Sonntag, 13. Juli 2014

Hochsensibel im Bierzelt

Hab ich mich gestern bequatschen lassen...
C. rief um kurz nach 22h uhr an und ich hätte mir denken können, dass er a) schon angedudelt ist (was mich bei ihm seltsamerweise, so als gebranntes Kind, gar nicht stört) und b) sich mit mir treffen will, JETZT, um weiter zu dudeln.

Eigentlich wollt ich die Reportage (auf den Spuren der Nomaden) fertig schauen und dann husch ins Bett.
So ließ ich mich bequatschen und stand 20min später am Eingang unseres Volksfestes.
Beim hingehen zweifelte ich noch an meiner Geistesgesundheit, denn bitte was erwartet mich am Samstagabend um halb 11h bei einem Volksfest???
Lärm, viele Menschen, die noch dazu betrunken sind.

Trotzdem war es interessant für mich, dass alles nun bewußt zu erleben, "was das mit mir macht".
Immerhin konnte ich C. überreden draußen Platz zu nehmen (wo man den anderen immer noch sehr schlecht verstand, weil die super-gute-laune-Musik (knallrotes Gummiboot) extrem laut war aus dem Zelt schallte.
Und dass wir uns erstmal ne Maß teilen.
Akustische und visuelle Reizüberflutung deluxe.

Bald kam noch ein Bekannter dazu, den dann C vollabern konnte, denn der entwickelt sich angetrunken gern als Alleinunterhalter.
So konnte ich mich innerlich ein wenig zurück ziehen und beobachten, was mir gut tat.
Die Leute haben da echt Spaß. Die meisten hatten Trachten an und sahen (dabei gut aus) und das alles als super Ausgleich zu ihrem Alltag an.
Sehen und gesehen werden gehört natürlich dazu.
Alltag vergessen dank des Alkohols.
Auf Tischen tanzen und gröhlen auch.
Und all die tausend Sachen die ich noch so mitbekam (ah die ausm Bioladen ist auch da...allein?, oh da verschwindet ein Pärchen im Maisfeld, die sieht aber traurig aus...und all die Dinge die man nur spürt und nicht benennen kann).

Knapp ne Stunde später konnt ich mich guten Gewissens dann wieder davon machen (ich ging mit, wir tranken ne Maß und jetzt mag ich heim), gab noch nasse Abschiedsbussis und ich wußte, dass C ja noch in guter Gesellschaft ist, mit dem er sich über die schreckliche dörfliche Politik austauschen kann. Hab ich schon gesagt, wie interessant ich Stammtischgespräche finde *hüstel*???

Nein, das ist nicht meine Welt und vielleicht hat mir dieser kurze Abend wieder ein Stück mehr dazu verholfen mich nunmal so anzunehmen, wie ich bin...
dafür hab ich mir noch Erdbeeren gegönnt, mit Schoko überzogen.
Das war früher schon das mir liebste auf Volksfesten.
Da jucken mich auch die 4,- (fast) nicht, für die 6 überzogenen Früchtchen...

Meine Welt ist ein verregneter Sonntag (so wie heut)
und danach in der neuen FLOW stöbern, lesen, stricken, Tee trinken.
Jedem das seine.

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