Samstag, 23. August 2014

Hier haste deinen Schuh (wieder).

Gestern gabs Knatsch mit einem Bekannten.
Ja, wenn man nicht mehr sich vollends an andere Menschen und ihre Wünsche anpasst, eckt man manchmal eben an.

Es ging darum, dass ich etwas für ihn tun sollte. Er hätte das auch bezahlt. War also kein reiner Gefallen.
Und auch das muss/darf ich immer wieder lernen: Nur weil der andere dafür zahlt, heißt das nicht, dass ich alles (mit)machen und mich völlig unterwerfen muss (sehr wichtige Erkenntnis in Bezug auf Arbeit!!!).

Also bestimmte ich die Rahmenbedingungen mit.
Es ging hin und her.
Manche Umstände ließen sich einfach nicht ändern und bei dem Rest waren wir beide wohl ziemlich wenig kompromißbereit.

Normalerweise knick ich dann doch irgendwann ein. Damit Ruhe ist. Weil ich Spannung schlecht aushalten kann (ist das immer noch so? Nein ich glaube auch das ist besser geworden).
Unter anderem wollte ich nicht abends um 8 Uhr da noch rumwerkeln.
Er fragte (etwas patzig) wo denn das Problem sei.
Ich war nicht gewillt ihm meine sehr privaten Gründe zu nennen und meinte: Geht eben nicht.
Daraufhin er: du bist schon komisch, weißt du das?
Rumms. Das saß. Aua. Meine Wunde. Ich war schon immer zu komisch, zu jung, zu seltsam, zu still, zu empfindlich, zu kompliziert. Suggerierte mir zumindest mein familiäres Umfeld ständig.
Meine Schwester ist in dieser Hinsicht die "Beste". Wenn ich mal nicht babysitten, mit ihr tanzen oder telefonieren wollte kam schon mal ein eiskaltes, monotones, ganz leises: du dumme Sau!
Kein Wunder, dass ich mühsam lernen musste, was denn überhaupt meine Bedüfnisse sind. Die musste ich ja lange genug verleugnen.

Aber zurück zu dem Typ.
Fast zog ich mir den Schuh an: Eben, was stell ich mich denn so an, dauert doch nicht, dann ist es vorbei, Geld kannste grad mehr als genug gebrauchen...usw...altbekannte Litanei.
Doch dann: Moment mal. Letztens als wir so ein wenig rumgealbert hatten und auch darüber sprachen, dass ich die Arbeit für ihn machen werde, da...ja da war ich die Beste, so super und überhaupt eine Prinzessin.
Zum Glück durchschau ich inzwischen solche miesen Spielchen.
Schön wäre es gewesen, wenn er bei sich und seinen Gefühlen geblieben wäre.
Dass er das toll, super und schön findet, oder eben doof, blöd oder scheiße.
Statt seinen Frust mir rüber zuschieben und mich dafür verantwortlich zu machen.

So wie es aussieht, kommt es nun zu keiner Zusammenarbeit. Und ich fühl mich pudelwohl. Manchmal (ich glaube sehr oft) überwiegt das Seelenheil eben dem finanziellen Gewinn.

Da! Haste deinen Schuh wieder. Zieh ihn selbst an!

Und hier:
Finde den Fehler :-)




Kommentare:

  1. Schon seltsam, wie schwer es manchen Menschen fällt, ein schlichtes und freundliches "Nein das möchte ich nicht" zu respektieren, ohne sich selbst angegriffen zu fühlen und sich statt dessen genötigt zu sehen, "zurück" zu schlagen, wo gar kein Angriff stattgefunden hat.
    Ist der Herr so ein verwöhntes Mamasöhnchen, dem immer alle Wünsche widerstandslos erfüllt wurden und der denkt, für Geld kann er auch noch den Rest kaufen?
    Schade.
    Und wieder einmal:
    Hard work, well done!
    Oder:
    Be who you are - know your name - and go your own way!
    :-)

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  2. Hab auch schon überlegt...Einzelkind ist er nicht und auch sonst: er hat einen körperlich harten Job mit dem er sein Leben und Studium finanziert, aber er ist auch ein Schönling und ich kann mir da schon vorstellen, dass ihm sonst gern die Wünsche nach seinen Vorstellungen erfüllt werden.
    Nunja ;) es fühlt sich gut an, nicht mehr so hilflos und ausgeliefert zu sein und zu wissen woher die sonstigen komischen Stimmungen denn kamen. UND: Das ich es mir wert bin, gut für mich zu sorgen.
    Es wird...es wird ;-)
    Schönen Sonntag Dir!

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