Donnerstag, 26. Juni 2014

War unterwegs

Gestern ging ich aus.
Und mein chronisches Unterlegenheitsgefühl ging mit.

Es gibt sie noch...diese Phasen, in denen ich meine, dass alle Menschen um mich herum besser seien als ich.
Die wissen wie das so im Leben läuft...und die wuppen dieses auch noch mit links.
Die haben ein tolles Smartphone.
Die haben wichtige und interessante Berufe oder studieren zumindest.
Die sind erwachsen.
Und genau um den letzten Satz geht es im Grunde genommen.
Wenn ich mich so extrem unsicher, ängstlich unterlegen fühle, bin ich nicht im Erwachsenenmodus.
Da kommen dann die alten sozialen Ängste daher:
Ich bin falsch, ich weiß nix, ich arbeite nix...usw.

Das ist dann natürlich blöd, wenn man in so einem Zustand* in ein Theater geht, in dem eine interaktive Show läuft.
Das merkte ich aber auch erst, als wir (ein alter Bekannter ging mit) IM Theater saßen, dass es mir mal wieder *komisch* geht. Ich vermute der Auslöser war, dass  selbst so halb auf dem Präsentierteller saßen und mich das doch recht panisch werden ließ.
Ziemlich ungut.

* = dieser alte Zustand wird gefördert durch: Müdigkeit und Krankheitsgefühl. Ja mir ging es schon körperlich nicht gut als ich losfuhr, aber ich wollte mal wieder raus und diese Show ist nur 1x monatlich.


Nunja und dann wurde mit 2 Moderatoren und dem Publikum (ca. 20 Leute) fröhlich Stadt-Land-Fluß (plus 3 weitere selbstausgedachte, ziemlich sinnbefreite Kategorien) gespielt.
Dazwischen gab es Lesungen, eine tolle Band ( http://www.zwoabier.de/listen.html) spielte und ein hübscher Poetry-Slamer war auch zugegen.
Ja, ich mag solch Kleinkunst.
Sehr.

Aber es war halt leider für mich sehr anstrengend.
Man musste nicht mitspielen, aber irgendwie ist das halt auch doof, wenn man es nicht macht, noch dazu bei überschaubarem Publikum und so nah an der Bühne.
Ich blieb im Kopf, weil meine alten Stimmen mal wieder flüsterten:
- Klatsche! auch wenn du den Text daneben fandest...
- schau nicht so gelangweilt...
- oh gott hoffentlich spricht mich der Moderator nicht an...
- soll ich auch mal mein Ergebnis reinrufen (ich habs 2x gemacht)
- blamier dich nicht, sag nix, schau nirgends hin und beweg dich bloß nicht..
- finde das jetzt auch lustig!
- hoffentlich zitter ich jetzt nicht, wenn ich das Glas nehm
- ich spür all die Blicke in meinem Rücken...
und dabei dieses stänndige Außenseitergefühl...
I'm von einer anderen Welt.

Lustig wars trotzdem...
irgendwie
den best-of aus der Rubrik P*ornoklassiker kann ich jetzt leider nicht nennen.
Nicht ganz jugendfrei ;-))

Auf der Heimfahrt (kur vor Mitternacht) kam ich wohl wieder in meinen Erwachsenenmodus.
Normalerweise bin ich bei männlichen Jugendlichen eher ängstlich, meide sie.
Und nun saß da einer vor mir in der Bahn, der nicht den freundlichsten Eindruck machte.
Da dachte ich mir so, ganz selbstverständlich: "Junge, komm du mir blöd und du erlebst dein blaues Wunder!"
Was geschah? Er trat mir aus Versehen auf den Fuß und entschuldigte sich sehr aufrichtig und höflich :-)

Mittwoch, 25. Juni 2014

Kinder brauchen Grenzen...

... und Erwachsene ebenso.

