vergewaltiger (Wiederholungstäter) wurde gezeigt, der die Haltung hatte, dass das alles ja nicht so schlimm sei und warum sich eigentlich alle aufregten. Er erzählte wie er mal eine Anhalterin mitnahm und mit ihr dann "schlief".
Seine Worte. In Wahrheit war es eine brutale, sadistische Vergewaltigung.
Jetzt mache er Therapie. Aber nur weil es eine Auflage sei und aööes was unter Zwang passiere, ja eh nichts tauge (auch seine Worte).

Meiner Meinung nach, geht psychische Gewalt immer der körperliche voraus. In Beziehungen und damit sind alle Beziehungen gemeint, freundschaftliche, familiäre, eheliche und in der Arbeit.
 Du musst dein Gegenüber erst völlig eingeschüchtert (und ganz wichtig) isoliert haben, damit es bei der ersten Watschn noch sagt: "Naja kann ja mal vorkommen, sonst ist er ja ganz lieb, macht den Haushalt."
Und insgeheim hängt man noch ein:" wo soll ich denn auch hin, so ohne Familie, Freunde und Geld", dran.
Ein Scheißspiel.

Ich muss jetzt erstmal die alten widerlichen Bilder im Kopf loswerden.
Und das klebrige Gefühl im Inneren auch.
Nicht aus der Bahn werfen lassen.
Selbstfürsorgeprogramm starten:
Ausgiebig duschen, mit gut riechendem Öl langsam einmassieren.
Radio laufen lassen...wir haben das Jahr 2014.
Draußen die kühle frische Luft genießen und wenn es nur aufm Balkon ist.
Körperübungen, damit ich wieder in selbigen komme,
gute-Laune-Musik auflegen und einen frischen Kaffe genießen
und dann mal schauen wie es mir geht und was ich mit diesem Tag mache.

In diesem Sinne:
Schönes Wochenende!

Sonntag, 7. September 2014

Verkatert

Ich fühl mich heute verkatert. Emotional verkatert.
Ich hatt mich so auf den Samstagabend gefreut (jaaa zu hohe Erwartungen...).
Ich hattte vor ein paar Tagen mit einem Bekannten geschrieben. Kein Flirt.
Er bot mir einen Verwöhnabend an, mit Badewanne und einem selbstgekochten 3-Gängemenü.
Ich nahm an. Er gab sich wirklich jede erdenkliche Mühe, dachte an alles, Blumen, Rotwein (er selbst trank nix, weil er mich auch nach Hause bringen wollte und es tat) schöner Musik.
Also genoß ich. Die Wanne, den Salat, das Schnitzel, die Nachspeise.
Wir lachten, plauderten.
Auf einer sehr neutralen Ebene. Keine sexuellen Spannungen.
Als ich um Mitternacht daheim war, fühlte ich mich nicht so, wie ich es erwartet hatte.
Sondern leer und traurig.
Es ging um Äußerlichkeiten. Das Herz war nicht dabei (ich meine jetzt nicht die Verlliebtheit oder so). Es war mechanisch, kühl, unpersönlich.
Ich ahne, dass sich zwei sehr bedürftige Menschen zusammen taten und jeder eigentlich was anderes gebraucht hätte.
Nähmlich echte Wärme und Zuneigung.
Ja da ist er, der Mangel danach. Spürbar. Schmerzhaft.
Ein riesengroßes Loch.
Ich werd mich heute drum kümmern.
Auch wenn es verlockend ist, das wegzudrücken und mich mit anderen Dingen abzulenken.

Freitag, 5. September 2014

Fahrt ins Blaue...

