Montag, 18. August 2014

Schwarze Wolke

Am Samstag hab ich bestfriend so lapidar erzählt, dass mich im Moment nix interessiert. Kein Film, kein Buch...nur gähnenden Langeweile.
Auf der Heimfahrt wurde ich dann selbst hellhörig: Hoppla, das ist für mich ein Alarmzeichen.
In der ersten Selbsthilfegruppe die ich war (vor fast 15 Jahren) sollten wir aufschreiben, woran wir erkennen würden, wenn es wieder mehr Richtung Depression geht.
Also z.B. starke Müdigkeit, starkes Verlangen nach Kaffee und Süßigkeiten, ansonsten eher Apppetitlosigkeit, viel grübeln, Wortfindungsstörungen usw...

Meine Therapeutin traute mir zu, dass ich in Zukunft gut mit den Hindernissen des Lebens umgehen könne.
Da war ich so halb ihrer Meinung, ich fühlte mich noch zu unsicher. Das hat sich nun schon etwas geändert, nachdem ich zwei wirklich schwierige Zeiten gut gemeistert habe.
Das andere war: Sie traute mir auch zu, mit der Depression besser umzugehen. Da war ich gar nicht ihrer Meinung.Ich dachte nämlich immer, die Depression überfällt mich einfach so. Ohne das ich was tun könnte.
Aber ich habe festgestellt, dass es eben Auslöser gibt: Viel Streß, zuwenig auf mich achten, zu viel negatives (und wenn es "nur" gedanklich ist).

Die letzten 2 Wochen waren voller Anspannung und stressig. Ich muss aufpassen, dass die schwarze Wolke über mir, nicht zu groß wird, das heißt:
Nicht unter Druck setzen.
Das machen, was ich machen will.
Zu nix zwingen. Mittelmaß finden, das heißt:
nicht zu viel vorm PC
nicht zuviel Zucker (auch wenn es gerade sehr verführerisch ist)
nicht zuviel drinnen sein (und wenn es nur ein kurzer Spaziergang ums Haus ist)
nicht zuviel im Kopf bleiben (Musik hören, ein wenig dazu bewegen oder singen, leichte Gymnastik)
wenig machen und dafür dankbar sein, dass das geht. Heute habe ich mich geduscht, gut gefrühstückt, Wäsche aufgeräumt, Brief an Krankenkasse geschrieben...das reicht jetzt, jetzt gibts eine Pause.
Die kleinen Schritte schätzen.
nicht zuviel über alte Depressionsphasen nachdenken oder wie es wohl jetzt enden wird.
nicht zuviel allein sein.
Ich bin als arbeitsunfähig eingestuft, ich muss jetzt gar nix.
Ich darf mich um mich kümmern. Ich bin nur für mich selbst verantwortlich.

Kommentare:

  1. Du hast inzwischen wirklich eine Klarheit in dir, wo und wann genau du für dich selber hellhörig werden musst. Und sorgst angemessen umsichtig für dich, das gefällt mir sehr (und ermutigt mich zu gleichem Verhalten mir selber gegenüber).
    Das Abrutschen in die Depression kann manchmal im Anfangsstadium noch gestoppt werden, glaube ich (ausgehend von eigener Erfahrung). Deshalb ist es so gut, wenn du sofort reagierst und dir verschaffst, was du brauchst (so gut das halt möglich ist.)
    Lieben Gruss Ursula

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  2. Hallo liebe Ursula,
    tja ich denke, das ist wie mit dem Loch im Boden: Beim fünften Mal fällt man nicht mehr rein, sondern sieht es und geht außen herum ;)
    Dir auch ein gutes umschiffen dieser Löcher ;)
    LG

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