Grenzen...das Thema ist immer wieder sehr brisant bei mir.
Ich bin fast grenzenlos aufgewachsen und das beinhaltete Vernachlässigung und Verwöhnung gleichermaßen.
Keiner hat sich mit mir wirklich auseinander gesetzt, geredet, Dinge abgesprochen, erklärt, verhandelt...
Wir (Kinder) liefen einfach so nebenher.
Ich hab meiner Mutter und meinem Stiefvater ständig Geld und Zigaretten geklaut, entweder sie haben es nicht bemerkt (in ihrem Suff) oder wollten/konnten nix machen.
30 Tage unentschuldigt in der Schule gefehlt? Kein Wort.
Wollte ich eine bestimmte Jacke, den Nasenstecker, mit 16J. ausziehen...ich bekam und durfte.
Ich hab mir in einer schweren depressiven Phase einen Stacheldraht um den Knöchel tätowieren lassen.
Dessen Bedeutung wurde mir erst Jahre später klar.

Wenn man sich an Grenzen reibt, erzeugt das auch Wärme.
Bei uns war es sehr kalt. Emotional.

Da mich das Thema immer wieder beschäftigt, fiel mir der Tites des Buches: Kinder brauchen Grenzen, natürlich umso mehr ins Auge. Und so nahm ich es aus der Bücherei mit und las nun sehr lange darin.

Das Buch ist über 20 Jahre alt (aber aktueller denn je) und es  ist kein üblicher Ratgeber. Eher eine Darstellung, ein erklären und aufzeigen.
Sehr warm und verständlich geschrieben. Gar nicht anklagend oder besserwisserisch.

Ich habe viel dabei gelernt. Für mich. Was Grenzen setzen heißt, wie man das machen kann, dass es viel um Eigenständigkeit und Individualität, klar um Nähe-Distanz, um Symbiose, Autonomie und Freiheit ect. geht.
Das ganze erklärt an sehr anschaulichen Fallbeispielen, bei denen ich oft geschmunzelt, aber auch oft geweint habe, weil ich mich so sehr darin wiederfand, in dieser Verlassenheit und dann wieder mit der Erdrückung die Bedürfnisse der Eltern erfüllen zu müssen.
Mein Ich zu entwickeln, ist und bleibt eine stetige Aufgabe.

Als ich anfing das Buch zu lesen, war ich der Meinung, ich könne mir schlecht selber Grenzen setzen.
Dazwischen war ich der Meinung, dass ich mir zu viele setze (naja dass ich recht streng mit mir selbst umgehe, hab ich inzwischen begriffen, abe das ist ja nicht unbedingt dasselbe.)
Inzwischen ist mir klar, dass ich mit Grenzen setzen etwas anderes gemeint habe, nämlich: ich geben einen Befehl an mein (inneres) Kind und das hat das gefälligst zu tun/oder eben nicht:
Das machst du nicht, das jeden Abend und das am besten immer.
Also ein Machtspiel mit meinen inneren Anteilen.
Das gibt immer Streß, egal ob mit inneren oder äußeren Kindern.

Wenn ich neue Absprachen/Verhaltensweisen einführen möchte, tut es mir gut, wenn ich es in derselben respektvollen und warmen Haltung wie der Autor mache:
Erklären, warum ich das möchte. Z.B. weil mir Weizen nicht gut tut und das ruhig auch ausführlicher, immerhin hab ich mich darüber auch viel informiert.
Es dem Kind verständlich machen. Miteinander nicht gegeneinander.
Auch das Kind dann ernst nehmen und auch darüber reden, wenn es über die neue Regel traurig ist oder enttäuscht oder wütend...

Mir tun solche Selbstgespräche (eher innere Auseinandersetzungen, denn ich rede ja nicht wirklich laut mit mir) gut, auch wenn ich sie gern vermeide, weil davor wahrnehmen ansteht: alles was ich in Bezug auf dieses Thema fühle. Und das ist halt oft unangenehm.
Aber wenn ich es wegdrücke, lasse ich mich selbst wieder im Stich....

Fazit: wer innere-Kind/Anteile-Arbeit macht, dem könnte auch dieses Buch helfen.

Montag, 23. Juni 2014

Erkenntnis des Tages:

Je älter ich werde, desto mehr Zeit brauch ich im Bad...


Samstag, 21. Juni 2014

Psychisch stabil, körperlich nicht...

Wie letztens schon geschrieben: ich hab Bock auf's Leben.
Und wie!

