Mittwoch, 4. Juni 2014

Obacht!

Die Therapie ist so gut wie zuende.
Nächste Woche machen wir unsere Abschlußstunde und das wars dann.

Was mir gestern auffiel...und was mir ohne Therapie schwer fällt ist...
mich anderen Menschen wirklich zu zeigen.

So, war das einfach...jede Woche ein fester Termin, mit jemanden besprechen, was grad so los ist, mich bedrückt oder grad für mich schwierig ist.
Einem Menschen dem ich vertraue und von dem ich weiß, dass er a) abgegrenzt genug ist und b) gut für sich selber sorgt.

Jetzt habe ich schon auch Kontakte...aber ich merke, wie ich immer mehr ins *schauspielern* verfalle. Nicht wirklich sage, was los ist.
Auch irgendwann mir selbst gegenüber nicht mehr: und dann wirds gefährlich, weil ich meine Grenzen und Bedürfnisse nicht mehr spüre.

Das war früher ein Schutz. Die Familie nicht noch mehr belasten, als eh schon und mich nicht angreifbar machen, wenn ich sagte wovor ich z.B. Angst habe.
Außerdem habe ich sehr schnell kapiert: Selbst wenn ich mal was sagte...echte Hilfe, Unterstützung, Trost gab es eh nie. Eher noch dämliche Kommentare.

Also machte ich sehr viel mit mir selber aus. Eigentlich alles.
Ich brauch keinen.
Nur gibt das weder wirkliche Nähe, noch evtentuelle Entlastung.
Es ist anstrengend und schwer...

Ich habe das sehr mühsam lernen müssen: mich zeigen, von mir reden, was wirklich los ist. Erst zaghaft und fast anonym in einem Mailverteiler, dann immer öffentlicher in Selbsthilfegruppen.
Aber immer wieder kommt sie hoch: Die Angst, dass man mich nicht versteht oder gar lächerlich macht und demütigt.
Und der Sog des Altbekannnten (ham wir schon immer so gemacht).

Nun, immerhin ist es mir rechtzeitig bewußt geworden.
Mal sehen, was ich mache...

Kommentare:

  1. Kann dich gut verstehen, denn mir geht es sehr ähnlich.
    Das hilft dir jetzt zwar nicht, ich wollte halt nur mal sagen, dass es tatsächlich Anderen auch so gehen kann.
    Irgendwie glaube ich, dass es wohl nie besser werden wird, vielleicht bewusster und dadurch leichter händelbar, "Schulterzuck "
    Meine Therapeutin meinte neulich, da ich ja ein chronischer Fall sei, kann man schon froh sein und es unter Erfolg verbuchen, wenn das Leben so lala abläuft, sie meint, nicht jede Sekunde von Ängsten , Problem, Zweifeln ect. geplagt wird !
    Na ja, vielleicht ist " der Spatz in der Hand doch besser als die Taube auf dem Dach ! "
    In diesem Sinne liebe Grüße von
    Jutta

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    1. Hallo Jutta, danke Dir für Deinen kommentar...ja ich glaub ich will auch immer gern zu viel und hoch hinaus, daweil hab ich die Rente ja nicht wegen Schnupfen...und überforder mich in vielen Bereichen ja gern selbst.
      Mein Neurologe meinte letztens auch: "aber Kopf noch über Wasser?"
      *japps* ja ;-)
      Ich wünsch Dir eine gute Zeit :-)

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  2. Liebe Regenfrau,
    der Abschied von der Therapeutin, die Themen der Therapie verinnerlichen und selbstständig anwenden - das ist vieles auf einmal.
    Hinzu kommt: Selbst wenn eine, die so sehr verletzt wurde, lernt, neu zu vertrauen und sich zu öffnen - dann bedeutet das noch lange nicht, dass im außen auch alle Menschen dieses Vertrauen wert sind und zu schätzen wissen.
    Eine zusätzliche Aufgabe besteht darin, einschätzen zu lernen, wem gegenüber ich mich öffnen darf, ohne mir selbst Schaden zuzufügen.
    That's a big difference. Irrtümer sind natürlich nicht ausgeschlossen und bisweilen unvermeidbar.
    Dennoch: Da sind besondere Antennen nötig, die eine vielleicht (noch) gar nicht hat, die erst wachsen wollen.

    Alles das braucht Zeit.
    Ich hoffe, du findest diese Zeilen nicht übergriffig und wünsche dir Gutes.
    Von Herzen!

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    1. Liebe mo,
      deine Zeilen find ich überhaupt nicht übergriffig. Im Gegenteil, ich freu mich immer was von Dir u lesen. Und außerdem hast Du es sehr schön formuliert: nicht Du/Ich, sondern *eine*...das gefällt mir sehr gut.
      Natürlich, den Aspekt wem ich mich öffne, hab ich in dem Post nicht beschrieben...natürlich auch ein wichtiger Punkt.
      Und danke auch, dass Du mir nochmal klar gemacht hast, dass im *Hintergrund* ja doch einiges läuft, was ich gern übersehe, meine nix u machen und mich in wilde Abenteuer stürze...nnunja :-) ich übe.

      Dir auch alles Gute und Sonne im Herzen :-)

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