Mittwoch, 16. Juli 2014

Borderline

Ich hab mich für den Film *Allein* bei den Filmkunstwochen entschieden.
Wer also am 11. August in München ist...
In dem Film geht es um eine junge Borderlinerin, die tagsüber in der Bibliothek arbeitet und nachts Männer aufgabelt, um ihre einsame Verzweiflung zu füllen.
(alle Schauspieler mag ich: Richy Müller, Maximilan Brückner und Lavinia Wilson, letztere soll sogar bei der Vorführung anwesend sein!)

Kommt mir bekannt vor...auch ich war tagsüber oft die stille, unscheinbare, stets zuverlässige Mitarbeiterin, um am Wochenende völlig über die Stränge zu schlagen...
Ich bin keine Borderlinerin, sondern mir wurde eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert.
Es gibt irgendwo im Netz (ich find es jetzt nicht) eine tolle Gegenüberstellung der beiden Diagnosen, da kann man gut den Unterschied erkennen.

Hier sieht man es: (ich meinte ein anderes pdf)
http://www.geps.info/downloads/publikationen/Dulz_Handbuch-Borderline_20.pdf
bemerkenswert, dass bei der Auflistung sex. Missbrauch fast am Ende steht und psy. Gewalt an erster Stelle. DAS find ich wichtig und mir war das immer ein Anliegen, andere Mißbrauchsarten auch zu erkennen. Und, dass auch diese den gleichen Schaden anrichten!

Auch hier gibt es eine Liste der Unterschiede:
http://www.lups.ch/upload/docs/pdf/2010-06-24_Referat_Christoph_Muller_Pfeiffer_Borderline.pdf

Was mir zu schaffen macht, ist meine Impulsität,
in den letzten Wochen wollte ich mich
- als Familienhelferin selbstständig machen, um dann im Sommer mit dem Wohnmobil durch Deutschland zu tingeln und je nach Bedarf die Jobs machen...

- Eselwanderungen in Litauen anbieten (gut, das war jetzt nicht so ernst, aber reizvoll)

-  interessierte ich mich für eine Umschulung zur Veranstaltungskauffrau  (ach mensch, kann man mein Leben mal bitte reseten) Ohne meine Beeinträchtigungen, wäre das echt ein toller Job für mich.

- im Moment: für ein Auto sparen, um endlich wieder weiter draußem aufm Land zu wohnen (nachdem ich einen Bericht über eine Familie gelesen habe, die nach Schweden auswanderte und wie sehr sie die Ruhe, Stille und Natur zum positiven verändert hat). Auch haben will....

Dazwischen spar ich Geld, um endlich mal meine Wohnung neu zu weißeln, geb es dann aber doch wieder anderweitig aus....dann find ich nen Mann tooootal toll und super, um nachm 3.Date völlig genervt von ihm zu sein (nicht nur mal als Tageslaune, sondern komplett)...dazwischen hatte ich noch ein kleines Vorstellungsgespräch, bei einer Frau, die Hilfe im Haushalt braucht, nachdem sich dort das Chaos ausgebreitet hat.
Im grunde würd mir das echt Spaß machen...sinnvolle Arbeit, ich seh ein Ergebnis, es ist ja kein Müll oder so versifft, dass sich Tiere ausbreiten, es sind einfach nur Sachen...zu viele...
dabei schaff ich grad selbst nur mit großen Mühen meinen Alltag und brauch extrem viel Ruhe...also irgendwie völlig utopisch da anzufangen...
tja mein Wille....

Auch interessant: Reizüberfllutung
http://pagewizz.com/reizuberflutung-bei-schwer-traumatisierten-27091/

und ganz aktuell (hab ich noch nicht selbst gelesen):
http://www.martinsack.de/_downloads/Neues_zu_komplexen_Traumafolgestoerungen_Muenchen_2014.pdf
aber den guten Herrn Sack durfte ich in der Tagesklinik kennenlernen, da er dort Oberarzt ist.

So und jetzt gibts einen riesigen Salat zum abkühlen,
die nächsten Tage werden es wieder 30 Grad,
da muss ich mich wappnen und meine Kraft gut einteilen.

Kommentare:

  1. Liebe Regenfrau,
    das sind - für mich - sehr interessante Links, vielen Dank dafür!

    Entspannungsphantasien, deren Realisierung an der notwendigen finanziellen Grundlage scheitert, kenne ich zur Genüge.
    Trotzdem finde ich es wichtig, die eigenen Visionen zu pflegen und zu nähren.
    Eselwandern in Litauen klingt prima!

    Viele Grüße und 'keep cool'
    (auch bei uns sind heute und morgen 35 °C angesagt - eine Herausforderung an die Selbstfürsorge ...)
    mo.

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  2. Hallo liebe Mo,
    freut mich, wenn sie Dir helfen...
    Nunja die Realisierung meiner Träume scheitert derzeit eher am gesundheitlichen Aspekt...und ja ich hab trotzdem Spaß daran mich mit neuen Ideen mal mehr, mal weniger auseinander zusetzen. Über meinen Ideenreichtum bbin ich auch sehr froh! Und dafür gibt es auch das *Projektbuch* wo ich solche Sachen notiere. So ist es nicht verloren.
    Trotzdem macht das *nicht können* auch oft traurig, aber brauch ich Dir ja nicht zu erzählen...

    Herausforderung...schöönes Wort, das ich oft vergesse...

    Wenn Du Regen brauchst:
    https://www.youtube.com/watch?v=zSZVonXN-VA

    LIEBE GRÜßE :-)

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