Was mir in letzter Zeit durch den kopf ging, was ich gerne machen würde und mich zum Teil auch umfassend drüber informiert habe.
- wie es beruflich weiter gehen könnte:  Teilweise würd ich gern  selbstständig arbeiten. Ja das trau ich mir durchaus zu.
- ein Wochenende in Bamberg bei einem Freund (leider erstmal abgesagt).
- eine kleine Pilgerwanderung von 3 Tagen (hab hier Kartenmaterial ect. liegen, wär ich fit, wär ich schon wech)
- diverse kleinere und größere Radltouren in der Umgebung (im Moment völlig utopisch, war heute 20mins mitm Radl unterwegs mit 3 Pausen)
- wie  letztens auch schon geschrieben: Aerobic/Tanzkurse
- mit bestfriend in irgendeinen Zug steigen und irgendwo wieder aussteigen.
- Bergwanderung mit D.
...und noch vieles mehr...

ich las:
Menschen mit einer Depression neigen zum Rückzug und zur Hoffnungslosigkeit, während es für Menschen mit CFS kennzeichnend ist, dass sie die Initiative ergreifen und nach einer medizinischen Behandlung suchen. Sie sind voller Hoffnung, wieder gesund zu werden. Viele treten einer Patienteninitiative bei, setzen sich auf politischer Ebene für die Bereitstellung von mehr finanziellen Mitteln für die Forschung ein und bemühen sich um eine Verbesserung ihrer Lebensqualität - allesamt Aktivitäten, die für Menschen mit einer Depression im Allgemeinen ungewöhnlich sind.

von hier:
 http://www.cfs-aktuell.de/november06_1.htm


Ich will nicht sagen, dass ich CFS habe, da "fehlen" mir paar Symptome.
Jedoch will ich mir selbst klar machen, dass dies nicht nur eine reine Depri ist.
Irgendwo hängts und ich such so lange, bis ich es gefunden habe.
Denn so macht Leben echt kein Spaß.

Donnerstag, 19. Juni 2014

Anderer Blick

Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch zur Nebennierenschwäche.
Es paßt so gut zu meinen Symptomen und dem jahrelangen Streß den ich hinter mir habe.
Der mir an die Nieren ging. (Wobei die Nebennieren nur so heißen, weil sie auf den Nieren hocken, aber ganz andere Aufgaben haben...).
Jedenfalls gibt es da eine Übung:
Aufzuschreiben was einem gut tut und was nicht.
Pööööh, dacht ich ganz hochnäsig, muss ich nicht machen, ich hab 5 Jahre Therapie hinter mir (davon einige Wochen sehr intensiv in einer Tagesklinik und davor stationär) ich weiß was mir gut tut.
Mein Unterbewußtes war damit nicht einverstanden und griff zu Block und Stift und schrieb.
Tjaja. da hatte ich es...schwarz-auf-weiß: im Moment (oder besser: in letzter Zeit) waren mal wieder viele Situationen, Begebenheiten, die mir gar nicht gut taten.
Und was mir gut tat, ließ ich untern Tisch fallen. Klassiker.

Weiter gings mit "Refraiming". Ich find da muss man etwas aufpassen, hat für mich zu viel mit positiven denken zu tun und: alles is gut.
Auf der anderen Seite merk ich selbst wie oft ich in die schweres-denken-grübelfalle falle.
Wenn ich das merke, tief durchatme und mir sage: das ist doch nicht sooo wichtig/ernst wie ich das grad meine, ich verrenn mich mal wieder in was, schau was um dich herum ist, wird mir oft leichter ums Herz.
Oder wenn ich ein Problem jetzt einfach nicht lösen kann, dass ich Abstand davon nehme: Ich hab genug drüber nachgedacht, ich tue mein möglichstes und jetzt ist aber auch mal wieder gut. Ist auch das sehr befreiend!

Jetzt saßen letztens 2 Pärchen neben mir in der Bahn. Alle so um die 50, fuhren nach einem Radlausflug wieder nach Hause.
Fängt der eine das erzählen an, von X (vermute seinem Sohn): wie erst das Hochzeitsauto geholt werden musste, dass aber so kaputt war, dass es nur noch 80km/h fuhr, man aber schon spät dran war und dann nicht mehr wußte in welcher Gärtnerei man den Brautstrauß geordert hatte und als man endlich bei der Kirche war...
oder damals, als wir einkauften, im Möbelladen, wahnsinnig viel, hinter uns ne lange Schlange....und dann streikte seine Kreditkarte und er (der Papa?) hatte auch nix dabei, also alles wieder retour.
Dabei...und das fand ich sehr erfrischend, lachte er selbst immer wieder...er fand das lustig, nahm es auf die lockere Schulter...
Man könnte das auch anderes sehen. Ein Drama! Was für ein Sohn, kriegt nix auf die Reihe, schlimm, das belastet, das nervt, das war unmöglich....