Heute, bei idealem Wetter, bei Sonnenschein, leichter Bewölung und sanftem Wind,  bestfriend geschnappt, ein Bayern-Ticket gekauft, auf die große Anzeigentafel am Münchner Hauptbahnhof geschaut, für einen Zug entschieden uuunnnddd los ging's.
In Rosenheim sind wir aus-und umgestiegen und letztendlich in Bad Aibling gelandet.
Gut ist jetzt nicht so weit weg, aber egal.
Kontrollitis loslassen und schauen was passiert.
und was ist passiert?
- ein sehr kontaktfreudiger Friese sprach uns an (und voll), erzählte was ihm so alles passiert ist und nen Witz obendrauf. Außerdem eine Empfehlung wo wir entlang spazieren könnten.
- dann durch den Kurpark gewandelt, mit Riech-und Tastgarten, einem tollen Klangspiel, Voliere mit Zwergfinken, Wellensittichen, Nymphensittichen, Fasan und irgendeine Papageienart. Ich hätt denen einen halben Tag lang zusehen können.
- an einem weiteren Brunnen lecker Brotzeit gemacht.
- 2 Kirchen besichtigt
- viel geredet und gelacht
- durchs Dorf gelatscht, Kaffe getrunken
- und eben mal keine Fotos gemacht :-)

Tat gut, mal wieder rauskommen, was anderes sehn, Orientierung schulen und überhaupt!

Mittwoch, 3. September 2014

Heute ist alles gut!







Eine Stellenanzeige gelesen, die irgendetwas in mir berührt hat. Dieses Etwas verdrängt. Nicht angerufen, aber es grummelte weiter in mir. Paar Tage danach doch noch angerufen, ich bekam einen Termin fürs Vorstellungsgespräch. Nach paar Stunden Überlegung wieder abgesagt. Teilzeit ist mir zu viel. War alles genau so richtig, wie es ablief. Ich hätte mich geärgert, wenn ich nicht angerufen hätte. Es war ein kleiner und wichtiger Schritt für mich. Es war für etwas gut!

Davor noch zum Thema Rente und Arbeit die Tarotkarten gezogen. 3 Stück. Ergebnis: 
1. Abwarten und Tee trinken, 
2. auch annehmen will gelernt sein wieso nicht auchmal die Schürze aufhalten und
3. auch kleine Dinge sind wichtig und zählen.
Hmmm.

Ja manchmal kann ich es schwer annehmen, dass ich jetzt so viel Unterstützung bekomme, die Rente, den Schwerbehindertenausweis, nie Probleme mit den Behörden.
Mir erlauben, es mir jetzt gut gehen zu lassen...da spür ich sofort die stechende Blicke und giftigen Spürche meiner Schwester.
Ich schiebe all das weg und schaue, WIE ich es mir gutgehen lassen kann:
- Fürs Wochenende was ausgemacht, worauf ich mich schon sehr sehr freue!
- VHS-Kurs Pilates angemeldet, mit dem Schwerbehindertenausweis bekomme ich 25% Ermäßigung, so zahle ich für 16 Pilatesstunden nur knapp über 50,-. Bin gespannt, wie es mir mit neuer Körperertüchtigung geht.
- zur Tafel gehen. Meine Krankenkasse zahlt 0,-€ für die Zahn-Op-Sedierung dazu. Trotz Angststörung ect.pp. Die Leitung von der Tafel bot mir ja Unterstützung an. Heute von ihr 50,- Zuschuss bekommen. Mehr als dankbar. Zumal auf der Straße ich noch einen Euro fand. Jaja, wer den Taler nicht ehrt und so. Außerdem mit ganz vielen tollen und leckeren Sachen von dort wieder nach Hause gegangen.
- Bett frisch beziehen
- neuen Milchschäumer genießen
- alle grübeligen, sorgenvollen Gedanken die sich mit Zukunft oder Vergangenheit beschäftigen, abstellen. Klappt im Moment sehr gut (fragt mich nicht wie) und so achte ich drauf, dass das auch so bleibt.

Einatmen, ausatmen, ich spüre inneren Frieden. Jetzt. Heute. Nur das zählt.

