Donnerstag, 19. Juni 2014

Anderer Blick

Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch zur Nebennierenschwäche.
Es paßt so gut zu meinen Symptomen und dem jahrelangen Streß den ich hinter mir habe.
Der mir an die Nieren ging. (Wobei die Nebennieren nur so heißen, weil sie auf den Nieren hocken, aber ganz andere Aufgaben haben...).
Jedenfalls gibt es da eine Übung:
Aufzuschreiben was einem gut tut und was nicht.
Pööööh, dacht ich ganz hochnäsig, muss ich nicht machen, ich hab 5 Jahre Therapie hinter mir (davon einige Wochen sehr intensiv in einer Tagesklinik und davor stationär) ich weiß was mir gut tut.
Mein Unterbewußtes war damit nicht einverstanden und griff zu Block und Stift und schrieb.
Tjaja. da hatte ich es...schwarz-auf-weiß: im Moment (oder besser: in letzter Zeit) waren mal wieder viele Situationen, Begebenheiten, die mir gar nicht gut taten.
Und was mir gut tat, ließ ich untern Tisch fallen. Klassiker.

Weiter gings mit "Refraiming". Ich find da muss man etwas aufpassen, hat für mich zu viel mit positiven denken zu tun und: alles is gut.
Auf der anderen Seite merk ich selbst wie oft ich in die schweres-denken-grübelfalle falle.
Wenn ich das merke, tief durchatme und mir sage: das ist doch nicht sooo wichtig/ernst wie ich das grad meine, ich verrenn mich mal wieder in was, schau was um dich herum ist, wird mir oft leichter ums Herz.
Oder wenn ich ein Problem jetzt einfach nicht lösen kann, dass ich Abstand davon nehme: Ich hab genug drüber nachgedacht, ich tue mein möglichstes und jetzt ist aber auch mal wieder gut. Ist auch das sehr befreiend!

Jetzt saßen letztens 2 Pärchen neben mir in der Bahn. Alle so um die 50, fuhren nach einem Radlausflug wieder nach Hause.
Fängt der eine das erzählen an, von X (vermute seinem Sohn): wie erst das Hochzeitsauto geholt werden musste, dass aber so kaputt war, dass es nur noch 80km/h fuhr, man aber schon spät dran war und dann nicht mehr wußte in welcher Gärtnerei man den Brautstrauß geordert hatte und als man endlich bei der Kirche war...
oder damals, als wir einkauften, im Möbelladen, wahnsinnig viel, hinter uns ne lange Schlange....und dann streikte seine Kreditkarte und er (der Papa?) hatte auch nix dabei, also alles wieder retour.
Dabei...und das fand ich sehr erfrischend, lachte er selbst immer wieder...er fand das lustig, nahm es auf die lockere Schulter...
Man könnte das auch anderes sehen. Ein Drama! Was für ein Sohn, kriegt nix auf die Reihe, schlimm, das belastet, das nervt, das war unmöglich....

Es kommt drauf an wie man es sieht. Einfach mal aus Interesse den Blickwinkel ändern, kann auch Spaß machen...


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