Es kommt drauf an wie man es sieht. Einfach mal aus Interesse den Blickwinkel ändern, kann auch Spaß machen...


Montag, 16. Juni 2014

M & M

Müdigkeit:
Mal wieder extrem...ich wache auf, ich stehe auf, denk mir: mönsch heut ist ein guter Tag, ich könnt mal wieder einen längeren Spaziergang machen. 
Dusche, frühstücke...und könntwieder ins Bett fallen. Von einem Moment auf den anderen schlag kaputt. Aufrecht sitzen fällt schwer, Konzentration sowieso.
Ich ändere meinen Tagesplan. Zieh mich wieder aus und geh nochmal ins Bett.

Oder aber ich geh raus und merke keine 200m später: ok langer Spaziergang ist nicht, vielleicht doch nur um den Sportplatz?
Ach menno. Ich hätt so Bock das Leben zu genießen, was zu machen, arbeitstechnisch hätt ich auch eine Idee....letztes Wochenende wollt ich einen Freund in Bamberg besuchen und musste mal wieder absagen...
es ist scheiße.

Musik:
Hab meine persönliche, diesjährige Sommermusik gefunden:


Freitag, 13. Juni 2014

Aktuelles

- es ist  mal wieder soweit: Heiße Tage. Das streßt mich. Und mit einer der Gründe, warum es das tut, lautet: Kontrollverlust.
Ich kann nix gegen die Hitze tun, auch nicht in meiner Wohnung (ja außer nachts lüften, Rollos zu ect. was aber herzlich wenig hilft).
Wenn mir kalt ist, kann ich zur Not mit 2 Decken, dicker Jacke und Wärmflasche ins Bett gehn, oder die Heizung aufdrehn...

- ich hab mal wieder getreidefreie Zeit. Kein Gluten. Der erste Versuch ohne Weizen zu leben, war hart. Richtige Entzungserscheinungen. Jetzt bei der Hitze ist mir eh nicht so nach Brot oder Nudeln (wobei es beides schon gibt, aber eben glutenfrei). Aber es zieht mich eh mehr zur Paleo-diät.
Wobei das Wort Diät ja gern falsch verstanden wird. Es hat eben nicht immer was mit abnehmen zu tun. Sondern heißt einfach *Lebensweise*.

- Neben einem stärkeren Asthmaspray (das ich noch nicht nutze, weil ich erst das alte aufbrauchen soll, mit öfteren Sprühstößen) gab es noch ein weiteres Medikament dazu. In Tablettenform.
Es funktioniert so:
Montelukast bindet an die in den Atemwegen vorhandenen Cys-LT1-Rezeptoren. Die Wirkungen der Leukotriene hinsichtlich Verstärkung von Entzündungsvorgängen und vermehrter Schleimsekretion werden somit unterbunden. Die Cysteinylleukotriene sind verantwortlich für die Entzündungen, welche wiederum auf die Atemwege verengend wirken und die Lungenfunktion schwächen.
Scheint zu helfen...auf der einen Seite hab ich das Gefühl ich kann  leichter/freier atmen, als wär ein schweres Gewicht von meinem Brustkorb entfernt worden und auf der anderen Seite rasselt es ordentlich und ich huste, fühlt sich alles verschleimt an, als ob sich eben altes lösen würde.
Wenn ich leichter atmen kann, dann ja auch nachts, was mir ja mehr Erholung bringen könnte  bzgl. der Schlafapnoe.