Dienstag, 2. September 2014

September

Kalenderblatt im September:







Erinnere dich an deine Kraft
und
Lebe (!) Deinen Stil

Als ich diese Frau in einer Zeitschrift sah, war sie mir sofort sympathisch.
Diese Frau lebt ihren Stil.
Mit Hut, ungeschminkt, mit auffallenden Ringen, bunten Ketten und selbstgestickter (?) Kleidung lässt sie sich nicht zum Modepüppchen machen.
Sie sieht aus wie eine Frau auf der Walz. Oh eine Männerdomäne! Doch sie stört das nicht.  Sie macht ihr Ding.
Ihre vorgehaltene Hand signalisiert wohl, dass sie etwas gesagt hat, was sie vielleicht hätte nicht tun sollen, oder was frau nicht sagt. Aber seht ihre Augen ein leichtes funkeln und um die Mundwinkel ein kleiner, frecher Zug. Sie hat Humor!

Also liebe Frauen, tut was ihr wollt und lasst Euch nicht vorschreiben wie ihr auszusehen habt und was ihr sagen sollt.

In diesem Sinne einen kraftvollen und stilvollen September! :-)


Montag, 1. September 2014

Entspannung

Was entspannt mich?
Eigentlich wollte ich heute schwimmen. Aber die Vorstellung weiter weg zu fahren, halb nackt unter Menschen streßt mich gerade sehr. Auch wenn mir die Schwerelosigkeit und das warme Wasser gut tun würden. Ja eine Badewanne fehlt.

Mein Job ist es derzeit Entspannung zu lernen. Mein ganzes Leben war bisher im Streß. Klingt jetzt pathetisch. Aber es war so. Brüchigkeit in der Familie. Keine Verlässlichkeit, keine Geborgenheit. Ich war schon immer in Hab-acht-Stellung. Immer in Alarmbereitschaft. So vieles musste ich mit mir allein klar machen. Und so ging es immer weiter. Immer Drama, immer Action. Immer Druck. Oft auch selbstgemacht. Ruhe war/ist bedrohlich. Kenn ich nicht.

Also: Wie geht Entspannung?
Was entspannt mich? Garantiert keine stille Meditation in einer Gruppe. Da flipp ich aus.
Auch wenn das Wochenende mit Rückenmassage und Kaffetrinken mit M. schön war, so war es auf einer anderen Ebene auch stressig. Soziale Kontakte sind einfach anstrengend für mich.

Was entspannt mich?
Allein im Wald, spazieren oder sitzen. An einem großen See sitzen (noch besser: Meer) und drauf schauen. Überhaupt beobachten, am besten was sich bewegt. Oder auch nur so Löcher in die Luft starren, aber das muss an einem sehr sicheren Ort passieren, sonst kann ich die Alarmbereitschaft ( http://de.wikipedia.org/wiki/Hypervigilanz )nicht wirklich abstellen Vielleicht sollte ich mir so eine Lavalampe zulegen.
Imaginationen helfen auch, ob selbst erfunden oder von der CD.
Stille.
Podcast hören.
Eine reizarme Umgebung, heißt: wenig Gegenstände um mich.
In der Kirche sitzen.
In den Bauch atmen.
Planlose Zeit.
Lachen.
Mich strecken und dehnen.
Inneren Druck loslassen, der meint ich müsse alles so schnell als möglich erledigen. Ich erwische mich oft wie ich zum Einkaufen hetze, obwohl ich den ganzen Tag Zeit habe.
Schlaf.
Etwas um seiner selbst tun, und nicht wegen dem Ergebnis.
Im Flow sein.
Zentrierung statt Zerstreuung, heißt auch: weniger PC.
Bewußt erlaubte Auszeiten nehmen vom grübeln, innerem Druck und Sorgen machen: "Die nächste halbe Stunde, darf es mir einfach gut gehen, ich darf locker lassen, nur atmen, liegen und entspannen, Löcher in die Luft gucken, ich erlaube mir das jetzt einfach. Danach kümmere ich mich wieder um mein Leben/um die Arbeit ect."

Was machst Du heute?
Entspannen...