- ich mag wieder den bewertungsfreien Wetterbericht. Er soll einfach sagen, wies Wetter wird und nicht, dass man da ja noch in Biergarten gehn kann und ENDLICH wirds heiß ect...mich stresst das. Und ich denke nicht nur mich.
Wetter ist Wetter und der Regen ist genauso wichtig wie die Sonne.
Sollt ich mal paar Radiostationen, so als Regenfrau, darauf hinweisen? :-)

- immer wieder erschreckend wie sehr ich ins Leistungsdenken falle. Spaß, Lockerheit, Leichtigkeit fallen mir immer wieder schwer..ich bin zu ernsthaft und sehe nur, was man noch machen müsste und sollte und davon gibts ja immer genug...aber einfach rumschlendern, in Himmel gucken, tanzen, singen, pfeifen...machts Leben erst lebenswert :-)))
Deswegen: Sommermusik einlegen, Füße hochlegen und Lächeln auflegen!!!

- der Paketbote gab ein Packerl für mich woanders ab. Kein Ding, wenn es ein Nachbar im selben Haus wäre. Es ist aber 3 Häuser weiter....sehr seltsam....(und nein bei keinem Geschäft oder so, sondern privat).

Donnerstag, 12. Juni 2014

Adieu


Als ich letztens ein wenig durch die Stadt schlenderte, sah ich an einer Hauswand ganz klein, den Spruch aufgesprüht:
Sei Pippi nicht Annika.
Oh ja...dachte ich erst! Genau!
Ein paar Tage später denke ich: Nö, ich war lang genug Pippi...jetzt ist gut, ich hab so einen Spaß am Erwachsenen-sein...klar wird es auch mal kleine Pippi-Zeiten geben, aber nicht mehr in dem Ausmaß wie früher...und vor alllen nicht in den unpassendsten Bereichen:

Um den Erwachsenen-Teil in mir zu stärken, darum ging es in der Thera. Nicht um alte Wunden anzuschauen, alte Traumata durchzuarbeiten, nein, sondern darum wie ich verantwortungsbewußt und liebevoll mein Leben gestalte und meistere. Im Heute handlungsfähig bleiben.
Zu sehr hatte mein verletztes, ängstliches, wütendes Kind die Oberhand gewonnen.
Es meinte (wie im übrigen ganz real, als ich kind war) sich um allles kümmern zu müssen, hatte fast schon einen Kontrollzwang (das versprach ein wenig Sicherheit), hatte vor vielem Angst und null Vertrauen in sich und der großen, weiten Welt.
Teilweise geholfen hat mir das Buch: erwachsen – von Ashley Davis Prend,
dort las ich einen Auszug von Frank Pittmann:

Das Erwachsenenalter ist befreiend. Erwachsene könnnen sich selbst definieren und müssen sich nicht von denen definieren lassen, denen sie gefallen oder nicht gefallen wollen. Wenn wir erst frei sind, aus eigenem Antrieb, die richtigen Dinge zu tun, dann werden wir diese wahrscheinlich auch tun. Und wenn wir wissen, dass wir das tun, dann hat das viel mehr Kraft, uns glücklich zu machen.
Das Erwachsenenalter ist angenehm. Erwachsene sind geworden, was sie werden wollten. Der schreckliche Kampf mit Veränderungsprozessen in Körper und Seele ist vorüber. Die Angst und Verzweiflung sind fort. Wir sind angekommen. Wir sind in der Welt daheim. Wir können uns entspannen und vor der Schlafenszeit ins Bett gehen, ohne Angst haben zu müssen, etwas zu versäumen.
(auch lesenswert von ihm:

Genauso geht es mir gerade. Nicht jetzt in dieser Stunde. Nein seit Wochen. Eine Gelassenheit, eine Souveränität hat sich in mir breit gemacht, die sich einfach richtig gut anfühlt.
Ich danke meiner Therapeutin, dass sie mich in den letzten 5 Jahren (mit kurzer Pause) beleitet hat, durch sie und mit ihr konnte ich nachreifen und lernen, was es heißt erwachsen zu sein.
Mit mir, meinen Gefühlen und den Lebensumständen angemessen umgehen.
Nun heißt es Abschied nehmen von ihr. Ich lasse ihre Hand los, damit ich ihr nachwinken kann...und die andere Hand wischt eine kleine Träne fort...

Montag, 9. Juni 2014

Warum macht der das?

Warum macht mein Körper das?

Stelle ich mir des öfteren die Frage. Nicht so die Schulmedizin:
Mein Asthma ist schlechter geworden (dazu brauchte ich nicht den Lungenfunktionstest, ich spürte das schon vorher), statt nach der Ursache zu suchen, wird das Symptom bekämpft und so bekam ich ein stärkeres Spray mit.
ABER: Wenn etwas nicht hilft, ist mehr von demselben nicht unbedingt förderlich. Nunja, ich werd es trotzdem nehmen...wer weiß...
Im übrigen: Trauma, PTBS und Schlafapnnoe können zusammen hängen.
Hier eine schlecht übersetzte Seite:
 http://gesund-info.info/schlafapnoe-und-ptsd.html

Über das Thema der Hypervigilanz wurd ich in meiner ansonsten sehr guten Traumatherapie wenig aufgeklärt. Dabei hätte es mir so sehr geholfen, mich zu verstehen...warum ich immer so angespannt bin. Vor allem draußen und alles abchecke und kontrolliere. Am schlimmsten ist es logischerweise in der S-Bahn, da kann ich nicht aussteigen wann ich will (naja eigentlich schon ala Notbremse :-))
Und wenn diese Überaufmerksamkeit und Angespanntheit seinen Höhepunkt erreicht, nennt man das Panikattacke. Soso.
Zur Zeit kann ich wieder schwer abschalten, entspannen, mich fließen lassen, überall muss ich Menschen/Umgebung scannen. Das ist anstrengend, ich kann es nicht loslassen.
Daher finde ich Dissoziation gar nicht so übel (natürlich im Rahmen).
Wenn ich es mal schaffe, mich innerlich einfach laufen zu lassen und Löcher in die Lust starren, dannn ist das Entspannung pur!
Der Körper wird seine Gründe haben, warum er das eingerichtet hat.

Und im Moment häng ich in meiner linken Gehirnhälfte fest: Nur Analyse, rationales denken....nix kreatives, intuitives, emotionales...ich hab schon gemerkt, dass mir Podcast hören hilft...z.B. die hier:
http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern3/mp3-download-podcast-mensch-otto.shtml

Vielleicht sollt ich einfach mehr Musik hören...dabei tanzen und danach malen...auch wenn mir gar nicht danach ist...na mal sehn.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Obacht!

Die Therapie ist so gut wie zuende.
Nächste Woche machen wir unsere Abschlußstunde und das wars dann.

Was mir gestern auffiel...und was mir ohne Therapie schwer fällt ist...
mich anderen Menschen wirklich zu zeigen.

So, war das einfach...jede Woche ein fester Termin, mit jemanden besprechen, was grad so los ist, mich bedrückt oder grad für mich schwierig ist.
Einem Menschen dem ich vertraue und von dem ich weiß, dass er a) abgegrenzt genug ist und b) gut für sich selber sorgt.

Jetzt habe ich schon auch Kontakte...aber ich merke, wie ich immer mehr ins *schauspielern* verfalle. Nicht wirklich sage, was los ist.
Auch irgendwann mir selbst gegenüber nicht mehr: und dann wirds gefährlich, weil ich meine Grenzen und Bedürfnisse nicht mehr spüre.

Das war früher ein Schutz. Die Familie nicht noch mehr belasten, als eh schon und mich nicht angreifbar machen, wenn ich sagte wovor ich z.B. Angst habe.
Außerdem habe ich sehr schnell kapiert: Selbst wenn ich mal was sagte...echte Hilfe, Unterstützung, Trost gab es eh nie. Eher noch dämliche Kommentare.

Also machte ich sehr viel mit mir selber aus. Eigentlich alles.
Ich brauch keinen.
Nur gibt das weder wirkliche Nähe, noch evtentuelle Entlastung.
Es ist anstrengend und schwer...

Ich habe das sehr mühsam lernen müssen: mich zeigen, von mir reden, was wirklich los ist. Erst zaghaft und fast anonym in einem Mailverteiler, dann immer öffentlicher in Selbsthilfegruppen.
Aber immer wieder kommt sie hoch: Die Angst, dass man mich nicht versteht oder gar lächerlich macht und demütigt.
Und der Sog des Altbekannnten (ham wir schon immer so gemacht).

Nun, immerhin ist es mir rechtzeitig bewußt geworden.
Mal sehen, was ich mache...

Dienstag, 3. Juni 2014

Juni

Der Juni wird pink
und meint:
Wege trennen uns oder führen zusammen - in beidem liegt ein neuer Anfang.


Na dann...viel Spaß auf dem Weg...